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17.05.2016

14:07 Uhr

Malaysia-Airlines-Maschine

Suche nach MH370 bleibt vielleicht erfolglos

Es ist eine der rauesten Meeresregionen, es stürmt, das Wasser ist bis zu 6000 Meter tief: Spezialisten suchen dort im Indischen Ozean nach MH370-Trümmerteilen. Jetzt schwindet die Hoffnung auf Erfolg.

Bei einer Gedenkzeremonie zum zweiten Jahrestag des Verschwindens von Flug MH370 schreiben Menschen Nachrichten an die Hinterbliebenen der Passagiere. dpa

Eine neue Suchaktion ist ausgeschlossen

Bei einer Gedenkzeremonie zum zweiten Jahrestag des Verschwindens von Flug MH370 schreiben Menschen Nachrichten an die Hinterbliebenen der Passagiere.

CanberraErstmals spricht ein MH370-Ermittler aus, was viele fürchten: Die Chancen schwinden, dass die vor gut zwei Jahren verschollene Malaysia-Airlines-Boeing gefunden wird. „Wir müssen die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass wir das Flugzeug nicht finden“, sagte der Chef der australischen Transportsicherheitsbehörde (ATSB), Martin Dolan, der britischen Zeitung „Guardian“.

MH370 war im März 2014 mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Malaysia nach China spurlos verschwunden. Satellitendaten legten nahe, dass die Maschine noch stundenlang in Richtung Süden flog. Für Angehörige der Insassen sind Dolans Äußerungen eine Hiobsbotschaft. Sie haben schon gegen die frühere Ankündigung protestiert, dass die Suche nicht über das derzeitige Suchgebiet ausgedehnt wird.

Das rätselhafte Verschwinden von MH370

8. März 2014

Die Airline teilt mit, der Kontakt sei kurz nach dem Start abgebrochen. Die Boeing 777 war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Vor Vietnam beginnt eine internationale Suche.

14. März

Die Suche konzentriert sich auf den Indischen Ozean - Hunderte Kilometer westlich der ursprünglichen Flugroute.

15.März

Die Ermittler vermuten Sabotage. Die Boeing sei nach dem letzten Kontakt stundenlang auf neuem Kurs geflogen. Wahrscheinlich wurden Kommunikationssysteme absichtlich abgeschaltet, heißt es.

29. Mai

Die Maschine liege nicht im vermuteten Absturzgebiet, teilt das Koordinationszentrum mit.

20. Juni

Nach einer neuen Datenanalyse ist das Flugzeug wahrscheinlich weiter südlich als angenommen abgestürzt.

26. Juni

MH370 flog nach Einschätzung der Ermittler vor dem Absturz auf Autopilot.

28. August

Neueste Auswertungen legen nahe, dass das Flugzeug womöglich etwas früher Richtung Süden abdrehte.

5. Oktober

Die Suche wird in einem neu eingegrenzten Gebiet wieder aufgenommen.

29. Januar 2015

Malaysia erklärt alle Passagiere des vermissten Flugzeugs für tot. Die Suche nach der Maschine geht weiter.

8. März

Ein von Malaysias Verkehrsministerium am Jahrestag des Verschwindens veröffentlichter Zwischenbericht enthält nichts Neues.

24. März

Neuen Analysen zufolge ist das Flugzeug in den südlichen Indischen Ozean gestürzt. Das letzte Signal wurde laut malaysischer Regierung westlich der australischen Stadt Perth empfangen.

29. Juli

Ein Wrackteil vor der Insel La Réunion löst Spekulationen um mögliche Verbindungen zu Flug MH370 aus.

Das Wrack wird im Indischen Ozean 2000 Kilometer westlich von Perth an der australischen Westküste vermutet. Australien koordiniert die Suche. Fast 90 Prozent des 120.000 Quadratkilometer großen Suchgebiets sind abgesucht – ohne Erfolg. Die Suche werde Mitte des Jahres abgeschlossen, schätzte Dolan.

„Als wir starteten, sagten alle Experten, es sei sehr wahrscheinlich, aber nicht sicher, dass das Flugzeug in diesem Gebiet gefunden wird.“ Es habe große Hoffnungen gegeben. Jetzt zögen die Experten auch die Alternative in Betracht. Nämlich, dass sie das Flugzeug in diesem Gebiet womöglich nicht finden.

MH370 - 239 Menschen aus 14 Ländern

Flug MH370

Die Maschine der Malaysia Airlines ist auf dem Weg von Kuala Lumpur in Malaysia nach Peking verschwunden. Zwei Drittel der 227 Passagiere an Bord stammten aus China. Zusätzlich waren 12 Besatzungsmitglieder an Bord, insgesamt Menschen aus 14 Ländern.

China

153

Malaysia

50

Indonesien

7

Australien

6

Indien

5

Meeresforscher des Geomar Helmholtz-Zentrums in Kiel vermuten das Wrack nördlich des bisherigen Suchgebiets. Das schlossen sie aus Computersimulationen der Strömungen, die im vergangenen Jahr eine Flügelklappe der Maschine an einen Strand der Insel La Réunion östlich von Afrika spülten. Einige weitere Trümmerteile wurden an Stränden im südlichen Afrika gefunden.

Die an der Suche beteiligten Länder haben eine neue Suchaktion schon ausgeschlossen. Sie haben bis Ende 2015 bereits 180 Millionen australische Dollar dafür aufgebracht – 117 Millionen Euro. Neben Australien, das für Bergungen in der Region zuständig ist, beteiligen sich Malaysia als Herkunftsland der Maschine und China, weil die meisten Menschen an Bord Chinesen waren.

Von

dpa

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