Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.05.2012

15:50 Uhr

Mädchen verschwunden

Öffnen von Mafiosi-Grab soll Entführung aufklären

1983 verschwand die Tochter eines Vatikan-Mitarbeiters - nun könnte der Fall aufgeklärt werden. Dazu wurde das Grab eines Mafiosi geöffnet, der die 15-Jährige entführt haben soll. Der Vatikan erlaubte die Exhumierung.

Basilika St. Apollinaris in Rom: In der Kirche liegt seit 29 Jahren der Mafioso Enrico De Pedis begraben. dpa

Basilika St. Apollinaris in Rom: In der Kirche liegt seit 29 Jahren der Mafioso Enrico De Pedis begraben.

RomFast 30 Jahre nach dem Verschwinden der Tochter eines Vatikan-Mitarbeiters ist erneut Bewegung in den Fall gekommen: Gerichtsmediziner und Ermittler kamen am Montag in der Krypta einer Basilika in Rom zusammen, um die Leiche des Mafiosis Enrico De Pedis zu exhumieren.

Seine frühere Lebensgefährtin soll ausgesagt haben, er habe die damals 15-Jährige entführt. Ein anonymer Anrufer sagte 2005 in einer Fernsehsendung, die Lösung des Falls liege im Grab von De Pedis.

Orlandi verschwand 1983, nachdem sie die Wohnung ihrer Familie im Vatikan verlassen hatte, um zur Musikstunde in Rom zu gehen. Ihr Vater war Mitarbeiter des Heiligen Stuhls. Zunächst gab es Spekulationen, das Verschwinden des Mädchens stehe in Zusammenhang mit dem versuchten Anschlag auf den damaligen Papst Johannes Paul II. und der Inhaftierung des Attentäters Ali Agca. De Pedis, ein Mitglied der Römer Bande Magliana, wurde 1990 getötet.

Der Vatikan erklärte im vergangenen Monat, er habe keine Einwände gegen eine Öffnung des Grabs. Der Ort von De Pedis' Grab in der Basilika Sant' Apollinare in Rom hat Fragen aufgeworfen, liegen in der Kirche doch sonst nur ranghohe Katholiken begraben.

Von

dapd

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×