Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.05.2014

11:21 Uhr

Kriminalfall

Psychiatrisches Gutachten für Pistorius

Im Mordprozess gegen Oscar Pistorius forderte der Staatsanwalt eine psychiatrische Untersuchung. Der südafrikanischen Sprintstar klagte zuletzt vor Gericht von Angstzuständen und bleibt bei seiner Version des Tathergangs.

Untersuchung durch Psychiater

Ist Pistorius zurechnungsfähig?

Untersuchung durch Psychiater: Ist Pistorius zurechnungsfähig?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

PretoriaDer des Mordes angeklagte Paralympics-Star Oscar Pistorius wird zu einer Untersuchung in die Psychiatrie eingewiesen. Dies sei auch ein Gebot der Fairness gegenüber dem Angeklagten, betonte Richterin Thokozile Masipa am Mittwoch in Pretoria. Sie folgte damit einem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die auf einen Monat vorgesehene Beobachtung in einer psychiatrischen Einrichtung soll Aufschluss über die Schuldfähigkeit des 27-Jährigen geben. Die Psychiaterin Merryl Vorster hatte zuvor als Zeugin der Verteidigung Pistorius eine intensive Angststörung bescheinigt.

Staatsanwalt Gerrie Nel forderte am Dienstag vor Gericht ein Gutachten über den Geisteszustand des beidseitigen beinamputierten Läufers. Am Tag zuvor hatte eine Zeugin der Verteidigung ausgesagt, dass Pistorius unter Angstzuständen leide, die möglicherweise bei seinen tödlichen Schüssen auf seine Freundin Reeva Steenkaamp eine Rolle spielten.

Ein Gutachten in einer staatlichen Einrichtung wird den Prozess, der am 3. März begonnen hatte, noch weiter verzögern. Pistorius' Verteidiger Barry Roux sagte, sein Mandant sollte nicht für 30 Tage in psychiatrische Behandlung kommen. Er wolle stattdessen einen weiteren Zeugen aufrufen.

Die am Montag von Roux in den Zeugenstand gerufene Sachverständige, Dr. Merryll Vorster, die Pistorius' Angstzustände attestierte, hatte den Angeklagten erst wenige Tage vor ihrer Aussage getroffen. Ankläger Nel sah in ihrem Erscheinen einen weiteren Versuch der Verteidigung, die psychische Verfassung von Pistorius in den Vordergrund zu stellen. Dessen Anwälte wollen demnach Angstzustände resultierend aus seiner Behinderung als mildernde Umstände geltend machen. Die renommierte Psychiaterin hatte am Dienstag zwar betont, Pistorius sei für seine Handlungen durchaus verantwortlich. Allerdings könnten seine Ängste diese beeinflusst haben.

Die Anklage wirft Pistorius vor, seine Freundin am 14. Februar 2013 nach einem Streit vorsätzlich durch eine verschlossene Toilettentür in seinem Haus in Pretoria erschossen zu haben. Pistorius beteuert dagegen, er habe Steenkamp aus Versehen getötet, weil er hinter der Tür einen Einbrecher vermutet haben.

Von

ap

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×