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05.01.2004

11:48 Uhr

Lungenseuche

Neuer Sars-Fall beunruhigt China

China hat einen neuen Fall der gefährlichen Lungenkrankheit Sars offiziell bestätigt. Die Regierung will nun Tausende Katzen töten und Märkte für Wildtiere schließen, um eine Ausweitung der Krankheit zu verhindern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verhält sich abwartend. Eine Reisewarnung für das Land gibt es noch nicht.

HB PEKING. Rund sechs Monate nach dem Ende des ersten Ausbruchs von Sars hat China einen neuen Fall der gefährlichen Lungenkrankheit bestätigt. Tests hätten ergeben, dass ein 32-jähriger Fernsehproduzent in der südchinesischen Stadt Guangzhou (Kanton) an der Krankheit leide. Das teilte das chinesische Gesundheitsministerium am Montag mit. Im Juli hatte die WHO das weltweite Ende der Epidemie verkündet, an der seit November 2002 etwa 800 Menschen starben, davon die meisten in China. Die Regierung in Peking kündigte an, rund 10 000 Zibetkatzen töten zu lassen und Märkte für Wildtiere zu schließen, um eine Übertragung der Krankheit vom Tier auf den Menschen zu verhindern.

Hongkong ührte vorsorglich Sars-Tests für Patienten mit Lungenentzündung ein, die sich zuvor in Guangdong aufgehalten hatten. Analysten warnten, der neue Sars-Fall könne am Dienstag an den Aktienmärkten in Asien die Kurse von Luftverkehrs- und Tourismustiteln drücken. Die Sars-Krankheitswelle hatte im vergangenen Winter besonders die asiatische Wirtschaft belastet und weltweit vor allem der Tourismusbranche Einbußen beschert. 8000 Menschen steckten sich an der Krankheit an.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, der neue Sars-Fall, sei noch kein Grund eine Reisewarnung für China auszusprechen. Ein westlicher Diplomat, der nicht genannt werden wollte, sagte, die Bestätigung des neuen Sars-Falls sei für ihn keine Überraschung. „Ich glaube nicht, dass er viele Auswirkungen hat, da die Regierung nach dem letzten Sars-Ausbruch ziemlich gute Maßnahmen zur Vorbeugung getroffen hat.“

Wiederholte Tests des Zentrums für Krankheitsbekämpfung in der Provinz Guangdong und des nationalen Krankheitsbekämpfungs- Zentrums seien mit WHO-Tests abgeglichen worden und hätten den Sars-Verdacht bestätigt, teilte das chinesische Gesundheitsministerium mit. 17 Menschen, die in engerem Kontakt zu dem Erkrankten standen, wurden den Angaben zufolge unter Quarantäne gestellt. Der Patient war im Dezember in ein Krankenhaus in Guangzhou eingeliefert worden, doch waren mehrere Tests nicht eindeutig ausgefallen. Nach Angaben der Ärzte berichtete der Patient, weder die Stadt verlassen noch das Fleisch wild lebender Tiere gegessen zu haben.

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