Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.10.2011

10:28 Uhr

Kommentar von Peter Löscher

Ein echter Grund zur Freude

Am Montag hat die Weltbevölkerung die Marke von sieben Milliarden Menschen. Gut so, findet Siemens-Chef Peter Löscher. Und trotz aller Herausforderungen ein echter Grund zur Freude.

Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Peter Löscher dapd

Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Peter Löscher

Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG:

Der Tag, an dem wir den siebenmilliardsten Erdenbürger begrüßen, ist sicherlich ein Tag der Freude für seine Eltern - doch es ist auch ein Tag, an dem viele Menschen nachdenklich in die Zukunft blicken. Ist dieses rasante Bevölkerungswachstum eine Bedrohung für unseren Planeten? Ist diese Entwicklung eher ein Risiko oder doch auch eine Chance? Eins ist klar: Die Zeit drängt!

Als die Mauer zwischen Ost und West fiel, gab es etwas mehr als fünf Milliarden Menschen auf der Erde, zur Jahrtausendwende waren es bereits über sechs Milliarden und zur Mitte des 21. Jahrhunderts müssen wir mit über neun Milliarden rechnen. Schon heute nutzt die Menschheit die Ressourcen der Erde schneller, als sie sich regenerieren können. Geht diese Entwicklung ungebremst weiter, so könnte sich der Bedarf an Rohstoffen - ob Biomasse, fossile Brennstoffe oder Erze - bis 2050 mehr als verdoppeln, und für den Energieverbrauch und die Treibhausgas-Emissionen gilt dasselbe. Wir bräuchten dann eigentlich mehr als zwei Erden, doch wir haben nur eine!

Die Antwort kann nur heißen: Wir müssen mit den Ressourcen schonender umgehen. Ich sehe hier Herausforderung und Chance zugleich. Im Energiesektor müssen wir beispielsweise die erneuerbaren Energien stark ausbauen, und zugleich Energieerzeugung, -übertragung und -nutzung wesentlich effizienter machen.

Die gute Nachricht lautet: Wir haben bereits alle Technologien, die dazu nötig sind. Gebäude können sich von Energieverbrauchern zu Erzeugern wandeln, Leuchtdioden sparen gegenüber Glühlampen 80 Prozent an Strom, Elektromotoren sind drei- bis viermal effizienter als Verbrennungsmotoren. Moderne Gas- und Dampfturbinenkraftwerke liefern doppelt so viel Strom wie der Durchschnitt konventioneller Kraftwerke, und die neuesten Stromautobahnen übertragen Elektrizität über Tausende von Kilometern mit geringsten Verlusten.

In den vergangenen Jahren ist zudem die Leistungsfähigkeit von Mikrochips und der Software enorm gestiegen - auf diese Weise können wir genug Intelligenz und Flexibilität in die Energienetze bringen, um Angebot und Nachfrage besser aufeinander abzustimmen. Wir haben also alle Bausteine für das Energiesystem von morgen bereits heute verfügbar. Und besser noch: Diese Lösungen rechnen sich auch wirtschaftlich durch die Einsparungen beim Energieverbrauch.

Ähnliches gilt für einen schonenden Umgang mit Materialien: Ein kluges Denken in Kreisläufen, das bereits beim Design eines Produktes seine spätere Wiederverwertung berücksichtigt, lohnt sich allemal - ob beim Bau von Zügen oder der Rückgewinnung wertvoller und knapper Rohstoffe aus Elektrogeräten.

Doch der demographische Wandel bedeutet nicht nur, dass die Menschen immer mehr werden: Sie werden auch immer älter. Heute sind weltweit rund 550 Millionen Menschen über 65 Jahre alt - auf sie entfallen rund 40 Prozent der Gesundheitskosten. Im Jahr 2050 wird sich die Zahl dieser Senioren auf fast 1,5 Milliarden verdreifacht haben. Für die Gesundheitssysteme ist dies nur dann zu bewältigen, wenn die Menschen möglichst gesund altern und lange ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Kea

31.10.2011, 14:39 Uhr

Nein, mein lieber Herr Löscher, das ist gar nicht gut, weil der Mensch alles andere verdrängt - da hat nichts mehr Platz, wie ganz besonders ihr Österreicher dadurch beweist, dass sobald auch nur ein einziger Bär oder Wolf oder Lux oder was auch immer in euren ({oft} Kärntner) Wäldern auftaucht und ein paar Schafe, Ziegen und/oder Rinder reißt, dieses Tier sofort intensiv bejagt wird, da es angeblich erheblichen Schaden verursacht. Was aber kann man von einem Angestellten der Industrie schon erwarten, außer künftige Verkaufszahlen im Hinterkopf zu haben?

Piero_Pardelone

31.10.2011, 14:51 Uhr

... und sofort Imagemarketing zu betreiben!

WollyWonder

31.10.2011, 18:37 Uhr

Zu Kea.
Hoffentlich arbeitet der/die nicht bei dem Siemens-Konzern. Da wäre mir ja Angst und Bange um solche wirre Zeitgenossen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×