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02.06.2012

04:36 Uhr

Leichenteil-Pakete

Mörder von Montreal wird weltweit gesucht

Bei zwei kanadischen Parteien sind am Dienstag Päckchen mit Leichenteilen angekommen. Ihre Spur führte nach Montréal und zu einem Mordopfer aus China. Zum Tatverdächtigen werden immer mehr Details bekannt.

Leichenteile per Post verschickt

Video: Leichenteile per Post verschickt

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MontréalNach einem grausigen Mord in Kanada sucht die Polizei weltweit nach einem 29-jährigen Mann, der das Opfer zerstückelt und einzelne Leichenteile per Post verschickt haben soll. Die internationale Polizeibehörde Interpol mit Sitz im französischen Lyon schrieb Luka Rocco Magnotta zur Fahndung aus. Bei dem Opfer handelt es sich um einen 32-jährigen chinesischen Studenten, wie die kanadische Polizei am Freitag mitteilte.

Magnotta ist auch unter den Pseudonymen Eric Clinton Newman und Vladimir Romanov bekannt. Auf verschiedenen Internetseiten wird er als gescheiterter Porno-Darsteller beschrieben, er soll außerdem auf den Strich gegangen sein.

Magnotta würden vorsätzlicher Mord und Leichenschändung vorgeworfen, teilte die Polizei in Montréal auf einer Pressekonferenz mit. Bei dem Opfer handle es sich um einen aus der zentralen Provinz Hubei stammenden Chinesen, der seit Juli in Kanada studiert habe und mit dem Täter bekannt gewesen sein soll.

Im kanadischen Ottawa war am Dienstag ein verwesender Fuß in einem Paket bei der konservativen Regierungspartei eingegangen. Ein weiteres Paket mit einer abgetrennten Hand sollte an die liberale Partei gehen, wurde aber in einem Postamt abgefangen.

Beide Pakete wurden in Montréal aufgegeben. Die Körperteile gehören offenbar zu der männlichen Leiche, die ebenfalls am Dienstag ohne Kopf in Montréal gefunden wurde.

Magnotta werde vorgeworfen den Mord in der Nacht zum 25. Mai begangen und einen Tag später nach Europa geflohen zu sein, sagte ein Polizeisprecher in Montréal weiter. Zum Land machte er keine Angaben. Es sei zudem möglich, dass er unter falschem Namen wieder nach Kanada zurückgekehrt sei. Die Polizei gab sich aber zuversichtlich, den Flüchtigen bald festnehmen zu können.

Die kanadische Polizei untersuchte die Wohnung des Tatverdächtigen in Montreal. AFP

Die kanadische Polizei untersuchte die Wohnung des Tatverdächtigen in Montreal.

Eine Untersuchung soll nun klären, ob die Hand und der Fuß zu der Leiche gehören, und ob sie abgetrennt wurden, als der Mann noch am Leben war. In der Umgebung des Fundorts durchsuchte die Polizei eine verdächtige Wohnung. Ein CBC-Reporter erhielt nach eigenen Angaben Zutritt und berichtete von Blutspuren auf einer Matratze.

Zu Medienberichten, Magnotta sei in Frankreich, erklärte die dortige Polizei, darauf habe sie keine Hinweise. Aus Flughafenkreisen verlautete, Passagiernamen auf entsprechenden Listen würden geprüft, bislang aber ohne Erfolg.

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