Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.11.2016

08:56 Uhr

Kinderporno-Prozess gegen Jan Rouven

Deutscher Magier bekennt sich schuldig

Es ist eine überraschende Wendung im Kinderpornografie-Prozess gegen Jan Rouven in den USA. Der deutsche Magier hat sich überraschend schuldig bekannt. Er könnte jahrelang hinter Gittern landen.

Der Magier aus Kerpen muss mit mindestens fünf Jahren Gefängnis rechnen. dpa

Jan Rouven

Der Magier aus Kerpen muss mit mindestens fünf Jahren Gefängnis rechnen.

Las VegasDer deutsche Zauberkünstler Jan Rouven hat sich in einem Kinderpornografie-Prozess überraschend schuldig bekannt. Dem 39-Jährigen aus Kerpen wurde vorgeworfen, auf seinem Computer rund 9000 verbotene Videos und Bilder empfangen, gespeichert und verbreitet zu haben, darunter auch solche, die sexuelle Handlungen an Kindergartenjungen zeigen. Mit dem Schuldbekenntnis, das er als Teil eines Deals mit der Staatsanwaltschaft ablegte, endete der Prozess schon am Donnerstag (Ortszeit).

Das Strafmaß soll im März 2017 verkündet werden. Den Anklagepunkt der Werbung mit Kinderpornografie ließ die Staatsanwaltschaft fallen. Darauf hätten zwingend mindestens 15 Jahre Haft gestanden. Nach der Verständigung im Strafverfahren drohen Rouven mindestens fünf Jahre Haft, doch sind bis zu 30 Jahre möglich. Nach Verbüßung seiner Strafe dürfte Rouven nach Deutschland abgeschoben werden.

Der Angeklagte war in Las Vegas mit der Show „The New Illusions“ aufgetreten. Ins Visier der Behörden geriet er, als ein verdeckter Ermittler ihn im August 2014 als Sammler von pornografischem Material identifizierte. Am 16. März wurde Rouven festgenommen und saß seitdem in Untersuchungshaft.

Der Prozess wurde mehrfach verschoben, begann dann aber am Montag. Im Zeugenstand sagte ein FBI-Agent am Donnerstag aus, dass in Rouvens Haus in Las Vegas Computer mit verdächtigem Material beschlagnahmt worden seien, das in passwortgeschützten Dateien entdeckt worden sei. Das Haus bewohnte der Magier mit seinem Ehemann, der in Gerichtsakten als ein nicht angeklagter Mitverschwörer in dem Fall genannt wird. Behörden zufolge ist Rouvens Lebensgefährte nach Deutschland zurückgekehrt.

Richterin Gloria Navarro ordnete nach Rouvens Schuldbekenntnis an, dass dieser sich für den Rest seines Lebens als Sexualverbrecher registrieren lassen und 5000 Dollar (rund 4665 Euro) Entschädigung an jedes identifizierte minderjährige Opfer zahlen müsse.

Rouvens Anwalt Jess Marchese ging davon aus, dass rund 85 sexuell ausgebeutete Kinder ausfindig gemacht worden seien. Das bedeutet, dass der Magier mit Entschädigungszahlungen von rund 425.000 Dollar rechnen müsste.

Zunächst hatten dessen Anwälte Beweise angekündigt, wonach es nicht er gewesen sei, der die Videos und Bilder herunterlud. Vielmehr habe sich eine andere Person Zugriff zu seinen Internet-Konten verschafft.

Vor Gericht hatten dann jedoch weder seine Verteidiger noch Rouven selbst dieses Argument vorgebracht. Anwalt Marchese erklärte indes nach der Anhörung, der Deal mit der Staatsanwaltschaft sei im besten Interesse seines Mandanten.

Von

ap

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

18.11.2016, 13:31 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

Aber immer gerne, dafür gebe ich und Herr von Horn uns richtig Mühe.
Nicht einfach den ganzen Tag zu allen Artikeln Kommentare zu schreiben.
Da muss man schon einen breit aufgestellten Sachverstand haben. Danke

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×