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16.11.2016

11:21 Uhr

Legalisierung von Drogen

Denver erlaubt Marihuanakonsum in Bars und Restaurants

Seit vergangener Woche ist in acht weiteren US-Staaten der Konsum von Marihuana zum Freizeitgebrauch oder fürs Medizinische erlaubt. Denver geht nun einen Schritt weiter.

Interessierte Lokale in Denver müssen einen Plan vorlegen, um minderjährige Gäste vom Konsum abzuhalten. dpa

Legalisierung von Marihuana in den USA

Interessierte Lokale in Denver müssen einen Plan vorlegen, um minderjährige Gäste vom Konsum abzuhalten.

DenverDenver erlaubt als erste US-Stadt Marihuanakonsum in Bars und Restaurants. Dazu gab es in der Metropole im Staat Colorado vergangene Woche einen Volksentscheid. Dieser ging jedoch so knapp aus, dass Befürworter der Lockerung erst nach einer ganzen Woche ihren Erfolg verkündeten und die Gegner ihre Niederlage einräumten.

Die Initiative tritt in Denver mit sofortiger Wirkung in Kraft, doch gibt es einige Haken. Zunächst müssen interessierte Kneipen und Lokale das Einverständnis ihrer Nachbarn einholen, ehe sie für eine Lizenz infrage kommen. Gäste müssen zudem ihr eigenes Marihuana mitbringen. Hintergrund ist das in Colorado geltende Verbot eines gemeinsamen Verkaufs von Lebensmitteln und Gras an einem Ort.

In teilnehmenden Kneipen dürfen Gästen zudem nur drinnen Marihuana konsumieren, solange es nicht geraucht wird. Das neue Gesetz sieht jedoch unter eingeschränkten Bedingungen als Option Raucherbereiche vor Bars vor. Interessierte Lokale müssen ihre Mitarbeiter zudem in der Marihuana-Nutzung schulen und einen Plan darüber einreichen, wie sie minderjährige Gäste vom Konsum abhalten wollen. Bewerber müssen aber auch Maßnahmen zur Vermeidung möglicher Überdosen bei Besuchern nennen.

Mason Tvert, Sprecher der Gruppe Marijuana Policy Projekt und Befürworter der neuen Regelung in Denver, zeigte sich zufrieden. Die Initiative werde dafür sorgen, dass weniger Touristen auf Gehwegen und in Parks Marihuana konsumierten, weil sie es woanders nicht könnten.

Bedenkenträger prophezeien indes, dass Nachbarschaften sich den an einer Lizenz interessierten Bars und Restaurants widersetzen würden. Zudem biete die Initiative der Öffentlichkeit keinen ausreichenden Schutz vor berauschten Gästen, erklärte die Gegnerin Rachel O'Bryan.

Vergangene Woche hatten nach Wahlen acht US-Staaten Marihuanakonsum für den Freizeitgebrauch oder medizinische Zwecke erlaubt, darunter Kalifornien. Dort sind künftig auch Haschisch-Clubs erlaubt.

Doch geht Denver nun mit der jüngsten Initiative, die auch andere öffentliche Orte wie Yoga-Studios und Kunstgalerien miteinbezieht, einen Sonderweg. Nach der Rechtslage im Staat Colorado, dessen Hauptstadt Denver ist, ist öffentlicher Marihuana-Konsum weder verboten noch erlaubt. Die Folge ist ein Sammelsurium verschiedener örtlicher Verordnungen. Es wird aber erwartet, dass das Parlament von Colorado im kommenden Jahr eine Vorlage prüft, die in allen Kommunen Klarheit über Marihuana-Konsum an öffentlichen Orten schaffen soll.

Von

ap

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