Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.11.2011

12:47 Uhr

L'Oréal Erbin

Bettencourt bleibt unter Vormundschaft

Trotz ihres erbitterten Familienstreits bleibt die 89-jährige L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt vorerst unter Vormundschaft ihrer Tochter

L'Oreal Erbin Liliane Bettencourt und ihre Tochter Francoise Meyers-Bettencourt. dapd

L'Oreal Erbin Liliane Bettencourt und ihre Tochter Francoise Meyers-Bettencourt.

ParisEin Gericht in Versailles bei Paris wies einen Einspruch der reichsten Frau Frankreichs am Freitag bis zur Entscheidung in der Hauptsache zurück, wie die Anwälte beider Seiten mitteilten. Die alte Dame war vor rund einem Monat wegen fortschreitender Demenz entmündigt worden; die Verwaltung ihres Vermögens wurde der 58-jährigen Tochter Françoise Bettencourt-Meyers und ihren zwei Enkeln übertragen. Mutter und Tochter hatten sich über Jahre einen öffentlich ausgetragenen, heftigen Streit geliefert.

Das Berufungsgericht in Versailles will am 14. Dezember in der Hauptsache über den Einspruch der L'Oréal-Erbin entscheiden. Die Anwälte von Liliane Bettencourt hatten die vorläufige Aufhebung der Vormundschaft beantragt. Neben der Verwaltung des Vermögens durch die Tochter hatte das Gericht im Oktober auch entschieden, dass die Milliardärin persönlich unter Vormundschaft ihres ältesten Enkels Jean-Victor Meyers gestellt wird, der 25 Jahre alt ist. Anfang November hatte die 89-Jährige

signalisiert, dass sie die Entmündigung akzeptiere, wenn ihrem ältesten Enkel die gesamte Vormundschaft übertragen werde. Der Versuch des Gerichtes, eine Einigung der Streitparteien zu erreichen, scheiterte vergangene Woche.

Die einzige Tochter der alten Dame hatte schon lange die Entmündigung ihrer Mutter vorangetrieben, weil sie Liliane Bettencourt von Mitarbeitern und Beratern ausgebeutet sieht. So hatte sie dem Künstler François-Marie Banier vorgeworfen, ihre Mutter um fast eine Milliarde Euro in Form von Gemälden, Immobilien, Lebensversicherungen und Schecks erleichtert zu haben. In einem medizinischen Gutachten hatten Ärzte eine fortschreitende Demenz der Milliardärin festgestellt.

Der Familienstreit hatte eine Reihe von Affären ausgelöst, die im vergangenen Jahr auch die konservative Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy erschütterten. Neben Steuerhinterziehung wurde der L'Oréal-Hauptaktionärin vorgeworfen, illegale Parteispenden an die konservative Regierungspartei UMP übergeben zu haben. So untersuchte die Justiz, ob eine illegale Spende von 150.000 Euro in den Präsidentschaftswahlkampf von Sarkozy im Jahr 2007 floss. Liliane Bettencourt hatte angekündigt, im Falle einer Entmündigung ins Ausland zu gehen. Das Vermögen der Hauptaktionärin des Kosmetikkonzerns L'Oréal wird laut US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ auf 17 Milliarden Euro geschätzt.

 

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×