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18.06.2011

10:29 Uhr

Klage gegen Buchcover

Bei seinen Mundwinkeln versteht der nette Herr Jauch keinen Spaß

Viele Deutschen schätzen ihn als den netten Herrn Jauch, doch Moderator Günther Jauch kann auch anders. Jetzt klagt er gegen den Titel eines Buchs - und weil der Verlag ihm die Mundwinkel heruntergezogen hat.

HamburgAls „Wer wird Millionär?“-Moderator treibt Günther Jauch gerne ein oder zwei Späßchen mit seinen Kandidaten. Auf Deutschlands nationaler Beliebtheitsskala rangiert er weit oben. Viele wünschen ihn sich als Schwiegersohn, viele sogar in einem hohen politischen Amt. Doch es gibt Themen, bei denen hört für Jauch der Spaß auf. Was sei Privatleben anbelangt, gilt der Moderator als klagefreudig. Nun verklagt er, was der Autor Peter Wiesmeier ironisch aufgeschrieben hat und als liebenswerte Hommage an Quizshows versteht. „Ich war Günther Jauchs Punching-Ball! Ein Quizshow-Tourist packt aus“, soll das Werk heißen, das der Quizfan Wiesmeier nach seinen Blicken hinter die Kulissen von Shows wie "Wer wird Millionär" oder auch "Der große Preis" geschrieben hat. Doch nun schlägt Jauch zurück.

Er hat vor dem Hamburger Landgericht Klage gegen den Buchtitel des Solibro-Verlages eingereicht. „Es gibt ein Klageverfahren“, bestätigte Gerichtssprecher Conrad Müller-Horn. Jauch will die Veröffentlichung und Verbreitung des Titelbildes gerichtlich verbieten lassen. Das teilte der Verlag in einer Pressemitteilung mit. Auf dem Cover ist ein - nach Angaben des Verlages verfremdetes - Foto des Moderators abgebildet. Ein erster Verhandlungstag vor der Pressekammer ist für den 15. Juli angesetzt.

Wie der Branchendienst "Meedia" berichtet, ist die Klage Jauchs dritter Anlauf, gegen den das Buch vorzugehen. Zuvor hat sich der Verlag von der Drohung einer einstweiligen Verfügung unbeeindruckt gezeigt, dann versuchte es der Moderator mit einer strafbewehrte Unterlassungserklärung - ebenfalls vergeblich.

Der Solibro Verlag erwartet indes, dass Jauch auch vor dem Landgericht Hamburg scheitern wird. "Günther Jauch sei eine der bekanntesten Personen im Fernseh- und Unterhaltungsbereich. Deswegen sei er für die Öffentlichkeit von besonderem Interesse und müsse sich auch die satirische Auseinandersetzung mit seiner Person gefallen lassen. Aufgrund des eindeutig satirisch-karikaturistischen Charakters des Buchcovers sei Jauchs Behauptung abwegig, hier bestünde die Möglichkeit, dass das perspektivisch überzeichnete Bild - als vermeintlich authentische Abbildung - zu einer Verwechslung mit der realen Person des Entertainers führe", teilte der Verlag in einer Pressemitteilung mit.

In der Vergangenheit hatte der TV-Moderator bereits mehrere juristische Auseinandersetzungen nicht gescheut. Im November hatte er im Streit um sein Foto auf der Nullnummer eines neuen Magazins vor dem Bundesgerichtshof verloren. Der erste Zivilsenat hatte aber entschieden, dass eine neue Zeitung zu Werbezwecken einen Prominenten ausnahmsweise auch ohne begleitende Berichterstattung auf dem Titelblatt abbilden dürfe.

Kommentare (2)

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Quizfan

18.06.2011, 11:38 Uhr

Ich kenne das Foto! Das sind die original Mundwinkel, sorry, so schaut er halt manchmal aus der Wäsche... Es ist das Gesamtbild verzerrt, an der Mimik wurde nichts gemacht.

Leser

18.06.2011, 12:39 Uhr

Es wird das passieren, was immer passiert, und es bemerkenswert, daß Jauch das nicht kapiert: Solibro ist ein kleiner Verlag, den keiner kennt. Seine Bücher gibt es im Buchhandel so gut wie kaum. Nun durch die Klage werden natürlich viele aufmerksam. Dem Verlag sei die Werbung gegönnt. Und vielleicht begreift der gar nicht so nette Prozeßhansl Jauch mal, wie das geht...

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