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02.10.2012

20:41 Uhr

Männer nicht erwünscht

In Delhi fahren Busse nur für Frauen

In Indiens Hauptstadt Neu Delhi stehen die Menschen in den Bussen oft dicht an dicht. Männer nutzen die Gelegenheit gerne, um mit Frauen auf Tuchfühlung zu gehen. Nun haben die „Ladies“ ihre eigenen Busse bekommen.

Ein Bus speziell für Frauen in Neu Delhi. dpa

Ein Bus speziell für Frauen in Neu Delhi.

Neu Delhi„Ladies' Special“ steht auf der Front des Busses auf der Route 313. Drinnen sitzen gut gelaunte Frauen in pinkfarbenen und hellgrünen Saris, Zehenringe blitzen in Flip-Flops und goldene Ohrringe wackeln. Als ein junger Mann versucht einzusteigen, werden die Frauen laut - und werfen ihn kollektiv hinaus.

Im indischen Neu Delhi sind die Busse vor allem zu den Stoßzeiten morgens und abends überfüllt. „Dann benehmen sich die Männer nicht wie Gentlemen“, sagt die Software-Entwicklerin Anja Sharma, die mit einem der neuen Frauen-Busse gerade auf dem Weg zur Arbeit ist. „Sie fassen uns an und wir können nichts dagegen tun, wir können nichts dagegen sagen. Sie kommen von hinten, von vorne, von überall.“ In der prüden Gesellschaft Indiens hat das heimliche Begrabschen von Frauen sogar einen verharmlosenden Namen: „Eve Teasing“, Eva ärgern.

Die Delhi Transport Corporation schickt deswegen nun auf elf Routen zur Rush Hour reine Frauen-Busse auf die Straße. „Das läuft erstmal in einer Testphase und kann ausgebaut werden", sagt ein Sprecher. Jeden Tag gebe es mehr Pendler, die von den Wohngebieten zu den kommerziellen Zentren der Stadt gelangen wollten.

Bis zu zwei Millionen Menschen täglich nutzen für ihre Wege in Delhi die Metro - die ein eigenes Frauenabteil hat. Der erste Waggon der Untergrundbahn ist seit zwei Jahren für Frauen reserviert, eine pinkfarbene Linie trennt die Ladies von den tastenden Männerhänden. Wer sich als Mann trotzdem hineindrängt, muss eine Strafe zahlen - und manchmal wird er sogar von Reisenden oder weiblichem Wachpersonal hinausgeprügelt.

Doch obwohl Delhis Metro-Streckennetz eines der größten der Welt ist, erreicht es längst nicht alle der mehr als 16 Millionen Menschen. Außerdem ist der Bus mit fünf Rupien (sieben Cent) pro Kurzstrecke unschlagbar billig. Also steigen die Frauen zu: „Aber wenn sich die Männer an den Griffen festhalten, befindet sich meine Nase genau auf Achselhöhe. Der Geruch ist schrecklich“, beschwert sich eine 22-Jährige.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

03.10.2012, 09:00 Uhr

Aha, dass dafür aber die Busse für den allgemeinen Buxverkehr nicht mehr zur Verfügung stehen, interessiert niemanden? In den anderen "gemischten" Bussen wird es also noch enger. Tolle Errungenschaft. Aber Männer zu diskriminieren haben ja schon die europäischen Feministinnen erfolgreich als Fortschritt verkauft. Insbesondere in der Bildung und Ausbildung bei dem Freuen gefördert werden, Männer jedoch nicht. Trotz dass es auch typische "Frauenberufe" gibt, bei denen die Gesellschaft auch dringenden Nachwuchs benötigt. Quoten und Vorzugsbehandlung tun den Rest. Schön zu wissen, dass es im Ausland außerhalb unseres Kontinents nicht anders ist.

Hauck

03.10.2012, 11:11 Uhr

Denken wie vor fünfzig Jahren.
Als Mann fühlen Sie sich wohl bedroht mit der Emazipation der Frauen.

Account gelöscht!

03.10.2012, 11:36 Uhr

Sie schlafen noch! Als Mann sehen Sie die Welt durch die Augen der Frauen und erkennen nicht die Not der Lage. Aber es sind Männer wie Sie, die die Wahrheit nicht wahrnehmen wollen, eine Gefahr nicht nur für Männer sondern auch für die Jungs.

Übrigens: Emanzipieren Sie sich wenn Sie ein Mann sind.

Ich nehme es an, dass Sie ein Mann sind. Wenn es nicht stimmen sollte, dann ist Ihre Antwort nachvollziehbar.

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