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28.08.2014

07:25 Uhr

Kolumbien

Mehr als 200 Mädchen mysteriös erkrankt

Kopfschmerzen, Taubheitsgefühl, Bewusstlosigkeit: Die Symptome bei über 200 kolumbianischen Mädchen sind so mysteriös wie die Herkunft der Krankheit. Ein Impfstoff des Pharmakonzerns Merck könnte mitverantwortlich sein.

Allein über das vergangene Wochenende sollen 120 Mädchen mit möglichen Symptomen in die Krankenhäuser geströmt sein (Symbolfoto). imago/GlobalImagensImago

Allein über das vergangene Wochenende sollen 120 Mädchen mit möglichen Symptomen in die Krankenhäuser geströmt sein (Symbolfoto).

BogotáMehr als 200 Mädchen sind in der Kleinstadt El Carmen de Bolivar im Norden Kolumbiens an einer mysteriösen Krankheit erkrankt. Sie leiden an Kopfschmerzen sowie Taubheitsgefühlen in den Händen und verlieren immer wieder das Bewusstsein, wie die Behörden mitteilten.

Eltern befürchten, es könnte sich um eine allergische Reaktion auf eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs handeln. Alle Mädchen waren in den vergangenen Monaten mit dem Impfstoff Gardasil des amerikanischen Herstellers Merck geimpft worden.

Gesundheitsexperten weisen Spekulationen über den Impfstoff zurück und warnen vor einer Massenhysterie. Die Impfungen seien sicher. Zugleich kritisieren sie die kolumbianischen Medien, weil diese unbegründete Ängste schürten. Gesundheitsminister Alejandro Gaviria verwies darauf, dass bislang 2,9 Millionen Frauen in Kolumbien mit dem Serum geimpft worden seien. Eine Merck-Sprecherin betonte, dass alle Lieferungen für Kolumbien die nötigen Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllt hätten.

Nach Aussage des Bürgermeisters von El Carmen de Bolivar, Francisco Vega, traten die ersten Fälle im Mai auf. Seitdem habe es eine stetige Zunahme gegeben. Allein über das vergangene Wochenende seien 120 Mädchen mit möglichen Symptomen in die Krankenhäuser geströmt und hätten so einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung verursacht. In keinem Fall seien die Symptome lebensbedrohlich gewesen, alle Mädchen seien inzwischen wieder entlassen worden.

Blutuntersuchungen sollen nun weiteren Aufschluss über die Krankheit bringen. Ergebnisse werden in etwa einer Woche erwartet.

Von

ap

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