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07.03.2014

12:18 Uhr

Magazin zu Franziskus

Berlusconi gibt Papst-Magazin heraus

VonMichael Stahl

Der Berlusconi-Verlag Mondadori nutzt die Popularität des Heiligen Vaters und startet ein wöchentliches Papst-Magazin. Bunt und ansprechend soll es sein – inklusive Fan-Poster.

Könnte Ärger machen: das Magazin „Il Mio Papa“ Screenshot

Könnte Ärger machen: das Magazin „Il Mio Papa“

Rom/New YorkWenn man ihn sieht oder reden hört, deutet nichts darauf hin: Doch Jorge Mario Bergoglio ist ein Superstar. Als Papst Franziskus hat der Argentinier bereits mehr als zwölf Millionen Follower auf Twitter, er ist für den Friedensnobelpreis nominiert und sein Konterfei zierte sogar die Titelseite des Musikmagazins „Rolling Stone“. Erst Anfang des Jahres verbreitete der Vatikan auf Twitter das Graffiti eines Unbekannten, das den Papst in Superman-Pose zeigt – mit ausgestreckter Faust und wehendem Umhang.

Nun bekommt der Pontifex kurz vor seinem ersten Jahrestag als oberster Hirte der katholischen Kirche sein eigenes Magazin. Am Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit der Christen, erschien in Italien die erste Ausgabe von „Il Mio Papa“ (Mein Papst).

Auf den rund 70 Seiten werden unter anderem Fotos sowie Ansprachen von Franziskus veröffentlicht und Einblicke in dessen Privatleben gewährt. In der Mitte des wöchentlich erscheinenden Magazins wird es laut des herausgebenden Verlags Mondadori immer ein Poster des Papstes geben mit einem Zitat der Woche. Außerdem werden die Leser aufgefordert, Briefe oder Gedichte einzureichen, die dann veröffentlicht werden.

Der tiefe Fall des Silvio Berlusconi

1. August 2013

Nach mehreren Prozessen ist Berlusconi erstmals rechtskräftig verurteilt. Das höchste Gericht Italiens bestätigt den Richterspruch der unteren Instanzen: vier Jahre Haft wegen Steuerbetrugs. Damit droht ihm unter anderem der Ausschluss aus dem Senat.

2. August 2013

Minister und Abgeordnete von Berlusconis Partei PdL (Volk der Freiheit) fordern eine Amnestie für ihn und drohen mit Rücktritt. Damit wäre die Koalition unter Regierungschef Enrico Letta am Ende.

22. August 2013

Berlusconi warnt erneut, seine Minister könnten die Regierungskoalition verlassen, sollte der Senat ihn per Votum zwingen, sein Parlamentsmandat niederzulegen.

29. August 2013

Auf Druck Berlusconis beschließt das Kabinett, eine umstrittene Immobiliensteuer abzuschaffen. Der Ex-Regierungschef hatte gedroht, die Koalition wegen dieser Steuer zu sprengen.

18. September 2013

Der Immunitätsausschuss stimmt in einem ersten Votum klar gegen Berlusconis Verbleib im Senat.

28. September 2013

Die fünf Minister der Berlusconi-Partei wollen zurücktreten, wie Vize-Regierungschef Angelino Alfano mitteilt. Am Tag zuvor hatte Letta die Vertrauensfrage angekündigt.

2. Oktober 2013

Der Senat spricht Letta das Vertrauen aus. Berlusconi hatte ihm zuvor nach einem überraschenden Schwenk Unterstützung zugesagt und die Regierung damit vor dem drohenden Aus bewahrt.

4. Oktober 2013

Der Immunitätsausschuss stimmt in einem weiteren Votum dafür, dass der 77-Jährige das Parlament in Rom verlassen soll.

19. Oktober 2013

Berlusconi soll zwei Jahre lang keine öffentlichen Ämter mehr ausüben. Das entscheidet ein Mailänder Berufungsgericht.

16. November 2013

Berlusconis politische Bewegung ist im Streit um die Regierungsbeteiligung zerbrochen. Er gibt seiner PdL den Namen Forza Italia zurück. Regierungstreue Abgeordnete um Alfano gründen eine eigene Gruppierung.

23./24. November 2013

Der 77-Jährige fordert Staatspräsident Giorgio Napolitano auf, ihn zu begnadigen. Napolitano lehnt ab.

25. November 2013

In einem offenen Brief appelliert Berlusconi an die Senatoren, seinen Ausschluss aus dem Parlament zu verhindern.

Quelle: dpa

Die Idee zu „Il Mio Papa“ kam den Machern zufolge, nachdem sie festgestellt hatten, wie populär der amtierende Papst schon kurz nach seiner Wahl war. Das Heft wird im ersten Monat in einer Gesamtauflage von drei Millionen Exemplaren erscheinen. 50 Cent soll es am Kiosk kosten.

Laut dem Mondadori-Verlag, an dem der italienische Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi die Mehrheit hält, soll das Magazin bunt, ansprechend und leicht zu lesen sein. „Es ist eine Art Fan-Magazin“, sagte der Chefredakteur Aldo Vitali der „New York Times“. Dennoch werde es keine Klatschgeschichten oder Paparazzi-Fotos geben. Stattdessen sollen bei „Il Mio Papa“ laut Vitali religiöse und moralische Themen im Vordergrund stehen.

Die „Papst-Bravo“ hat sogar das Ok von oberster Stelle: „Mein Papst“-Chefredakteur Aldo Vitali durfte dem Vatikan-Sprecher Federico Lombardi das Projekt vorstellen – und bekam noch Tipps aus dem Vatikan.

Der „Osservatore Romano“, die Tageszeitung des Apostolischen Stuhls, habe sogar einen kurzen Bericht über die Zeitschrift publiziert. „Es scheint also zumindest keine grundsätzlichen Bedenken gegeben zu haben. Immerhin haben sie uns nicht exkommuniziert“, sagte Vitali im Gespräch mit Spiegel Online.

Und was meint Franziskus zu dem neuen Magazin? Direkt zu dem Projekt geäußert hat er sich öffentlich nicht, allerdings zum generellen Hype um seine Person. „Ich mag diese Papst-Franziskus-Mythologie nicht“, sagte er am Mittwoch der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“. Auch der Papst sei „ein Mann der lacht, weint, geräuschvoll schläft und Freunde hat wie jeder andere auch. Ein normaler Mensch“. Allerdings einer mit eigenem Fan-Magazin.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

07.03.2014, 13:34 Uhr

FREITAG!

http://central.banktunnel.eu/20140307-1154-ecbint-pROOF-OF-LIFE

a propos (THEMENBEZIG!) papa:

http://papa-no-ill.urlto.name (oder, alternativ)
http://sch-einesystem.tumblr.com/post/78841071869/

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