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03.01.2011

23:09 Uhr

Lebensmittelskandal

Fettsäure Ursache für Dioxin in Tierfutter

Die Ursache des Dioxin-Skandals scheint gefunden: Futter für Hühner, Puten und Schweine ist verseucht worden, weil bei der Herstellung eine nur für technische Zwecke bestimmte Fettsäure verwendet wurde. Die Behörden mehrerer Bundesländer hatten zuvor drastische Sofortmaßnahmen ergriffen.

Fettsäure scheint die Ursache für die Dioxin-Verunreinigung des Tierfutters gewesen zu sein. DAPD

Fettsäure scheint die Ursache für die Dioxin-Verunreinigung des Tierfutters gewesen zu sein.

HB HANNOVER. Futter für Hühner, Puten und Schweine ist mit Dioxin verseucht worden, weil bei der Herstellung eine nur für technische Zwecke bestimmte Fettsäure verwendet wurde. Ein Sprecher des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sagte dem "Westfalen-Blatt", ein Futtermittelhersteller in Schleswig-Holstein habe die technische Mischfettsäure zur Herstellung von Futterfett verwendet.

527 Tonnen dieses Futterfetts gingen dann an sieben Futtermittelbetriebe in Niedersachsen, drei Futtermittelhersteller in Nordrhein-Westfalen und jeweils einen Hersteller in Hamburg und Sachsen-Anhalt. Diese zwölf Hersteller hätten Höfe unter anderem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen und Brandenburg beliefert, sagte der Behördensprecher der Zeitung.

Die Behörden mehrerer Bundesländer veranlassten am Montag drastische Sofortmaßnahmen, um den Schaden für Verbraucher und Landwirtschaft einzugrenzen. Nach einer Telefonkonferenz der Ministerien mehrerer Bundesländer sperrte Niedersachsen am Montag vorsichtshalber 1000 Legehennen-Farmen, Schweine- und Putenzuchtbetriebe.

In Nordrhein-Westfalen wurden am Montag 8000 Legehennen getötet, die mit Dioxin verseuchtes Futter gefressen hatten. Die Tiere einer Hühnerfarm im Kreis Soest sollten nach Auskunft des Kreisveterinärs Wilfried Hopp verbrannt werden. Er rechnet damit, dass etwa 120 000 dioxinbelastete Eier des Betriebes in den Verkauf gelangt sind. "Wir bekommen noch einige tausend aus dem Handel zurück."

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sah zunächst keine Gefahr für Verbraucher. "Eine akute Gesundheitsgefahr besteht nicht", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums erklärte in Berlin: "Entscheidend ist, dass verunreinigtes Futter sichergestellt wird und belastete Produkte nicht in den Handel gelangen."

Der Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch in Uetersen in Schleswig-Holstein kaufte nach eigenen Angaben jahrelang Reste aus der Biodieselherstellung sowie der Nahrungsmittelindustrie auf und verarbeitet sie für Viehfutter. "Wir waren leichtfertig der irrigen Annahme, dass die Mischfettsäure, die bei der Herstellung von Biodiesel aus Palm -, Soja- und Rapsöl anfällt, für die Futtermittelherstellung geeignet ist", sagte Geschäftsführer Siegfried Sievert dem "Westfalen-Blatt".

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