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04.06.2014

14:56 Uhr

Kriminalstatistik

Mehr Einbrüche und Internetkriminalität in Deutschland

Die Gesamtzahl der Verbrechen in Deutschland bleibt konstant, gut jeder zweite Fall wird aufgeklärt. Aber es gibt die meisten Wohnungseinbrüche seit 15 Jahren – vor allem wohl wegen international agierender Banden.

Die Gewaltkriminalität scheint ebenfalls auf dem Rückzug, ergibt die Kriminalstatistik. Vor allem Jugendliche begingen 2013 deutlich weniger Gewalttaten als im Jahr zuvor. dpa

Die Gewaltkriminalität scheint ebenfalls auf dem Rückzug, ergibt die Kriminalstatistik. Vor allem Jugendliche begingen 2013 deutlich weniger Gewalttaten als im Jahr zuvor.

BerlinDie Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist gestiegen, die Internet-Kriminalität hat deutlich zugenommen. Gleichzeitig gab es im vergangenen Jahr weniger Fälle von Körperverletzung und Sachbeschädigung. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat. Danach verharrt die Gesamtzahl der registrierten Straftaten - wie stets seit 2010 - knapp unter der Sechs-Millionen-Marke, die Aufklärungsquote liegt nahezu unverändert bei 54,5 Prozent. Deutschland sei damit im weltweiten Vergleich ein „sicheres und ruhiges Land“, betonte de Maizière.

Auffällig ist jedoch der Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen: Mit 149.500 Fällen wurde der höchste Wert seit 15 Jahren erreicht. Dieser Zuwachs wird vor allem auf international agierende Einbrecherbanden zurückgeführt, die bislang schwer zu fassen sind. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Nordrhein-Westfalens Ressortchef Ralf Jäger (SPD), sprach von einem neuen Einbrechertyp, der die Ermittler vor erhebliche Herausforderungen stelle.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging im Vergleich zu 2012 um 3,7 Prozent nach oben, bei anderen Delikten gab es noch viel deutlichere Zuwächse. Bei der Internet-Kriminalität wurde nach de Maizières Worten ein Plus von rund 12 Prozent registriert - etwa durch Datendiebstahl und Warenbetrug beim Online-Handel. Auch beim Taschendiebstahl zeigte sich ein deutliches Plus, während die Zahl der Autodiebstähle nur minimal anstieg.

Wohnungseinbrüche in Zahlen

Wohnungseinbrüche in Deutschland

2012 gab es in Deutschland 144 117 gemeldete Fälle von „Wohnungseinbruchdiebstahl“, wie es im Polizeideutsch heißt. Das waren 8,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2008 stieg die Zahl jedes Jahr.

„Versuche“

In vielen Fällen schafften es die Einbrecher nicht in die Wohnung oder wurden gestört, bevor sie etwas stehlen konnten – vier von zehn Einbrüchen (39,1 Prozent) listet die Polizei als „Versuche“.

Schaden

Die Einbrecher verursachten 404,8 Millionen Euro Gesamtschaden.

Mehr Männer

Wohnungseinbruch ist anscheinend Männersache: 86 Prozent der rund 17 800 Tatverdächtigen waren männlich.

Aufklärungsrate

Aufklären konnte die Polizei im bundesweiten Schnitt 15,7 Prozent der Fälle, also nur etwa jede sechste Tat. In manchen Orten ist die Aufklärungsrate viel höher - etwa in Erfurt (38,1 Prozent).

Mehr Einbrüche in Stadtstaaten

In Stadtstaaten wird besonders häufig eingebrochen. In Bremen kamen auf 100 000 Einwohner rund 540 Einbrüche, in Hamburg rund 394 und in Berlin 351. Bei den Flächenländern lag Nordrhein-Westfalen mit rund 304 Fällen auf 100 000 Bürger vorn - in NRW gibt es besonders viele Großstädte. 2013 verzeichnete das Land mit fast 58 000 Fällen den höchsten Stand seit 1995. Am sichersten sind in dieser Hinsicht Thüringen (41,1 pro 100 000 Bewohner) und Bayern (45,3).

Einbrüche in 2012

In der Stadt Bremen gab es 2012 mit rund 535 Fällen auf 100 000 Bewohner besonders viele Wohnungseinbrüche - es folgen Köln (492,7) und Bonn (485,2). Augsburg (60,4) und Erfurt (64,9) verzeichneten unter den Städten mit mehr als 200 000 Einwohnern die niedrigsten Quoten.

Bis zehn Jahre Freiheitsstrafe

Das Strafgesetzbuch sieht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren vor für einen Dieb, der „in eine Wohnung einbricht, einsteigt, mit einem falschen Schlüssel oder einem anderen nicht zur ordnungsmäßigen Öffnung bestimmten Werkzeug eindringt oder sich in der Wohnung verborgen hält“ (Paragraf 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB).

