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27.12.2011

12:17 Uhr

Kreideabbruch auf Rügen

Suche nach verschüttetem Mädchen eingestellt

Keine Spur vom vermissten Kind auf Rügen. Das Mädchen wurde auf der Ostseeinsel mit Mutter und Schwester bei einem Abbruch der Kreidefelsen verschüttet. Die Rettungskräfte haben kaum noch Hoffnung.

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Kap ArkonaAuf der Insel Rügen haben Bergungskräfte die Hoffnung aufgegeben, ein am Montag verschüttetes Mädchen noch lebend zu finden. „Es wird nicht mehr gesucht. Die technischen Möglichkeiten sind ausgeschöpft“, sagte Vize-Landrat Lothar Großklaus (CDU) am Dienstagmittag nach einer Beratung mit den Rettern.

Etwa 160 Helfer hatten seit Montagnachmittag am Kap Arkona im Norden der Insel pausenlos in den herabgestürzten Kreide- und Geröllmassen nach der Zehnjährigen gesucht. Die fast 20-stündige Suche in dem betonharten Gemisch blieb erfolglos. Auch Spürhunde und der Einsatz einer Wärmebildkamera halfen nicht.

Das Mädchen aus Nordbrandenburg war mit Mutter und Schwester an der Steilküste unterwegs, als sich etwa 3000 Kubikmeter Erdreich aus der über 30 Meter hohen Steilwand lösten. Weitere Abbrüche drohen, so dass auch die Helfer in Gefahr schwebten.

Das Wetter erschwerte die Rettungsaktion. In der Nacht sei es auf der Insel stürmischer geworden, sagte Carina Schmidt, Sprecherin des Kreises Vorpommern-Rügen, am Dienstagmorgen. Der zunehmende Westwind drücke das Wasser an die Küste, wo zunächst mehr als 100 Rettungskräfte nach dem Mädchen suchten. „Man weiß auch nicht, wenn Regen kommt, ob sich neue Erdmassen vom Hang lösen“, sagte Schmidt. Dann müsse der Einsatzleiter entscheiden, ob die Suche abgebrochen werden müsse.

„Der Hang wird permanent kontrolliert“, sagte Hartlieb. Dort gebe es schon zwei große Risse, die beobachtet werden. „Im Moment gibt es aber keine Anzeichen, dass sie größer werden.“ Deshalb werde weiter Kreideschlamm von dem 5000 Kubikmeter großen Abbruch abgetragen. Die Einsatzkräfte gingen aber mittlerweile nur noch von einer Bergung und nicht mehr von einer Rettung des Mädchens aus.

Ein Kreideabbruch an Rügens Steilküste hatte das Kind am Montagnachmittag mit sich gerissen und verschüttet. Bei einem Strandspaziergang war eine Mutter mit ihren beiden Töchtern von dem Küstenabbruch erfasst worden, der sich aus dem Kreidefelsen gelöst hatte. Die Mutter wurde schwer verletzt, ihre 14 Jahre alte Tochter leicht. Beide kamen ins Krankenhaus. Eine vierköpfige Familie, die sich in der Nähe aufhielt, blieb unverletzt.

Die Polizei hatte nach ihrem Angaben gegen 15.30 Uhr von dem Abbruch erfahren, der Landkreis löste Großalarm aus. Schweres Gerät habe aber nicht eingesetzt werden können, weil es zu dem Strand keine Zufahrtstraßen gebe, sagte ein Sprecher vom Technischen Hilfswerk. Deshalb wurden neben einem Amphibienfahrzeug, auch Rettungskreuzer und Schiffe der Wasserschutz- und der Bundespolizei zur Unglücksstelle dirigiert.

Auf Deutschlands größter Insel Rügen kommt es immer wieder zu unkontrollierbaren Abbrüchen der Steilküste. Der verregnete Sommer hat die Gefahr nach Angaben von Geologen vergrößert. Im August dieses Jahres war es zum größten derartigen Vorfall seit neun Jahren gekommen: Ein 100 Meter langer und 70 Meter hoher Abschnitt eines Felsens stürzte ins Meer.

Von

dpa

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