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26.03.2016

13:22 Uhr

Kreuzweg-Abschluss in Rom

Papst verurteilt vor Zehntausenden Kindesmissbrauch durch Priester

Zum Abschluss des Kreuzwegs spricht Papst Franziskus in Rom ein heikles Thema an: Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche. Vor Tausenden Gläubigen geißelt er Priester, die „Unschuldigen ihre Würde“ raubten.

In Rom kritisierte Franziskus in dem Zusammenhang die „Unentschlossenheit und Gefühllosigkeit Europas“. dpa

Worte zur Flüchtlingspolitik

In Rom kritisierte Franziskus in dem Zusammenhang die „Unentschlossenheit und Gefühllosigkeit Europas“.

RomPapst Franziskus hat Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche scharf verurteilt. Priester, die sich an Kindern vergingen, raubten „Unschuldigen ihre Würde“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Freitagabend vor zehntausenden Gläubigen zum Abschluss des Kreuzwegs in Rom. Der Mailänder Erzbischof suspendierte unterdessen einen Priester, der Sex mit einem minderjährigen Prostituierten gehabt haben soll.

Erzbischof Angelo Scola supsendierte den 46-jährigen Priester Paolo Lesmo von sämtlichen Funktionen, wie das Mailänder Erzbistum am Samstag bekanntgab. Die Staatsanwaltschaft in der norditalienischen Stadt beschuldigt Lesmo, bezahlten Sex mit einem Minderjährigen gehabt zu haben, der sich von dem Geld Kokain kaufte.

Einer Mitteilung des Erzbistums zufolge hatte die Polizei den Priester bereits seit 2013 im Verdacht. Darüber seien die Vorgesetzten erst jetzt informiert worden. In Italien wird katholischen Geistlichen immer wieder vorgeworfen, Pädophilie-Beschuldigungen zu verschleiern.

Neben dem Missbrauchsproblem ging Papst Franziskus in seiner Karfreitagspredigt im Kolosseum auf die Flüchtlingskrise ein und kritisierte in dem Zusammenhang die „Unentschlossenheit und Gefühllosigkeit Europas“. Das Mittelmeer und die Ägäis seien zu immer voller werdenden „Friedhöfen“ geworden, sagte der Papst und verurteilte unter anderem die Schließung der Grenzen angesichts des Flüchtlingsandrangs.

Zuvor hatte Franziskus im Kolosseum in Rom den traditionellen Kreuzweg geleitet. Dabei trug der 79-Jährige das Kreuz nicht selbst. Er saß vielmehr unter einem roten Baldachin und lauschte versunken den Meditationen.

Der Kreuzweg soll das Leid Jesu von seiner Verurteilung zum Tode bis zur Kreuzigung symbolisch nachzeichnen. Die Meditationen für die 14 Stationen des Kreuzwegs wurden in diesem Jahr vom italienischen Erzbischof von Perugia, Kardinal Gualtiero Bassetti, verfasst.

Bassetti prangerte unter anderem das Leid der Flüchtlinge in aller Welt, von sexuell missbrauchten Kindern sowie ausgebeuteten Frauen an. Zugleich erinnerte er auch an die Tötung der Juden durch die Nationalsozialisten.

Die Zeremonie im Kolosseum wurde von einem massiven Polizeiaufgebot gesichert. Sie ist einer der jährlichen Höhepunkte der Osterfeierlichkeiten des Vatikan. In der traditionellen Gründonnerstagsmesse hatte der Papst am Vortag zwölf Menschen in einer Asylbewerberunterkunft nahe Rom die Füße gewaschen.

Am Samstagabend sollte Franziskus die Osternachtsliturgie im Petersdom leiten, am Sonntag wird er auf dem Petersplatz die Ostermesse halten und seinen Segen „Urbi et Orbi“ (Der Stadt und dem Erdkreis) spenden.

Von

afp

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