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06.12.2011

15:09 Uhr

Leisere Töne in der Werbung

TV-Spots sollen künftig stiller werden

VonLara Lücker

Man kennt es und man liebt es - nicht. Wechselt man den Sender, oder wird das TV-Programm von einer Werbepause unterbrochen, schallt einem plötzlich ein um Längen lauterer Ton entgegen. Doch damit soll bald Schluss sein.

Zur kommenden IFA soll die neue Tonrichtlinie umgesetzt werden. ap

Zur kommenden IFA soll die neue Tonrichtlinie umgesetzt werden.

Eine romantische Liebeszene bei Sonnenaufgang am Meer, das Rauschen der Wellen ... und auf einmal dröhnende Werbung. Dass TV-Spots auffallen sollen, liegt zwar in ihrer Natur – doch dem Zuschauer gehen die oft erschreckend lauten Töne zunehmend auf die Nerven. Plakatwerbung brüllt einen wenigstens nur mit großen Buchstaben an.

Weil neben der Werbung auch die Beschwerden immer lauter wurden, hatte die ARD sich bereits entschieden, zum Jahreswechsel die Lautstärke der Werbeblöcke zurückschrauben, so der Stand im vergangenen November. Wie das Fachmagazin „Werben und Verkaufen“ (WuV) nun bekanntgab,  soll die neue „internationale Empfehlung zur Lautheitsmessung und -aussteuerung“ nun aber für öffentlich-rechtliche und private Sender zugleich gelten.

Das beschlossen diese offenbar in einem gemeinsamen Gespräch, so teilten es die Pressestelle der ARD und der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) mit, dem sich unter anderem auch ProSiebenSat1 angeschlossen hatte. Ursprünglich hielten sich die privaten Sender noch zurück und wollten abwarten, vermutlich um ihre wertvollen Werbekunden nicht zu vergraulen.

Wichtiger Bestandteil der Diskussion war, den Sendern genug Vorlaufzeit zu lassen. Als Starttermin für die neue einheitliche Lautstärke wurde der 31. August 2012 genannt, also der Zeitraum um die nächste Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin. Auch die ARD will, entgegen der ursprünglichen Planung, die Anpassung der Lautstärke mit den anderen Sendern abstimmen.

Für die gleichzeitige Umstellung der Sender hatte sich zuvor bereits der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA ausgesprochen, damit den Werbeproduzenten der hohe Aufwand erspart bleibt. Denn diese müssten in Konsequenz ihre Werbefilme in mehrfacher Tonausführung herstellen. Die Umstellung an sich begrüßt der Verband hingegen sogar. Der Höreindruck werde so harmonischer, heißt es.

Die neue Tonnorm soll bewirken, dass die Lautstärke der Sender - ob nun Programm oder Werbeblöcke - vereinheitlicht wird. Der Werbung soll dabei insgesamt leiser werden als die übrigen Sendung.

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