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29.02.2012

20:57 Uhr

Kreuzfahrtschiff

„Costa Allegra“ ist auf dem Weg in den Hafen

Ohne Klimaanlage und funktionierende Toiletten durch tropische Hitze: Die „Costa Allegra“ wird zu den Seychellen geschleppt. Dort wollen viele der Passagiere lieber ausspannen, statt die Rückreise anzutreten.

Schiffsbrand

Costa Allegra im Schlepptau

Schiffsbrand: Costa Allegra im Schlepptau

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Rom/HamburgSchleppendes Ende einer Kreuzfahrt: Nach dem Feuer ist die Fahrt der „Costa Allegra“ in den sicheren Hafen zur Geduldsprobe für die über 1000 Menschen an Bord geworden. Von einem Fischtrawler und zwei Schleppern durch den Indischen Ozean gezogen, bewegte sich das Kreuzfahrtschiff mit rund fünf Knoten (knapp zehn Stundenkilometern) zur Seychellen-Hauptinsel Mahé - ohne Klimaanlage bei drückender Hitze und durch Piratengewässer. Helikopter versorgten Passagiere und Besatzung mit dem Nötigsten. Auf Mahé wurde das Schiff für Donnerstagmorgen erwartet.

Die italienische Reederei Costa Crociere, zu der auch das Unglücksschiff „Costa Concordia“ gehört, bot ihnen eine schnelle Heimreise an - oder einen weiteren Urlaub in einem Luxushotel.

Bei einer Befragung erklärten mehr als 250 Passagiere, sie wollten noch am Donnerstagabend von der Seychellen-Hauptinsel die Heimreise antreten, wie ein Sprecher von Costa Kreuzfahrten in Deutschland am Mittwoch erklärte. Über 370 Passagiere hätten sich dagegen entschieden, auf Kosten des Unternehmens auf den Seychellen in hochklassigen Hotels weiter auszuspannen. Unter den Passagieren sind 38 Deutsche.

Das Feuer im Maschinenraum hatte am Montag zwar niemanden verletzt. Das Schiff fuhr anschließend jedoch ohne Klimaanlage und Stromversorgung durch die Tropen. Die Reederei brachte per Helikopter Material auf das Schiff wie zum Beispiel einen elektrischen Generator, „einfach um Strom herstellen zu können“, berichtete der Sprecher von Costa Kreuzfahrten in Deutschland, Werner Claasen.

Techniker wollten versuchen, mit dem kleinen Generator zumindest die Toiletten wieder in Betrieb zu nehmen. „Die Mannschaft wird alles tun, um die Situation an Bord komfortabler zu machen“, hieß es von der Reederei in Genua. Im heißen und feuchten Klima sorge wenigstens der leichte Fahrtwind dafür, dass es für die Reisenden etwas angenehmer sei. „Weil die Klimaanlage nicht funktioniert, gehen die wenigsten in ihre Kabinen“, berichtete Claasen.

„Die Wärme mit 30 Grad draußen ist erdrückend, aber im Inneren muss es noch schlimmer sein“, wurde der Kapitän des französischen Trawlers „Trevignon“, Alain Derveute, auf der Internetseite des privaten Fernsehsenders Tgcom zitiert. „Wir wissen, das sind Gewässer, in denen Piraten operieren“, sagte er. Aber die Passagiere seien sicher, neun Marinesoldaten seien an Bord der „Costa Allegra“.

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