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19.10.2013

16:42 Uhr

Losbuden im Preiskampf

Schausteller klagen über Umsatzrückgang

Quelle:dpa

Die Welt der Schausteller klingt für viele reizvoll. Doch die Umsätze sinken, die Kosten steigen und die Konkurrenz ist größer geworden - von der Losbude bis zum großen Fahrgeschäft, klagen Betreiber.

Der 73-jährige Schausteller Karl-Heinz Fehrensen präsentiert in seiner Losbude „Glücks-Prinz“ die aktuellen Hauptgewinne. Es sind Fantasie-Stofffiguren aus dem Film „Die Minions“. Als Kind liebte er das Schausteller-Leben. Jetzt macht er immer mehr Verluste. dpa

Der 73-jährige Schausteller Karl-Heinz Fehrensen präsentiert in seiner Losbude „Glücks-Prinz“ die aktuellen Hauptgewinne. Es sind Fantasie-Stofffiguren aus dem Film „Die Minions“. Als Kind liebte er das Schausteller-Leben. Jetzt macht er immer mehr Verluste.

BremenDer Duft von gebrannten Mandeln, dröhnende Musik aus allen Richtungen und juchzende Menschen im wild drehenden Karussell gehören seit Jahrzehnten zum Flair der Volksfeste. Das Leben der Schausteller, die Jahr für Jahr über die Jahrmärkte ziehen, wird nach ihren Angaben aber immer schwieriger. „Es ist heute sehr stressig und es gibt viel Konkurrenz“, sagt etwa der Bremer Schausteller Karl-Heinz Fehrensen. Der 73-Jährige stammt aus einer Schaustellerfamilie, die schon im 19. Jahrhundert auf Märkte reiste. Auf dem Bremer Freimarkt steht Fehrensen mit seiner Losbude „Glücksprinz“. „Unser Geschäft hat in vier Jahren 60 bis 70 Prozent Verlust gemacht, die Umsätze sind nicht mehr da.“

Wo die Deutschen am liebsten shoppen

Kudamm

Berlin hat zwar neben München die meisten Spitzenlagen insgesamt, kommt aber in der Top Ten der erfolgreichsten Einkaufsmeilen nicht vor. Der innerstädtische Konkurrenzkampf ist wahrscheinlich zu groß: Neben dem Kudamm zählen Tauentzienstraße, Alexanderplatz, Wilmersdorfer Straße und Friedrichstraße zu den „Hochfrequenz"-Einkaufsmeilen. Das bedeutet mehr als 5000 Menschen laufen hier pro Stunde entlang.

Das Segment der Luxusstraßen führt die Düsseldorfer Königsallee (5.935) unangefochten an, liegt im Gesamtranking aber auf Platz 33. Nach ihr kommt mit einigem Abstand erst der Neue Wall in Hamburg (2.835) und dann auf Platz 3 die Stuttgarter Stiftstraße (2.310). Darauf folgen die Münchner Maximilianstraße (1.800) und die Goethestraße in Frankfurt (1.520).

Neuhauser Straße

Platz 10: Die Neuhauser Straße ist nicht mehr Münchens meistbesuchte Straße. Waren es 2011 noch 13.515 Passanten, die pro Stunde hier entlang liefen, sind es inzwischen 9275 Fußgänger.

Ludgeristraße

Platz 9: Die Ludgeristraße in Münster ist seit 1969 reine Fußgängerzone. Sie beginnt am südlichen Ende des Prinzipalmarktes, und verläuft an den Münster Arkaden vorbei, hin zum Ludgeriplatz. 2008 hatte die Straße erstmals den Sprung in die Gruppe der zehn erfolgreichsten Einkaufsmeilen geschafft und war direkt auf Platz 4 gelandet. Insgesamt 9420 Passanten wurden hier pro Stunde gezählt.

Westenhellweg

Platz 8: Der Westenhellweg ist Dortmunds größte Einkaufsstraße. Die Fluglinie Easyjet warb im Ausland mit der „Prachtstraße", um Flüge in die westfälische Stadt an den Mann zu bringen. Der Verlauf der Straße hat eine lange Geschichte: Es handelt sich um einen mittelalterlichen Heer- und Handelsstraße, die schon Karl der Große genutzt haben soll.

