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28.12.2015

14:26 Uhr

Malaysia Airlines

Flugzeug fliegt in die falsche Richtung los

Die Piloten einer Maschine von Malaysia Airlines flogen nach dem Start im neuseeländischen Auckland in die falsche Richtung los. Nach zwei Flugzeug-Katastrophen 2014 kämpft die Fluggesellschaft weiter um ihr Ansehen.

Wieder sorgt ein Flug von Malaysia Airlines für Schlagzeilen. Piloten flogen nach dem Start in die falsche Richtung los. ap

Teil der Flotte von Malaysia Airlines

Wieder sorgt ein Flug von Malaysia Airlines für Schlagzeilen. Piloten flogen nach dem Start in die falsche Richtung los.

Kuala LumpurDie von Unglücken geplagte Fluggesellschaft Malaysia Airlines sorgt mit einem neuen Vorfall für Schlagzeilen: Die Piloten eines Airbus A330 flogen nach dem Start im neuseeländischen Auckland am ersten Weihnachtstag in die falsche Richtung los.

Es habe acht Minuten gedauert, bis der Fehler bemerkt worden sei, berichteten Medien am Montag. Der Pilot habe schließlich bei der Flugaufsicht nachgefragt, warum die Maschine angewiesen worden sei, nach Süden zu fliegen - obwohl das Ziel Kuala Lumpur doch im Norden liege.

Eine Sprecherin der Fluggesellschaft sagte der Nachrichtenagentur AFP am Montag, es habe ein Flugplan-Problem gegeben, der Flugaufsicht in Auckland sei versehentlich ein veralteter Plan übermittelt worden. Die Airline versicherte, die Sicherheit von Passagieren und Crew sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen.

Das Verschwinden der Flüge MH370 und QZ8501 im Vergleich

Beide Maschinen verschwanden doch, ohne dass die Piloten Alarm auslösten?

Das stimmt. Allerdings gab es bei MH370 eine Reihe technischer Merkwürdigkeiten, bei QZ8501 nicht. An Bord von MH370 wurden nach Überzeugung der Ermittler Geräte, die technische Daten automatisch an die Bodenkontrolle liefern, von Hand abgestellt. Bei QZ8501 sendeten die Geräte bis zum Kontaktabbruch einwandfrei. MH370 drehte ohne Rücksprache mit dem Tower vom Kurs ab. QZ8501 bat die Bodenkontrolle dagegen um eine Kursänderung wegen schlechten Wetters.

Waren nicht beide Maschinen auf einer sicheren Flughöhe unterwegs?

Das stimmt. Während aber bei M370 die Auswertung aller Wetterkarten ergab, dass die Maschine in ungetrübtem Nachthimmel flog, meldete der Pilot von QZ8501 eine Gewitterfront vor sich. Das bestätigen die Wetterkarten. Piloten versuchen immer, Gewittergebiete weiträumig zu umfliegen, weil darin heftige Turbulenzen drohen.

Muss man einen Anschlag oder einen Selbstmord des Piloten annehmen?

Theoretisch ja. So lange die Maschinen nicht gefunden sind, kann keine Unglücksursache ausgeschlossen werden. Bei MH370 gab es aber Verdachtsmomente, die auf mehr als ein Unglück hinweisen: etwa die von Hand abgestellten Geräte an Bord, der Pilot, der zu Hause auf dem Flugsimulator Anflüge auf kleine Inseln im Indischen Ozean übte. Bei QZ8501 liegen bislang keine Hinweise auf ungewöhnliche Vorgänge an Bord oder verdächtiges Verhalten des Piloten vor.

Droht auch bei der AirAsia eine spärliche Berichterstattung?

Es sieht nicht so aus. Bei der staatlichen Malaysia Airlines war die Informationslage in den ersten Tagen chaotisch. Nachrichten kamen spät und häppchenweise, vieles widersprach sich. Der private Billigflieger AirAsia war wenige Stunden nach dem Kontaktabbruch mit umfangreichen Informationen auf Facebook. Airline-Chef Tony Fernandes war auf dem ersten Flieger nach Surabaya, um den Angehörigen der Insassen beizustehen.

Kann die Suche nach QZ8501 ähnlich frustrierend werden wie bei MH370?

Unwahrscheinlich. MH370 ist wahrscheinlich mehr als 1000 Kilometer von jeder Küste entfernt in einen wenig erforschten Teil des Indischen Ozeans gestürzt. Allein die Anreise in das Suchgebiet ist lang und gefährlich. Die See ist dort fast immer rau, das Meer teils mehr als 5000 Meter tief. QZ8501 wird dagegen in der Javasee vermutet, die nächsten Flughäfen sind nur ein paar hundert Kilometer entfernt und es ist ein sehr befahrener Seeweg. Das Meer ist teils nur 40, 50 Meter tief. Das könnte ein Wrack schnell gefunden werden.

Malaysia Airlines kämpft noch mit den Auswirkungen von zwei Flugkatastrophen im Jahr 2014. Im März vergangenen Jahres verschwand Flug MH370 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Insassen an Bord von den Radarschirmen. Eine Flügelklappe der Maschine wurde im Juli dieses Jahres auf der Insel La Réunion angeschwemmt. Was mit dem Flug geschah, ist aber weiter unklar.

Im Juli 2014 wurde Flug MH17 von einer Boden-Luft-Rakete über der Ukraine abgeschossen, alle 298 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Von

afp

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