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18.01.2014

11:15 Uhr

Kuriose Kindernamen

Gucci, komm ma' bei die Mama!

Am liebsten nennen deutsche Eltern ihren Nachwuchs Ben oder Mia – doch es gibt auch wildere Ideen. Wenn die Namen zur Belastung für die Kinder würden, greift das Standesamt ein. Doch die Behörden sind liberaler geworden.

Auf Deutschlands Spielplätzen treffen sich schon bald Kinder mit Namen wie „Imperial-Purity“ und „Dior“ – das sind beides zugelassene Mädchennamen. dpa

Auf Deutschlands Spielplätzen treffen sich schon bald Kinder mit Namen wie „Imperial-Purity“ und „Dior“ – das sind beides zugelassene Mädchennamen.

BerlinEin Vorname wie „Pumuckl“ oder „Pepsi-Carola“ kann für ein Kind zur Qual werden - doch Deutschland ist offener geworden und bei Standesämtern werden ungewöhnliche Namenswünsche von Eltern immer seltener abgelehnt. In Essen etwa sagte das Standesamt zuletzt im Jahr 2007 Nein, als ein Junge „Anakin Skywalker“ heißen sollte. In Wiesbaden liegt die letzte Ablehnung 23 Jahre zurück. Auch in Münster lehnt das Standesamt nur selten ab: „Städtenamen zum Beispiel gehen nicht“, sagt Amtsmitarbeiterin Sarah Pröbsting. Bei der Kombination „Marie-Johanna“, die schnell gesprochen nach „Marihuana“ klinge, weise man Eltern nur darauf hin, dass der Name Probleme machen könne.

In Kiel dagegen gab es 2013 eine Ablehnung: Mit dem Antrag, ihr Mädchen „Gucci“ - nach der italienischen Luxus-Modemarke - zu nennen, kamen die Eltern nicht durch. Anders erging es dagegen einem Jungen, dessen Eltern sich den Vornamen „Maier“ für ihren Sohn wünschten - Mutter und Vater wiesen nach, dass „Maier“ durchaus ein üblicher männlicher Vorname sei, wenn auch in den Niederlanden.

Die Stadt Essen erlaubte 2013 unter anderem für eine Tochter den Namen „Milka“ sowie auch „Imperial-Purity“ sowie „Sunshine“. Zwei Jungs bekamen die Namen „Courage“ und „Sheriff“. In Hamburg sagt Bezirksamts-Sprecherin Lena Voß in Wandsbek, die multikulturelle Gesellschaft habe die Namensgebung geändert.

Die beliebtesten Vornamen 2013

Platz 10

Leonie und Felix

Platz 9

Lena und Maximilian

Platz 8

Marie und Lukas/Lucas

Platz 7

Emilia und Luis/Louis

Platz 6

Lea/Leah und Leon

Platz 5

Anna und Finn/Fynn

Platz 4

Sofia/Sophia und Jonas

Platz 3

Hannah/Hanna und Paul

Platz 2

Emma und Luca/Luka

Platz 1

Mia und Ben

Einige Städte verweisen bei allzu Abstrusem auf die Namenberatungsstelle in Leipzig, das Namenkundliche Zentrum der dortigen Universität. Deren Webseiten listen Gerichtsurteile vergangener Jahre auf: So ging 1992 der Name „Lafayette“ durch - für einen Jungen, der noch einen weiteren männlichen Vornamen benötigte.

„Maha“ wurde als Name für ein Mädchen erlaubt; die kleine „Prestige“ und die kleine „Bo“ brauchen noch einen zweiten, eindeutig weiblichen Namen. „Fanta“ hingegen steht für sich alleine - für Mädchen natürlich.

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