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29.03.2013

13:42 Uhr

Klimaforschung

Wieso es dieses Jahr weiße Ostern gibt

Trotz Frühlingsanfang ist es zum Osterfest in weiten Teilen Deutschlands frostig. Als Ursache vermuten Klimaforscher den Rückgang des Packeises in der Arktis. Westeuropa wird zum Leidtragenden des Klimawandels.

Ostereier in weißer Kulisse: Schnee in Brandenburg. dpa

Ostereier in weißer Kulisse: Schnee in Brandenburg.

BremerhavenEin stabiles Hochdruckgebiet über Skandinavien versorgt weite Teile Deutschlands seit Wochen mit kalter Polarluft. „Das ist eine Laune der Natur in diesem Jahr“, sagt Prof. Peter Lemke, Leiter des Fachbereichs Klimawissenschaften am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI). „Wenn das Packeis in der Arktis immer weiter zurückgeht, werden diese Launen statistisch gesehen durchaus häufiger auftreten.“ Die Chance steige, dass es auch künftig kalte Winter gebe. Das Eis in der Arktis war im September 2012 nach Angaben des US-Datenzentrums für Eis und Schnee (NSIDC) so klein wie nie zuvor in den 33 Jahren der Beobachtung.

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Verantwortlich für den Rückgang des Eises ist Studien zufolge die globale Erderwärmung, verursacht durch den CO2-Ausstoß. „Wir müssen mit unseren CO2-Emissionen vorsichtig sein. Das wird unser Klimasystem verändern“, sagt Lemke. In welcher Form und wo die Veränderungen besonders stark sein würden, sei immer noch eine große Frage. „Wir sehen aber, dass in der Arktis zurzeit die größten Veränderungen auftreten, die weißen Flächen verschwinden, und dunkle Flächen kommen zum Vorschein.“ Diese absorbierten die Sonnenenergie, Schnee und Eis hingegen reflektierten sie.

„Wir sind die Leidtragenden, dass das Eis in der Arktis weggeht“, meint der Wissenschaftler. Denn die globale Temperaturkarte von Februar zeige, dass es nur in Europa kalt war. „Die kalte Blase umfasst praktisch Westeuropa.“ So sei es in Sibirien nicht so kalt gewesen wie sonst, ebenso nicht in Kanada. „Überall auf dem Globus ist es warm, bloß bei uns nicht, weil dieses Hochdruckgebiet über Skandinavien liegt.“

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Dieses Hoch werde sich sicherlich in Kürze auflösen, sagt Lemke. „Ich glaube nicht, dass es noch den April durchhält. Das wäre sehr ungewöhnlich. Der Frühling wird schon kommen.“ Der Winter in Norddeutschland sei auch in den Monaten Dezember, Januar und Februar normal gewesen. Auch Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sieht die derzeitigen Kälterekorde in Teilen Europas als ungewöhnlich an. Auch er hält als Ursache die starke Eisschmelze in der Arktis für wahrscheinlich.

Von

dpa

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

29.03.2013, 13:57 Uhr

@' Der Frühling wird schon kommen'

Dies ist der einzige substantielle Satz in diesem Artikel.
Der Rest ist Meteorologie: Die für den nächsten Tag vorhergesagte Wetteränderung kann eintreten, oder auch nicht. Falls nicht, dann drehen wir ein bißchen am Computerprogramm, dann stimmt's wieder, zumindest retrospektiv.

tsabo

29.03.2013, 14:03 Uhr

Tja die Kaffeesatzleser dürfen mal wieder Ihre Meinung - ohne wissenschaflichen Beweis kund tun... Es kann ja nicht sein das etwas anderes ausser Co2 dafür verantwortlich... - Sensationell seit 33 Jahren beobachtet man.. welch ein Zeitraum - komisch nur das auf der anderen Seite des Planeten die Eismenge wächst..-wahrscheins wird dort das Co2 abgesaugt...
Mein Gott was muss man sich alles anhören.. - Nur damit die Abzocke an den Menschen weitergehen kann...

Schlapp

29.03.2013, 14:11 Uhr

Diese Herren Professoren verwechseln zum ersten Wetter mit Klima und hecheln jedem einzelnen Tag hinterher. Zum zweiten sind sie Modellplatonisten. Wenn die Wirklichkeit sich nicht an ihre Micky Mouse Modelle hält ist sie nicht wirklich. Für diesen Unsinn wird auch noch ein Haufen Steuergeld ausgegeben. Ich kann mich an Artikel dieser Scheinwissenschaftler erinnern, in den vorausgesagt wurde, dass in der jetzt laufenden Gegenwart kein Wintersport mehr in Deutschland möglich ist, zumindest in freier Natur. Sie sollten bedenken, dass ihre Computer bestenfalls Szenarien berechnen, aber keine Prognosen in dem chaotischen System Athmosphäre abgeben können. Dazu ist das System viel zu sensibel.

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