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24.09.2013

10:04 Uhr

Kraftsportlerin erntet Kritik

Der Zank um einen Babybauch

VonLaura Waßermann

Auf diese Reaktion war Lea-Ann Ellison nicht vorbereitet: Sie stellte Fotos von sich mit rundem Babybauch ins Netz – beim Gewichtheben. Nach wilden Anschuldigungen im Internet folgten aber auch anerkennende Worte.

Bild des Anstoßen: Le-Ann Ellison, schwanger, gewichthebend.

Bild des Anstoßen: Le-Ann Ellison, schwanger, gewichthebend.

DüsseldorfLea-Ann Ellison ist Bodybuilderin und macht seit zweieinhalb Jahren eine Sportart, namens Crossfit. Dabei handelt es sich um Intensivtraining, das Stärke und Kondition verbessern soll. Medizinbälle stemmen kann sie mit Leichtigkeit, auch Aerobic-Übungen fallen ihr nicht schwer. Oft geht die 35-Jährige fünf mal pro Woche zum Crossfit – sogar zwei Wochen vor dem offiziellen Geburtstermins ihres Kindes.

Was für die trainierte Mutter von zwei Kindern normal ist, hat nun weltweit für Aufregung gesorgt. Als sie am 15. September auf der Facebookseite von Crossfit ihre Fotos gepostet hat, fielen die Reaktionen einiger Nutzer sehr negativ aus. So kommentiert eine Frau: „Total geisteskrank. Das hätte sie nicht tun sollen.“

Gut oder schlecht: Leistungssport kann auch für Schwangere gefährlich werden.

Gut oder schlecht: Leistungssport kann auch für Schwangere gefährlich werden.

Und er blieb mit dieser Meinung nicht alleine. „Ich sage, das ist gefährlich“, schreibt eine andere Facebook-Nutzerin. „Es geht um das Baby, nicht darum, wie stark die Mutter ist.“ Britischen Medien zufolge wurde das Foto rund 16.000 Mal kommentiert. Die meisten davon waren Beleidigungen.

Ellison überkam ein Schock, als sie die Resonanz zu ihren Fotos erreichte. Dem amerikanischen Internetportal „Yahoo! Shine“ sagte sie: „Es war kaum eine Minute online, da erhielt ich ein Ansturm von Kommentaren. Männer und Frauen schrieben, dass eine Schwangerschaft keine Zeit sei, sportlich zu sein und dass ich mich eingebildet und egoistisch verhalten würde.“ Davon ließ sich die Amerikanerin nicht einschüchtern und postete weitere Fotos, auch auf ihrer eigenen Facebook-Seite.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

24.09.2013, 10:29 Uhr

Hallo? Die junge Frau ist schwanger, nicht krank. Das Problem ist, daß der heutige, "zivilisierte" Durchschnittsmensch ein jämmerliches Weichei ist. Einfach mal Frauen von indigenen Völkern fragen, ob sie bei Schwangerschaft das jagen, fischen, sammeln, arbeiten, Feld bestellen, ggf. auch Reiten (Mongolei) etc. einstellen und sich auf die faule Haut legen und bedienen lassen.
Wenn der Mensch für solche Belastungen nicht ausgelegt wäre, wäre er schon längst ausgestorben. Übrigens, wer intensiv Sport treibt, entwickelt ein gutes Gespür dafür, was er seinen Körper zumuten kann.

Ergo: Meine Hochachtung, Frau Ellison, und Alles Gute für Sie und ihr Kind!

Account gelöscht!

24.09.2013, 10:34 Uhr

Ist das hier das Handelsblatt oder die Bunte?

Frank_S.

24.09.2013, 11:02 Uhr

Das ganze Thema kann doch medizinisch beantwortet werden: Sport während der Schwangerschaft ist nicht schädlich für eine Frau - es fällt ihr aufgrund bis zur 1,5 mal höheren Blutmenge im Körper lediglich schwerer Sport in der selben Art und Weise auszuführen, wie vor der Schwangerschaft. In den letzten Wochen vor der Geburt ist allerdings unbedingt von schweren sportlichen Betätigungen abzuraten, da diese eine verfrühte Geburt einleiten können. Von daher ist Frau Ellison Respekt zu zollen, dass sie trotz der besonderen Anstrengungen während der Schwangerschaft ihren Sport fortgeführt hat. Wenn es aber um das Kindeswohl geht, ist es dagegen absolut unverantwortlich in einer so fortgeschrittenen Schwangerschaft schwere Sportarten auszuführen. Die Gesundheit des Kindes wird hier deutlich gefährdet.

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