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23.04.2015

14:14 Uhr

Lotto-Jackpot

Die Gier aufs große Geld

Am Freitag geht's beim Eurojackpot um die Rekordsumme von 62 Millionen Euro. Die Wahrscheinlichkeit für den richtigen Tipp ist verschwindend gering. Trotzdem wird fleißig Lotto gespielt. Forscher können das erklären.

Auf den gewaltigen Gewinn von 62 Millionen Euro können Lottospieler im Eurojackpot am Freitag hoffen. Laut der Westdeutschen Lotterie ist es bislang die höchste Summe in einem Lotterie-Topf in Deutschland. dpa

Rekordgewinn möglich

Auf den gewaltigen Gewinn von 62 Millionen Euro können Lottospieler im Eurojackpot am Freitag hoffen. Laut der Westdeutschen Lotterie ist es bislang die höchste Summe in einem Lotterie-Topf in Deutschland.

MünsterWie wahrscheinlich ist es, mit geschlossenen Augen zwei rot gefärbte Grashalme auf einem riesigen Fußballfeld zu finden? Die eigene Hand greift wohl eher nach zwei der rund 160 Millionen grünen Halme auf der Spielfläche. Wer würde dieser Behauptung widersprechen? Den Eurojackpot an diesem Freitag zu knacken, ist ungefähr genauso (un-)wahrscheinlich.

Trotzdem machen sich viele Menschen Hoffnung, den Rekord-Gewinn von 62 Millionen Euro für sich einzusacken. Am Freitag werden in Helsinki die Zahlen gezogen. Achtmal in Folge wurde der Jackpot nicht geknackt. Jetzt steht eine Rekordsummen auf dem Spiel. Beim Eurojackpot müssen 5 aus 50 sowie 2 aus 10 Zahlen richtig getippt werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei 1:95 Millionen.

„Wir Menschen sind nicht in der Lage, solche Wahrscheinlichkeiten zu begreifen. Je kleiner sie sind, desto unvernünftiger wird unser Handeln“, erklärt Andreas Heuer. Der Professor leitet das Institut für Physikalische Chemie an der Uni Münster.

Wissenswertes zum Mittwochslotto

Die Anfänge

Das Mittwochslotto ging zum ersten Mal am 28. April 1982 im ZDF auf Sendung.

Das Image

Weil ein Spiel dabei deutlich weniger kostete als beim Samstagslotto wurde es zunächst als „Billig- oder Hausfrauenlotto“ belächelt.

Der Stellenwert

Inzwischen ist es aber neben der traditionell in der ARD übertragenen Samstags-Ziehung zu einem festen Termin im Lotto-Alltag vieler Spieler geworden.

Die Ausschüttung

Von den allein am vergangenen Mittwoch eingesetzten knapp 23,7 Millionen Euro werden wie bei jeder Ziehung 50 Prozent auf acht Gewinnklassen verteilt ausgeschüttet.

Die Millionäre

In der Geschichte des Mittwochslottos wurden mehrere Hundert Zocker zu Millionären gemacht - bei einem Spieleinsatz von mindestens 75 Cent für sechs Kreuze in einem Kästchen.

Die Glückszahl

Die häufigste Glückszahl war nach Angaben des Deutschen Lotto- und Totoblocks die 43, die bis zum 3. April dieses Jahres 307 Mal gezogen wurde. Am schlechtesten sah es für die 21 mit nur 227 Treffern aus.

Um der Unfähigkeit des menschlichen Gehirns bei niedrigen Wahrscheinlichkeiten auf die Sprünge zu helfen, nutzt Heuer gerne Bilder. Als Fußball-Fan hat er sich das Beispiel von den Grashalmen ausgedacht und umgerechnet, wie viele Halme ein ganzes Feld hat, wenn auf einem Quadratmeter 25 000 davon aus dem Boden sprießen.

Wahrscheinlichkeiten auszurechnen sei für seine Studenten kein Problem, diese intuitiv in der Praxis anzuwenden aber schon. Beim Thema Lotto rät der Wissenschaftler zu einer unverkrampften Annäherung: „Vielleicht ist es vernünftig, unvernünftig zu sein. Die Leute sollen einfach Spaß haben, wenn sie den Schein ausfüllen.“ Er selbst spielt kein Lotto.

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