Spitaler Straße

Platz 7: Auf der Spitaler Straße in Hamburg wurden 9840 Passanten pro Stunde gezählt.

Flinger Straße

Platz 6: Die Flinger Straße in Düsseldorfs Altstadt schafft es zum ersten Mal nach weiter vorn im Ranking: Mit 10.150 Passanten springt sie von Platz 29 nach vorn. Auf der bisher beliebtesten Einkaufsstraße der Stadt finden umfangreiche Bauarbeiten statt, daher rühre die Verschiebung der Verhältnisse begründen die Mache der Studie von Jones Lang LaSalle.

Mönckebergstraße

Platz 5: Eine zweite Hamburger Einkaufsmeile, die es unter die ersten zehn geschafft hat, ist die Mönckebergstraße mit 10.380 Passanten pro Stunde. Sie wurde 1909 dem Verkehr übergeben und benannt nach dem ehemaligen Bürgermeister der Hansestadt, Johann Georg Mönckeberg, der im Vorjahr der Einweihung gestorben war.

Königsstraße

Platz 4: Die Königsstraße in Stuttgart misst immerhin 1,2 Kilometer. Sie durchzieht die baden-württembergische Landeshauptstadt: Vom Hauptbahnhof führt sie am Schlossplatz, dem Kunstmuseum und einigen Landesministerien vorbei. 11.335 Passanten bewegen sich hier pro Stunde entlang.

Zeil

Platz 3: Die Zeil in Frankfurt am Main. Die Einkaufsstraße in Deutschlands Finanzmetropole ist die am stärksten frequentierte Shopping-Meile in der Republik. In den 70er Jahren wurde aus der Zeil eine reine Fußgängerzone. Mit 500 Metern Länge gehört die Einkaufspassage in Frankfurt zum mittleren Schnitt. Jahresmiete pro Quadratmeter: 3.480 Euro, Monatsmiete pro Quadratmeter: 290 Euro, Veränderung zum Vorjahr: + 7,4 Prozent.

Schildergasse

Platz 2: Schildergasse in Köln. Vor allem zur Weihnachtszeit drängen sich durch die schmale Einkaufspassage unglaubliche Menschmassen. Dann ist es kaum möglich von der einen Straßenseite zur anderen zu gelangen. Das kann in der vorweihnachtlichen Zeit gut und gerne mal eine kleine Ewigkeit dauern. Insgesamt ist die Schildergasse rund 500 Meter lang. Untersuchungen haben ergeben, dass in diesem Jahr durchschnittlich knapp 13.000 Besucher pro Stunde die Einkaufsstraße durchliefen.

Kaufingerstraße

Platz 1: Kaufingerstraße in München. Die Kaufingerstraße ist das teuerste, was Deutschland zu bieten hat. 1239 wird die Straße erstmals erwähnt, als Zeuge tritt damals der Patrizier Chunradius Choufringer auf, der dann als Namensgeber diente. Jahresmiete pro Quadratmeter: 4.200 Euro, Monatsmiete pro Quadratmeter: 350 Euro, Veränderung zum Vorjahr: + 6,1 Prozent.

Die Spielerei sei ein Faible seines Vaters gewesen. Jahrelang sei er mit ihm von Ende März bis Anfang November von Jahrmarkt zu Jahrmarkt gezogen. „Als junger Mensch war es fantastisch, ich habe es geliebt“, sagt Fehrensen rückblickend. 1961 machte er sich mit einem Losgeschäft selbstständig. Er schwärmt von den alten Zeiten, als mit Gewinnen wie „Wum“, „Bugs Bunny“ und den „Schlümpfen“ der Losabsatz stieg. „Damit konnte man zum Loskauf animieren.“ Heute habe jeder Haushalt einen Keller voller Stofftiere. In diesem Jahr gibt es bei Fehrensen die Fantasie-Figuren aus dem Film „Die Minions“ als Hauptpreis. Er hofft, dass sie in Bremen bei den Kindern angekommen.

Kommentare (1)

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Sandra12

21.10.2013, 15:00 Uhr

Tja, das große Problem ist, dadurch dass die Schausteller auch leben müssen, wird alles natürlich teurer, aber die Löhne der potenziellen Besucher steigen nicht wirklich, und daher überlegt eine Familie es sich 3 - 4 mal, ob sie auf einen Jahrmarkt geht oder nicht.

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