Im Gegensatz dazu gab es weniger Sachbeschädigungen als im Jahr 2012. Vor allem bei den Graffiti zeigt die Statistik einen Rückgang um 18 Prozent. Die Gewaltkriminalität scheint ebenfalls auf dem Rückzug. Vor allem Jugendliche begingen 2013 deutlich weniger Gewalttaten als im Jahr zuvor. Auch in der Gesamtstatistik ist die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren um knapp vier Prozent gesunken, was de Maizière zu einem positiven Fazit veranlasst: „Die Kriminalität unserer Jugend sinkt.“

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

04.06.2014, 15:21 Uhr

"Mehr Einbrüche und Internetkriminalität in Deutschland"

Geht es bei solchen Artikeln wirklich um die Sicherheit im Netz?

Oder verfolgen die Medienmacher ein anderes Ziel?

Das Internet ist die einzige Möglichkeit frei an Informationen zu kommen ohne Zensur der geheimen Eliten (Die Bilderberger)!

Die geheimen Eliten (Die Bilderberger) wollen mit Hilfe ihrer kontrollierten Propagandamedien das freie Internet unter dem Vorwand der Sicherheit zensieren!!!

Eine Strategie der geheimen Eliten zur Gesellschafts-Manipulation:

Erzeuge Probleme und liefere die Lösung!

Diese Methode wird die "Problem-Reaktion-Lösung" genannt.
Es wird ein Problem bzw. eine Situation geschaffen, um eine Reaktion bei den Empfängern auszulösen, die danach eine präventive Vorgehensweise erwarten.

Verbreite Gewalt oder zettle blutige Angriffe an, damit die Gesellschaft eine Verschärfung der Rechtsnormen und Gesetze auf Kosten der eigenen Freiheit akzeptiert.

Quelle: Sylvain Timsit "10 Strategien zur Gesellschafts-Manipulation"

Account gelöscht!

04.06.2014, 16:22 Uhr

Erfreulich:

Die Gesamtzahl der erfassten Verbrechen nimmt von 5.997.040 (2012) auf 5.961.662 (2013)leicht ab. Die Zahl der Gewaltverbrechen nimmt mit minus 5,3 % gegenüber 2012 deutlich ab.

Einfaches Fazit: Es lebt sich in Deutschland erheblich sicherer als vor 10 Jahren ..... aber so eine Schlagzeile will niemand sehen, oder?

http://www.bka.de/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/pks__node.html?__nnn=true

Account gelöscht!

05.06.2014, 09:05 Uhr

"Es lebt sich in Deutschland erheblich sicherer als vor 10 Jahren ..... aber so eine Schlagzeile will niemand sehen, oder?"
---
Ja, ja, sicher doch... Erzählen Sie das den Angehörigen von durch kulturbereichernde Kopftreter umgebrachten Menschen.

http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-06/einbrueche-kriminalstatistik-kriminalitaet-polizei?commentstart=17#comments

Hier bei uns (gewöhnliche Reihenhaussiedlung) gibt es immer wieder regelrechte Einbruchswellen und oft genug sieht man hier Gestalten rumlungern (deren Nationalität ja politisch korrekt nicht genannt werden darf), die nur zu offensichtlich die Gegend ausbaldowern. Es hat praktisch jeden unserer Nachbarn schon erwischt (bei einem wurde der Kleinhund kurzerhand ins Klo gesperrt; Die Leute schliefen im ersten Stock). Auch uns wurde 5 mal der Wagen aufgebrochen, lt. Polizei Beschaffungskriminalität von Junkies. Nur unsere Wohnung blieb immer unversehrt, dafür sorgen mehrere große, schwarze Hunde mit zusammen weit über 100 Zähnen. Aber die Lösung ist natürlich nicht unbedingt allgemeinheitstauglich.
Was bleibt? Wohnung und Eigenheim zur Festung zu machen (fast alle hier haben inzwischen 2 m Mauern und Stahlgitterzäune) oder hoffen.

Btw., in Zeitungen sollte bei Verbrechen mal wieder grundsätzlich die Herkunft der Täter genannt werden und nicht nach gutmenschlicher GrünSozen-Manier politisch korrekt verschwiegen werden. Da würden manch einem die Augen aufgehen!
Ich kann die Leute nur zu gut verstehen, die sich nicht mehr auf den Staat und die überlastete Polizei verlassen wollen, sondern eigene Wachtrupps aufstellen. Die Verantwortlichen sollten mal drüber nachdenken, daß es von da bis zur Bürgerwehr, die robust hinlangt, nur ein kleiner Schritt ist. Das kann doch unter dem Strich keiner wollen. Also endlich aufhören, gewisse Täterkreise mit Samthandschuhen anzufassen, diese selbst bei einer geklauten Tafel Schokolade sofort unter lebenslangem Wiedereinreiseverbot ausweisen. Das wäre zumindest mal ein Anfang.

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