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20.01.2007

14:35 Uhr

Klimawandel

UN warnen vor Versiegen des Golfstroms

Die vereinten Nationen warnen Medienberichten zufolge vor dem Versiegen des Golfstroms. Das Hamburger Max-Planck-Institut habe berechnet, dass der Golfstrom, der Europa maßgeblich mit Wärme versorgt, schon zum Ende des Jahrhunderts deutlich schwächer sein wird.

HB BERLIN. Die Prognosen des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie nehme der Zwischenstaatliche Ausschuss der UN für Klimaänderungen in seinem für Februar angekündigten Bericht auf, schreibt die „Welt am Sonntag“.

Nach Erkenntnissen der Hamburger Forscher werde der warme Golfstrom, der das Klima in Nordeuropa maßgeblich bestimmt, bis zum Jahr 2100 deutlich erlahmen. Die Wissenschaftler prognostizierten einen Rückgang der Strömung um 30 Prozent. „In der Konsequenz sind für einzelne Staaten massive Erschütterungen denkbar“, sagte Jochem Marotzke, Direktor am Hamburger Max-Planck-Institut, der Zeitung.

Obwohl es nahe liegen würde, dass es in Nordeuropa durch die reduzierte Kraft des Golfstromes deutlich kälter wird, werde es auch hier eher wärmer. Marotzke erklärt das mit zwei widerstreitenden Effekten: In Europa gebe es einerseits die Abkühlung durch die nachlassende Ozeanzirkulation und andererseits die durch den Ausstoß von Treibhausgasen hervorgerufene Erwärmung der Atmosphäre. „Am Ende gewinnt die Erwärmung in einem Verhältnis von drei zu eins.“

Die Max-Planck-Forscher hätten berechnet, wie kalt es in Europa würde, wenn der Golfstrom um 30 Prozent zurückginge, andere Klimadaten aber gleich blieben. „Das würde im Schnitt eine Abkühlung um ein Grad bedeuten“, sagte Marotzke. Tatsächlich aber sei in Deutschland bis zum Jahr 2100 mit einer durchschnittlichen Erwärmung um drei Grad Celsius zu rechnen.

Im Bundesumweltministerium würden die Erkenntnisse aus Hamburg der Zeitung zufolge mit Sorge aufgenommen. „Das ist ein weiteres, sehr ernst zu nehmendes Symptom des umfassenden Klimawandels“, sagt der Parlamentarische Staatssekretär Michael Müller. Angesichts dieser Forschungsergebnisse müsse auch dem letzten Politiker klar werden, dass Klimaschutz jeden angehe. „Wir müssen da alle Bereiche der Wirtschaft, der Energieerzeugung und des Energieverbrauchs mit einbeziehen.“

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