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16.12.2016

12:23 Uhr

Laserpointer als Waffe

Blend-Attacken gefährden Luftverkehr

Kein harmloser Unfug: Wer mit einem Laserstrahl Piloten oder Autofahrer blendet, setzt Menschenleben aufs Spiel. Die Pilotenvereinigung Cockpit fordert, den Besitz von starken Laserpointern gesetzlich zu verbieten.

Laserpointer sind gefährlich, betont die Polizei immer wieder. dpa

Gefahr von Laserpointern

Laserpointer sind gefährlich, betont die Polizei immer wieder.

BraunschweigDie Attacken passieren meist im Schutz der Dunkelheit und in der sensiblen Phase des Landeanflugs: Im Juli richteten Unbekannte einen starken Laserpointer in den Himmel über Wolfsburg und zielten auf das Cockpit eines Ferienfliegers.

Trotz des Angriffs mit dem grünen Lichtstrahl konnten die geblendeten Piloten die Maschine mit knapp 160 Passagieren an Bord wenig später sicher in Hannover landen. Dort ließen sich Kapitän und Copilot von einem Augenarzt untersuchen. Die Täter wurden nicht ermittelt - wie in vielen dieser Fälle.

Welche Waffen in Deutschland frei verkauft werden

Ohne waffenrechtliche Bestimmungen

Pfefferspray (zur Tierabwehr bestimmt)

Erwerb und Besitz erlaubnisfrei ab 14 Jahren

Reizstoffsprühgeräte (zum Beispiel CS-Gas) mit amtlichem Prüfzeichen

Erwerb und Besitz erlaubnisfrei ab 18 Jahren

Reizstoffsprühgeräte (zum Beispiel CS-Gas) mit amtlichem Prüfzeichen

Elektroschockgeräte mit PTB-Prüfzeichen

Hieb- und Stoßwaffen (zum Beispiel (Teleskop-)Schlagstock, Bajonett, Degen, Dolch, Säbel, Schwert)

Messer (zum Beispiel Einhandmesser)

Anscheinswaffen (zum Beispiel Softair-Waffen über 0,5 Joule Bewegungsenergie)

unbrauchbar gemachte Schusswaffen (Dekowaffen mit Zulassungszeichen eines Beschussamtes)

Salutwaffen (auf Schreckschuss umgebaute Langwaffen mit Zulassungszeichen eines Beschussamtes)

Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen (zum Beispiel Schreckschusspistolen, Gaspistolen)

Luftdruck-, Federdruck- und Co2-Waffen mit Prüfzeichen (zum Beispiel Luftgewehr)

Armbrust

Führen erlaubnisfrei ab 18 Jahren

Reizstoffsprühgeräte (zum Bespiel CS-Gas) mit amtlichem Prüfzeichen

Elektroschockgeräte mit PTB-Prüfzeichen

Armbrust

Führen erlaubnispflichtig ab 18 Jahren (kleiner Waffenschein)

Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen (zum Bespiel Schreckschusspistolen, Gaspistolen)

Luftdruck-, Federdruck- und Co2-Waffen mit Prüfzeichen (zum Beispiel Luftgewehr)

Führen verboten

Anscheinswaffen (zum Beispiel Softair-Waffen über 0,5 Joule Bewegungsenergie)

Hieb- und Stoßwaffen (zum Beispiel (Teleskop-)Schlagstock, Bajonett, Degen, Dolch, Säbel, Schwert)

Einhandmesser

Generelles Verbot

Bei öffentlichen Veranstaltungen sowie bei Demonstrationen oder Versammlungen in der Öffentlichkeit verbieten das Versammlungsgesetz und das Waffengesetz ausnahmslos das Mitführen von Waffen.

Quelle: Berliner Polizei

Seit Ende Oktober 2009 besteht für deutsche Luftfahrtunternehmen eine Meldepflicht für Laser-Attacken. In den ersten elf Monaten 2016 wurden 202 Blend-Angriffe im In- und Ausland registriert, davon 129 in Deutschland. Die Zahlen gehen leicht zurück. 2013 waren dem Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig insgesamt noch 322 Attacken übermittelt worden, im vergangenen Jahr 234, davon 213 bis Ende November.

Hubschrauber-Pilot Andreas Helwig vermutet allerdings eine hohe Dunkelziffer. „Auch Autofahrer und Lokführer melden nicht jeden Vorfall“, sagt der Sicherheitsmanager der DRF Luftrettung und Leiter der Station in Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg).

Legaler Waffenbesitz in Deutschland: Immer mehr Menschen mit Kleinem Waffenschein

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Die Nachfrage nach dem Kleinen Waffenschein steigt rapide an – innerhalb des letzten Jahren um über 60 Prozent. Für das Innenministerium zeigen die Zahlen die Verunsicherung und das Sicherheitsbedürfnis vieler Menschen.

Selbst vor Rettungshubschraubern machen die Laser-Angreifer nicht Halt. Ende November traf es die Besatzung von „Christoph 41“, nachdem sie einen Notfallpatienten ins Uniklinikum Tübingen transportiert hatte. „Das ist kein Dumme-Jungen-Streich, das ist lebensgefährlich für uns“, betont Helwig.

Ein gefährlicher Eingriff in den Bahn-, Schiffs- oder Luftverkehr wird mit Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren geahndet. „Wenn überhaupt einmal Täter gefasst werden, ist bei uns die Strafverfolgung zu lasch“, kritisiert der Laserphysiker Klaus Dickmann, der ein dreijähriges Forschungsprojekt zur Gefährdung durch Blend-Attacken geleitet hat.

Kommentare (1)

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Herr Mark Hofmann

16.12.2016, 17:20 Uhr

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