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02.09.2011

11:40 Uhr

Krimi in China

Zweifelhafter Selbstmord mit elf Messerstichen

Mit elf Messerstichen und einer durchgeschnittenen Kehle wurde ein chinesischer Anti-Korruptionsbeamter tot in seiner Wohnung aufgefunden. Ein Selbstmord, sagen die Behörden. Internetnutzer sind empört

Die Ermittlungen der chinesischen Polizei zum Tod eines Anti-Korruptionsbeamten werden stark kritisiert. dpa

Die Ermittlungen der chinesischen Polizei zum Tod eines Anti-Korruptionsbeamten werden stark kritisiert.

Zehntausende Chinesen haben im Internet Zweifel an einem angeblichen Selbstmord eines Anti-Korruptionsbeamten mit elf Messerstichen geäußert. Auf dem Internet-Portal Sina.com war der Tod von Xie Yexin am Freitag das am dritthäufigsten kommentierte Thema. Im Kurznachrichtendienst Weibo, dem chinesischen Pendant zu Twitter, gab es mehr als 130.000 Einträge. „Alles ist möglich in China, was für ein Land der Wunder“, schrieb ein Internetnutzer. 

Der 46-jährige Xie Yexin war am Dienstag in seinem Büro im Bezirk Gong An in der zentralchinesischen Provinz Hubei tot aufgefunden worden. Neben ihm lag ein Messer, dessen Griff mit einem Taschentuch umhüllt war. Der Autopsie zufolge hatte Xie elf Stichwunden, unter anderem war seine Kehle durchgeschnitten. Nach zweitägigen Ermittlungen teilte die Polizei auf einer Pressekonferenz mit, Xie habe sich das Leben genommen, obwohl es keine Hinweise auf mögliche Beweggründe gab. Die Familie des Toten wies die Darstellung der Behörden umgehend zurück.

Kommentare (1)

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LangTsu

06.09.2011, 15:02 Uhr

Was regen wir uns auf! China ist zur Weltmacht avanciert, inkl. einer Handelsmacht ohne gleichen. Da kann das totalitäre Regime so korrupt sein wie es will, Menschenrechte mit Füßen treten und Morde um der Machterhaltung und der Staatsraison wegen begehen, wie es ihm passt - die Wirtschaft eines Industrielandes wie Deutschland (wie überhaupt die halbe Welt) hängt von so einem Giganten ab und wird ihm entsprechend in den Arsch kiechen, egal, welche Partei bei uns auch gerade das Sagen hat. Da kann Merkel von irgendeiem US-Magazin noch so oft zur einflussreichsten Politikerin der Welt gewählt werden - vor den Chinamännern kuscht sie ebenso wie vor ihr schon alle anderen politischen Oberindianer. Bislang war kein/e deutsche/r Regierungs-Chef/in mutig genug, diesem Verbecher-Regime das auch mal knallhart ins Gesicht zu sagen. Und vor allem dann auch die Konsequenzen aus so einer Attitüde zu ziehen. Ein Regime wie China in einem kleinen Land im nahen Osten oder Nordafrika - die NATO wäre längst aktiv geworden! Mich wundert es nur, dass 1,5 Milliarden Chinesen es nicht fertig bringen, sich gegen diese Mörder und Menschrechtsverletzer aufzulehnen. Vermutlich aber ist diese Staats-Hydra schon so vielköpfig geworden, das korrupte System so verfilzt, und seine Beamte so abhängig davon, dass man gar nicht wüsste, wo mit dem Abschlagen der Köpfe anfangen.

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