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17.03.2011

09:47 Uhr

Löschversuche

Teilerfolg am Katastrophen-Meiler Fukushima

Teilerfolg am AKW Fukushima: Wasserwerfer des Militärs trafen das Becken mit den Brennstäben. Zuvor zwang starke Radioaktivität Löschfahrzeuge der Polizei zum Rückzug. Derweil verschärft sich die Flüchtlingssituation.

AKW Fukushima Daiichi: Auch die Wasserwerfer brachten nicht den gewünschten Erfolg. Quelle: dapd

AKW Fukushima Daiichi: Auch die Wasserwerfer brachten nicht den gewünschten Erfolg.

Hiroshima/Tokio/Berlin/Wien/LondonNachdem zunächst Wasserwerfer der Polizei ihren Löschversuch am Reaktor 3 des Katastrophen-Meilers Fukushima Daiichi abbrechen mussten, haben Spezialfahrzeuge des japanischen Militärs am Donnerstag das AKW mit rund 30 Tonnen Wasser bespritzt. Den Einsatz an der Reaktor-Ruine bewertete der Betreiber Tepco als Erfolg: Es sei Dampf aufgestiegen, folglich hätten die Wasserwerfer das Becken mit den Brennstäben getroffen, zitierte die Nachrichtenagentur Kyodo einen Tepco-Sprecher. Der Einsatz wurde kurz vor 21.00 Uhr (Ortszeit) zunächst beendet, wie der staatliche Fernsehsender NHK meldete.

Bei den Wasserwerfern handelt es sich um Spezialfahrzeuge des Militärs, wie sie sonst etwa bei Flughafen-Bränden zum Einsatz kommen. Ihre Wasserkanonen können rund 80 Meter weit spritzen. Diese Fahrzeuge rückten gegen 17.00 Uhr Ortszeit an. Um 19.35 Uhr begann der erste Wagen seinen Einsatz, zehn Minuten später der zweite. Der Einsatz soll am Freitag weitergehen.

Nach dem der Einsatz von Helikoptern zur Löschung des Reaktors keinen wesentlichen Erfolg brachte, setzte am Donnerstag zunächst die japanische Polizei zusätzlich Wasserwerfer ein, um einen GAU zu verhindern. Doch nur wenig später musste dieses Vorhaben abgebrochen werden. Wie das japanische Fernsehen berichtete sei der Grund dafür die hohe Radioaktivität gewesen. Die Belastung stieg demnach von 3,7 auf 4 Millisievert pro Stunde. In Deutschland liegt der Grenzwert für zusätzliche radioaktive Strahlung bei 1 Millisievert pro Jahr.

Über Block 2 in Fukushima stieg erneut Rauch auf. Dies zeigten Satellitenfotos, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Bei einer Explosion und einem schweren Brand war dort bereits am Dienstag auch die innere Hülle des Reaktors (Containment) beschädigt worden. Das verschärfte die Gefahr durch diesen Block. Große Sorge bereitet der AKW-Notbesatzung auch der Zustand des Meilers Nummer 4. Dort liegen die Kernbrennstäbe außerhalb der stählernen Schutzhülle offen in einem Abklingbecken, dessen Wasser verdampft.

„Am wichtigsten ist jetzt, große Wassermengen auf die Reaktorblöcke 3 und 4 zu schütten, vor allem um die Kühlbecken zu füllen“, sagte Hidehiko Nishiyama, Sprecher der nationalen Agentur für Atomsicherheit der Agentur Kyodo. Die Brennelemente in Reaktor 3 enthalten hochgiftiges Plutonium und liegen teilweise frei. Die wichtige innere Reaktorhülle des Blocks 3 sei möglicherweise beschädigt, hatte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch berichtet. Später hieß es, die Hülle sei intakt. Die Angaben der Behörden sind seit Tagen oft widersprüchlich.

Kommentare (6)

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17.03.2011, 12:18 Uhr

Und wo läuft anschließen das ganze Wasser hin? Ins Meer. Na dann guten Appetit bei japanischen Meerestieren. Allerdings ist das möglicherweise noch das kleinere Übel. Aber die Auswirkungen werden die Welt noch lange beschäftigen.

almbaer

17.03.2011, 12:31 Uhr

warum nehmen die Japaner keine Feuerlöschboote? Die haben doch noch stärke Wasserkanonen und auf den Luftaufnahmen sieht man doch, dass da direkt ein Hafenzugang ist.

mawi

17.03.2011, 16:01 Uhr

wohl eher in die Luft da das meiste vermutlich verdampft.... der andre Teil wieder ins Meer wohin sonst?
Traurig aber Wahr.

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