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21.01.2009

14:27 Uhr

Kriminalität

Zahl manipulierter Geldautomaten steigt drastisch

Das Geldabheben ist sehr riskant geworden. Das Bundeskriminalamt warnt: Geldautomaten in Deutschland werden immer häufiger manipuliert. Die Zahl der Fälle stieg im vergangenen Jahr stark an. Wer eine Manipulation bemerkt, sollte seine EC-Karte sofort sperren lassen.

Zugangsdaten fürs Konto sollten nur verdeckt eingegeben werden. Foto: dpa dpa

Zugangsdaten fürs Konto sollten nur verdeckt eingegeben werden. Foto: dpa

Nach Angaben des Bundeskriminalamts haben sich bundesweit an 809 verschiedenen Geldautomaten Kriminelle zu schaffen gemacht, das entspricht einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 77 Prozent. Einzelne Automaten oder Zahlungsterminals beispielsweise in Baumärkten wurden dabei auch mehrfach manipuliert. So zählte das BKA 2008 insgesamt rund 2 400 Angriffe auf Geldautomaten, gut 1 000 mehr als noch im Jahr zuvor. Die Betrügereien verursachten einen Schaden von schätzungsweise mehr als 40 Millionen Euro.

Zu den Tricks zählt ein Zusatzgerät, das die Täter am Eingang zu einem Geldautomaten anbringen – dort, wo auch der normale Türöffner ist. Wer versucht, die Eingangstüre mit seiner EC-Karte aufzumachen, wird von dem Gerät aufgefordert, die Geheimzahl einzutippen. Mit einer Kamera spähen die Betrüger diese aus. Gleichzeitig werden die anderen Daten auf der Karte kopiert, um eine gefälschte Karte zu erstellen. Die Täter heben damit dann hohe Beträge im Ausland ab, oft ohne dass der Kartenbesitzer das rechtzeitig merkt.

Betroffen von den Manipulationen waren vor allem Nordrhein- Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Aber auch im Ausland wurden Deutsche Opfer dieser Betrugsmasche. Das BKA registrierte 514 manipulierte Geräte, rund 180 mehr als im Vorjahr, an denen deutsche Kartendaten abgegriffen wurden.

Das Sperren von Karten konnte einen möglichen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe verhindern. So blockierten die Banken im vergangenen Jahr rund 160 000 Kartendaten – doppelt so viele wie noch 2007.

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