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19.06.2011

16:27 Uhr

Krisenbericht

Ohne Schutzkleidung im Chaos von Fukushima

Am 11. März erschüttert ein Erdbeben das Atomkraftwerk Fukushima - danach bricht das Chaos aus. Ein neuer Bericht legt nun offen, wie überfordert die Sicherheitskräfte mit der Naturkatastrophe waren.

Experten der Internationalen Atomenergiebehörde untersuchen das havarierte Atomkraftwerk in Fukushima. Quelle: dapd

Experten der Internationalen Atomenergiebehörde untersuchen das havarierte Atomkraftwerk in Fukushima.

TokioEin neuer Bericht dokumentiert das Chaos im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi nach dem Erdbeben am 11. März. Die Einsatzkräfte hätten Schutzausrüstung aus weit entfernten Gebäuden holen müssen und sich Ausrüstung von anderen Unternehmen geliehen, hieß es in dem Papier, das der Kraftwerksbetreiber Tepco am Samstag veröffentlichte. Die Angaben darin stützen sich auf Gespräche mit Arbeitern der Anlage und Daten aus den Kontrollräumen.

Dem Bericht zufolge waren die Ingenieure in Fukushima nicht ausreichend auf eine Naturkatastrophe dieses Ausmaßes vorbereitet. Als in Reaktor 1 zwei Stunden nach dem Erdbeben das Kühlsystem ausfiel, versuchten die Mitarbeiter zunächst, den Reaktorkern mithilfe einer Löschpumpe weiter zu kühlen. Diese funktionierte allerdings nicht. Ein Feuerwehrfahrzeug konnte den Reaktor nicht erreichen, weil die Zufahrt nach dem Beben blockiert war.

Die Mitarbeiter mussten zunächst ein elektrisch betriebenes Tor zerstören, um dem Fahrzeug die Durchfahrt zu ermöglichen. Es traf Stunden später ein. Am frühen Morgen konnte dann damit begonnen werden, Wasser in den Reaktor zu pumpen - da war der Kern schon geschmolzen. Dann ging auch noch das Wasser aus und die Mitarbeiter stellten auf Meerwasser um, was Schäden am Reaktor verursachte.

Andere Mitarbeiter wurden beauftragt, Druck aus der Sicherheitshülle des Reaktors abzulassen, um eine Explosion zu verhindern. Zunächst mussten sie allerdings das Handbuch besorgen, das nicht im Kontrollraum, sondern in einem anderen Gebäude auf dem Gelände aufbewahrt wurde. Unterdessen erschütterten mehrere Nachbeben die Region.

Um ein Druckluftventil zu öffnen, liehen sich die Mitarbeiter einen Kompressor von einem Subunternehmer. Danach wollten sie Schutzkleidung anlegen, die aber im fünf Kilometer entfernten Krisenzentrum lagerte. So dauerte es mehr als eine Stunde, bis die Arbeiter sich schließlich dem Reaktorgebäude nähern konnten. Dort arbeiteten drei Teams mit je zwei Mann in Schichten, um sich möglichst wenig Strahlung auszusetzen.

Kommentare (2)

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Unternehmensberater

19.06.2011, 21:16 Uhr

denn sie wissen nicht, was sie tun ....

Nachdenker

21.06.2011, 19:21 Uhr

Oh Mann, geht die Leier schon wieder los!

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