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09.11.2016

10:42 Uhr

Kriminalität

Razzia im Rocker-Milieu

Mit einem Aufgebot von mehr als 1000 Beamten sind Polizei und LKA gegen die organisierte Kriminalität im Rocker-Milieu vorgegangen. In sechs Bundesländern, darunter NRW, wurde nach Waffen und anderen Beweisen gesucht.

Ein Großaufgebot von Polizei und LKA hat in sechs Bundesländern mehrere Razzien durchgeführt. Die Durchsuchungen richteten sich gegen Mitglieder einer „rockerähnlichen Gruppierung“. Unter anderem wurde nach Waffen, Munition und Betäubungsmitteln gesucht. dpa

Schlag gegen die organisierte Kriminalität

Ein Großaufgebot von Polizei und LKA hat in sechs Bundesländern mehrere Razzien durchgeführt. Die Durchsuchungen richteten sich gegen Mitglieder einer „rockerähnlichen Gruppierung“. Unter anderem wurde nach Waffen, Munition und Betäubungsmitteln gesucht.

Darmstadt/WiesbadenMehr als 1000 Polizisten haben in mehreren Bundesländern Objekte im Rocker-Milieu durchsucht. Es habe am Mittwochmorgen Aktionen bei einer „rockerähnlichen Gruppierung“ in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg gegeben, teilten die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das Hessische Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden mit.

Gesucht wurde den Angaben zufolge nach Waffen, Munition, Betäubungsmitteln, Schriftstücken und anderen Beweismitteln, die konkretere Hinweise auf illegale Geschäfte geben können. „Wir haben alle durchsuchten Objekte unter Kontrolle“, schrieb das LKA auf Twitter. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Einbrüche in Wohnungen: Trends, Taten und Tipps (1)

Trend

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland steigt und steigt, allein in den vergangenen sechs Jahren um mehr als ein Drittel. Das Einbrecher-Gewerbe boomt – aber die Sicherheitsbranche auch.

Wie häufig wird eingebrochen?

Im Jahr 2015 wurden mehr als 167.000 Einbrüche und Einbruchsversuche polizeilich registriert – ein Anstieg um rund 10 Prozent.

Wann kommen die Einbrecher?

Nicht in der Nacht, sondern am hellen Tag passieren die meisten Einbrüche.

Wie agieren sie?

Die Täter suchen sich leicht zu erreichende Fenster und Fenstertüren und brechen mehrheitlich zwischen 10 und 18 Uhr ein.

Wo schlagen sie zu?

Die Stadtstaaten sind besonders stark betroffen: Bremer werden mehr als zehnmal so oft Opfer eines Einbruchs wie Thüringer.

Was hindert Einbrecher?

Bei 42,7 Prozent der versuchten Einbrüche gaben die Diebe erfolglos auf. Meist versuchen sie höchstens fünf Minuten lang, eine Wohnung zu knacken.

Tipps für Eigentümer

Einbruchhemmende, abschließbare Türen und Fenster, solide Beschläge und Schließzylinder tragen dazu bei, die Wohnung sicherer zu machen.

Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) nannte die Aktion einen „sorgfältig geplanten Schlag gegen die Organisierte Kriminalität in der Bundesrepublik“. Von den Durchsuchungen solle eine klare Botschaft ausgehen: „Egal in welcher Kutte Kriminelle glauben, sich in unserem Land betätigen zu können, wir werden gemeinsam mit aller Härte des Rechtsstaats gegen sie vorgehen.“

Einbrüche in Wohnungen: Trends, Taten und Tipps (2)

Wachstumsmarkt

Die Sicherheitsbranche verzeichnete 2015 Zuwächse in allen Bereichen, mit 7,4 Prozent mehr Umsatz bei Alarmanlagen und 5,1 Prozent mehr bei Videoüberwachung als im Vorjahr.

Wie viel wird gestohlen?

Die Versicherungen ersetzten 2015 nach eigenen Angaben Schäden in durchschnittlicher Höhe von etwa 3300 Euro.

Wer sind die Einbrecher?

Fast jeder zweite Tatverdächtige kommt aus derselben Gemeinde. 85 Prozent sind Männer, oft zwischen 30 und 40 Jahre alt. Etwa 40 Prozent sind Ausländer, am häufigsten Serben und Rumänen.

Was tut die Polizei?

Die Aufklärungsquote ist im Verhältnis zu anderen Verbrechen sehr gering. Nur in 15,2 Prozent der Fälle kann die Polizei einen Täter ermitteln.

Opfer leiden

Eine der gravierendsten Folgen ist die gefühlte Unsicherheit und Hilflosigkeit in den eigenen vier Wänden. Fast jeder zweite Betroffene berichtet davon.

Justiz ist hilflos

Das Bedürfnis der Opfer nach Gerechtigkeit kann die Justiz allerdings nur selten stillen. Laut einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen wird nur in 2,6 Prozent der Fälle der Täter auch verurteilt.

Wie reagiert die Politik?

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) schlug im Juni 2016 in einem Interview der „Rheinischen Post“ vor, in besonders gefährdeten Vierteln mehr Wachpolizisten einzusetzen. Sie tragen Uniform, Handschellen und Pistole, haben jedoch nur eine Kurzausbildung erhalten. Sein Vorschlag stieß außerhalb der CDU auf viel Kritik, auch bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Von

dpa

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