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17.06.2013

15:22 Uhr

Kurioser Vorwurf aus den USA

Hat Putin nun den Diamant-Ring geklaut?

Wladimir Putin soll 2005 einen Super-Bowl-Ring gestohlen haben, behauptet zumindest Robert Kraft, Besitzer der New England Patriots. Putins Sprecher lässt verlauten: alles Lüge. Der Ring sei ein Geschenk gewesen.

Putin nahm den umstrittenen Ring entgegen und steckte ihn sich an. „Mit diesem Ring kann ich jemanden töten“, sagte er. ap

Putin nahm den umstrittenen Ring entgegen und steckte ihn sich an. „Mit diesem Ring kann ich jemanden töten“, sagte er.

DüsseldorfEin Empfang im russischen St. Petersburg mit den wichtigsten Persönlichkeiten, auch der russische Präsident ist anwesend. Milliardär Robert Kraft, Besitzer des US-Football-Teams New England Patriots, bekommt einen Moment mit Putin.

Aber was macht, was sagt man in so einem Moment? Kraft entscheidet sich, Putin etwas zu zeigen, greift in seine Jackentasche und holt den diamantbesetzten Super Bowl-Ring hervor, der stets die Siegermannschaft auszeichnet. Putin nimmt den Ring an sich, schaut ihn genau an und steckt ihn sich auf den Finger.

„Mit diesem Ring kann ich jemanden töten“, sagt er. Dann herrscht auf einmal Aufbruchsstimmung, Kraft streckt seine Hand aus und wartet darauf, dass Putin ihm den Ring zurückgibt. Doch Putin steckt ihn in seine Tasche. Es kommen drei Männer des russischen Geheimdienstes und umringen ihn, dann ist Putin weg.

Krafts Reaktion: „Hab gute Miene zum bösen Spiel gemacht“, sagte er. Aber den Ring, das Symbol seines Erfolges als Team-Besitzer, bekam er nicht. Washington aber bat Kraft nach seiner Rückkehr in die USA, den Vorfall als Schenkung zu erklären, um die Beziehungen zu Russland nicht zu belasten. Also schwieg Kraft.

Diese Anekdote, die sich im Juni 2005 abgespielt haben soll, erzählte Kraft am Donnerstag auf einer Preisverleihung. Die „New York Post“ bekam davon Wind und schrieb sie auf. Ob sie nun wahr ist oder nicht, bleibt unklar. Putin ließ die Vorwürfe durch seinen Sprecher abstreiten.

Der habe nämlich damals daneben gestanden und genauestens gesehen, dass Kraft den Ring als Geschenk überreichte. Der Sprecher empfahl Kraft, seine Version der Geschichte mit einem Psychiater durchzugehen. Auch die New England Patriots distanzierten sich von dem Wahrheitsgehalt der Geschichte.

„Das ist eine witzige Anekdote, die Robert immer wieder gerne erzählt“, war auf der offiziellen Website der National Football League zu lesen. Und auch: „Ihm gefällt, dass der Ring jetzt im Kreml ist und er hat, wie er auch im Jahr 2005 betonte, immer noch den größten Respekt vor Russland und ist ein Fan von Präsident Putin.“

Der Ring liegt in der Bücherei des Kreml, wo alle offiziellen Staatsgeschenke aufbewahrt werden.

Von

Kommentare (7)

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Hannes

17.06.2013, 16:54 Uhr

Liebes Handelsblatt!

Wäre es, unter Umständen, möglich uns auch noch darüber aufzuklären, wieviel-lagig das Toilettenpapier ist, mit dem Hr. Putin sich säubert?
Und evenduell auch noch darüber, wieviel Säcke Reis vergangene Woch in China umgefallen sind?
Also mich interessiert das brennent!

Vicario

17.06.2013, 16:58 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

17.06.2013, 19:12 Uhr

1A-Berichterstattung! Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Redakteuren dieser Zeitung bedanken: Seriöser Journalismus, umfangreiche Recherche und stichhaltige Analyse! Wenn Sie so weiter machen, werden Sie noch die Auflage der Bild toppen!!! Ach nee, die Bild ist ja billiger...Hmm, dann sollten Sie den Preis Ihrer wertvollen Zeitung entsprechend anpassen ;-)
Übrigens, meine Schwiegermutter behauptet, ich hätte ihr die Tochter gestohlen. Ist zwar Ansichtssache, aber wollen Sie vielleicht auch von ihr ein Interview?

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