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15.06.2016

10:39 Uhr

Led-Zeppelin-Ballade

„Stairway to Heaven“ geklaut?

„Stairway to Heaven“ ist eine der bekanntesten Balladen der Rockgeschichte. Doch die Band Spirit sagt, das Intro sei abgekupfert. Ein US-Gericht versucht nun in einem Plagiatsprozess die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Stairway to Heaven-Prozess

Hören sie selbst: Haben Led Zeppelin geklaut?

Stairway to Heaven-Prozess: Hören sie selbst: Haben Led Zeppelin geklaut?

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Los AngelesLed Zeppelin hat die Anfangsklänge des Songs „Stairway to Heaven“ laut einem Anwalt der Rockband nicht bei einem anderen Künstler gestohlen. Es gebe keine Beweise dafür, dass der legendäre Riff abgeschrieben worden sei, sagte Anwalt Peter Anderson am Dienstag während einer Verhandlung wegen Plagiatsvorwürfen gegen die Gruppe in Los Angeles. Er werde nachweisen, dass die Songschreiber Robert Plant und Jimmy Page kein Urheberrecht verletzt hätten, versicherte Anderson.

Die Nachlassverwalter des Gitarristen Randy Wolfe von der US-Band Spirit behaupten, dass die Anfangssequenz des Hits aus dem Jahr 1971 vom Lied „Taurus“ kopiert worden sei. Dieses schrieb Wolfe bereits 1966 oder 1967. Er war im Jahr 1997 in Hawaii bei dem Versuch ertrunken, seinen Sohn zu retten.

Led Zeppelin und Spirit waren in dieser Zeit auf einigen Konzerten und Festivals aufgetreten, nicht aber auf derselben Bühne. Im April hatte ein Richter entschieden, dass die bei den Gerichtsterminen präsentierten Beweise darauf hindeuteten, dass Led Zeppelin „Taurus“ gehört haben könnte, bevor die Band ihren Song schrieb.

Ein Anwalt von Nachlassverwalter Michael Skidmore, Francis Malofiy, widersprach den Angaben des Led-Zeppelin-Vertreters. „Das war ein Song, den Randy California für die Liebe seines Lebens, Robin, geschrieben hat“, sagte er. Randy California ist der Künstlername, unter dem Wolfe bekannt war. Niemand habe ahnen können, dass das Lied in die Hände von Jimmy Page hätten fallen können, der daraus das Intro von „Stairway to Heaven“ gemacht habe, so Malofiy.

Page und Plant saßen beide in dunkelgrauen Anzügen und weißen Hemden im Gerichtssaal. Sie hörten sich schweigend das berühmte Anfangs-Riff an, als es zu Beginn der Verhandlung abgespielt wurde. Ihr Anwalt spielte anschließend eine Klavierversion von „Taurus“ ab, die nur eine geringe Ähnlichkeit mit dem Led-Zeppelin-Song hatte. Malofiy dagegen spielte Gitarrenversionen beider Lieder ab, die sich ähnlicher anhörten.

„Stairway to Heaven“ hat über die Jahre Hunderte Millionen Dollar eingespielt. Plagiatsvorwürfe gibt es in der Musikbranche immer wieder, zuletzt etwa vergangenes Jahr gegen Robin Thicke und Pharrell Williams: Eine Jury hatte befunden, dass die beiden bei ihrem 2013 veröffentlichten Erfolgs-Hit „Blurred Lines“ ein Lied von Marvin Gaye kopiert hatten. Gayes Kinder bekamen daraufhin zunächst 7,4 Millionen Dollar zugesprochen. Ein Richter reduzierte die Entschädigungssumme später. Ein Berufungsverfahren läuft.

Von

ap

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