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02.03.2017

14:41 Uhr

Kindstötung angedroht

Mutmaßlicher Eltern-Erpresser festgenommen

Der Brief kam per Post: Wenn die Eltern nicht zahlen, werde er ihre Kinder töten, schrieb der Erpresser. Mit Hilfe von Fahndungsfotos findet die Polizei einen Verdächtigen – doch der bestreitet die Tat.

Mit dieser Aufnahme ging die Polizei in Aachen an die Öffentlichkeit. dpa

Erpresser droht Eltern

Mit dieser Aufnahme ging die Polizei in Aachen an die Öffentlichkeit.

AachenEin Mann, der in Aachen und Umgebung zahlreiche Eltern erpresst haben soll, ist der Polizei ins Netz gegangen. Er wurde nach einer öffentlichen Foto-Fahndung am Mittwochnachmittag in Eschweiler bei Aachen festgenommen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Der 49-Jährige wird beschuldigt, Eltern die Ermordung ihrer Kinder angedroht zu haben, falls sie nicht eine beträchtliche Summe zahlen. Der Verdächtige habe die Taten bestritten, teilte die Polizei mit. Er sollte noch am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Für die Geldübergabe setzte der Erpresser in allen Fällen denselben Ort fest. Gezahlt wurde nach Angaben der Ermittler nie, doch installierten sie an dem Ort eine Kamera. Mit den damit aufgenommen Bildern ging die Polizei am Mittwoch an die Öffentlichkeit. Daraufhin gingen viele Hinweise auf den Mann ein, wie ein Polizeisprecher sagte. Er wurde noch am selben Tag an seinem Arbeitsplatz in Eschweiler bei Aachen festgenommen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stellte die Polizei „zahlreiche“ Gegenstände sicher, unter anderem das Handy und einen schwarzen Roller, mit dem er zu der Übergabestelle gefahren sein soll.

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Keine der 13 betroffenen Familien, die der Polizei bisher bekannt sind, hatte gezahlt. Für Experten des Landeskriminalamtes deutete vieles auf ein amateurhaftes Vorgehen hin. Erpresserbriefe hätten auch Eltern schon erwachsener Kinder bekommen – in einem Fall sogar ein Paar, das gar keine Kinder hatte. Bedroht wurden aber auch Familien mit kleinen Kindern. Unklar ist, ob es noch Opfer gibt, die sich noch nicht bei der Polizei gemeldet haben.

Von

dpa

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