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08.07.2015

13:54 Uhr

Massencrash im Sandsturm

Gericht verwarnt Autofahrerin

Ein Sandsturm fegt über die Autobahn. Die Sicht ist plötzlich minimal. Autos rasen ineinander. Acht Menschen sterben. Vier Jahre später fällt ein Gericht ein Urteil zu dem Massencrash. Und verwarnt eine Fahrerin.

Vier Jahre nach der Massenkarambolage im Sandsturm auf der Autobahn A19, hat das Amtsgericht eine 54-Jährige Autofahrerin verwarnt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Fahrerin zu schnell in den Sturm gefahren war und ein Auto gerammt hatte. dpa

Prozess nach Massenkarambolage

Vier Jahre nach der Massenkarambolage im Sandsturm auf der Autobahn A19, hat das Amtsgericht eine 54-Jährige Autofahrerin verwarnt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Fahrerin zu schnell in den Sturm gefahren war und ein Auto gerammt hatte.

RostockIm Prozess um eine tödliche Massenkarambolage im Sandsturm auf der Autobahn 19 hat das Amtsgericht Rostock eine 54-jährige Autofahrerin verwarnt. Eine Geldstrafe in Höhe von 9000 Euro setzte der Richter am Mittwoch zur Bewährung aus. Die Staatsanwaltschaft hatte eine neunmonatige Bewährungsstrafe für die Frau aus Brandenburg gefordert.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Fahrerin am 8. April 2011 zu schnell in den Sandsturm gefahren war und ein Auto gerammt hatte. Sie habe dadurch den Tod eines Ehepaars mitverursacht und sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht. Das Gericht schloss sich den Gutachtern an, dass die riesige Wolke aus mindestens 650 Metern Entfernung vor der Unfallstelle zu sehen war. Die Autofahrerin hätte entsprechend reagieren müssen.

Nach Meinung des Richters war die Frau nicht alleine Verursacherin für den Tod des Paares: „Sie war am Anfang einer Kausalkette.“ Zudem habe es sich bei dem Sandsturm um ein bislang nicht bekanntes Wetterphänomen gehandelt.

Hilfeleistung bei einem Unfall

Erste Schritte

Die Polizei rät mit eingeschalteter Warnblinkanlage möglichst am rechten Fahrbahnrand zu parken, einen Sicherheitsabstand von mindestens zehn Metern zum Unfallgeschehen einzuhalten und ihre Mitfahrer in Sicherheit zu bringen, am besten hinter der Leitplanke. Danach sichert man die Unfallstelle und stellt ein Warndreieck auf.

Das Warndreieck

Beim Aufstellen des Warndreiecks sollte eine Warnweste übergezogen werden. Zusätzlicher Tipp: Das Warndreieck gut sichtbar vor sich hertragen. Auf Autobahnen muss das Dreieck in einem Abstand von 150 bis 400 Meter hinter der Unfallstelle aufgestellt sein, auf Landstraßen im Abstand von 100 Metern. An unübersichtlichen Stellen muss das Dreieck so platziert sein, dass es der nachfolgende Verkehr rechtzeitig sieht.

Polizei empfiehlt: Warnweste

Nach Ansicht der Fachleute gehört diese nur wenige Euro teure Schutzkleidung in jedes Auto, ist allerdings nur in gewerblichen Fahrzeugen vorgeschrieben. Sie macht den Helfer besser sichtbar und verhindert Folgeunfälle, weshalb auch Versicherungsexperten Privatleuten unbedingt empfehlen eine Weste in ihrem Fahrzeug zu deponieren.

Der Notruf

Beim Absetzen eines Notrufs sollte man auf die Fragen wie „Wo ist der Unfall passiert?“, „Was ist passiert?“, „Wie viele Personen sind verletzt und wie schwer?“ und „Wer meldet den Unfall?“ vorbereitet sein. Diese Informationen sind für die Rettungskräfte wichtig; eine genaue Standortbeschreibung bringt Sanitäter und Polizei schneller vor Ort.

Versicherung

Experten weisen extra darauf hin, dass Angst vor Fehlern bei der Unfallsicherung, vollkommen unbegründet ist. Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs sind Autofahrer und Ersthelfer auch dann voll versichert, wenn sie nicht alles richtig gemacht haben.

Erste Hilfe Online

Falls Sie sich nicht mehr so sicher sind, wie die Erste Hilfe zu leisten ist und Ihre Kenntnisse auffrischen wollen, so finden sie hier einen Online-Kurs des DRK zum nachlesen.

An dem Unfall waren in beiden Fahrtrichtungen mehr als 80 Fahrzeuge beteiligt. Acht Menschen kamen ums Leben, etwa 130 wurden verletzt. Die Angeklagte war mit fünf Freundinnen in einem Transporter zu einem Wochenendausflug nach Warnemünde unterwegs, als der Unfall geschah.

Von

dpa

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