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26.01.2007

14:29 Uhr

Kriminalität

Polizei fasst Kreditkartenbetrüger

Zwei Männer haben tausende Datensätze von amerikanischen Kreditkartenkonten ausspioniert. Das FBI und die deutsche Polizei kamen ihnen gemeinsam auf die Spur.

Viele US-Kreditkarten wurden gefälscht. Foto: dpa

Viele US-Kreditkarten wurden gefälscht. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Amerikanische und deutsche Ermittler sind einer Kreditkartenbetrüger-Bande auf die Spur gekommen. Zwei Georgier wurden bisher festgenommen und angeklagt. Die Männer stünden im Verdacht, Kreditkarten mit Zahlungsgarantie gefälscht zu haben, sagte die Münchner Staatsanwältin Babett Bießle am Freitag. Es handle sich aber offenbar um eine international agierende Gruppe, betonte sie. Diese habe tausende Datensätze von amerikanischen Kreditkartenkonten ausspioniert und mit gefälschten magnetischen Kreditkarten Geld abgehoben.

„Die haben wir gerade noch rechtzeitig erwischt“, sagte die Staatsanwältin. Die zwei angeklagten Männer im Alter von 24 und 25 Jahren hätten zum Zeitpunkt ihrer Festnahme noch getestet, ob die Datensätze der Kreditkartenkonten - ausschließlich Daten amerikanischer Karteninhaber - brauchbar sind.

Ermittlungen der amerikanischen Bundespolizei FBI hätten ergeben, dass einer der beiden Angeklagten offenbar führender Kopf einer georgischen Bande ist, die in Hackerangriffen die Datenbanken amerikanischer Banken ausspionierten, sagte Bießle. Die beiden Männer hätten aber dazu geschwiegen.

Die Ermittlungen waren bei einer zufälligen Kontrolle am Münchner Hauptbahnhof im April 2006 ins Rollen gekommen. Polizeibeamte fanden bei den beiden Männern 89 Blanko-Magnetkarten, ein Magnetkartenschreibegerät, einen Laptop mit 5700 Datensätzen existierender Konten, einen Notizzettel mit Geheimnummern sowie mehrere Tausend Euro und US-Dollar Bargeld. 66 der gefundenen Karten waren bereits für existierende Konten codiert.

Wie sich weiter herausstellte, waren zwischen Februar und April 2006 bereits 90 Mal an Automaten in Istanbul, Amsterdam und Köln Beträge zwischen 100 und 250 Euro abgehoben worden. Die Münchner Staatsanwältin sagte, die beiden Männer müssten mit einer Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren rechnen. Die eigentlichen Geschädigten seien zwar die amerikanischen Banken, diese würden Hackerangriffe jedoch oftmals nicht anzeigen, um ihre Sicherheitslücken nicht zu offenbaren. Da die Georgier in München festgenommen wurden, werde dort die Verhandlung stattfinden. Die amerikanischen Behörden bemühten sich aber bereits um eine Auslieferung, sagte Bießle.

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