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14.11.2011

15:29 Uhr

Massenmörder erscheint vor Gericht

Breivik sieht sich als „Kommandeur“ von Widerstandsbewegung

Der Massenmörder Anders Behring Breivik ist erstmals öffentlich vor Gericht erschienen. Der Richter schnitt dem Rechtsradikalen das Wort ab, als der sich als Teil einer Widerstandsbewegung bezeichnete.

Anders Behring Breivik (Archivfoto). dpa

Anders Behring Breivik (Archivfoto).

OsloDer geständige norwegische Attentäter Anders Behring Breivik muss für weitere zwölf Wochen in Untersuchungshaft bleiben. Das entschied ein Osloer Gericht am Montag. Breiviks Versuch, seinen ersten öffentlichen Haftprüfungstermin zur Selbstdarstellung zu nutzen, wurde rigoros unterbunden.

Der 32-Jährige, der in dunklem Anzug, weißem Hemd und mit hellblauer Krawatte vor Gericht erschienen war, bezeichnete sich als „Kommandeur“ einer Widerstandsbewegung, woraufhin ihm der Richter sofort das Wort entzog.

Als Breivik in den Gerichtssaal geführt wurde, war dieser brechend voll von Medienvertretern und Angehörigen der Opfer, aber auch Überlebenden, die Breivik erstmals seit der Bluttat Ende Juli persönlich sahen. Er sei ein „Kommandeur“ in der norwegischen Widerstandsbewegung, hob Breivik zu einer Erklärungsrede für seine Motive an, doch der Richter schnitt ihm das Wort ab und forderte ihn auf, bei der Sache zu
bleiben.

Wie bei den Anhörungen zuvor, die allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden, gestand Breivik, am 22. Juli 77 Menschen getötet zu haben - acht bei einem Anschlag vor dem Regierungssitz in Oslo,
69 Jugendliche auf der Insel Utöya.

Er hält sich jedoch für nicht schuldig und erklärte, er habe die Bluttat verübt, um Europa vor einer Eroberung durch muslimische Immigranten zu schützen. Gegen Breivik wird ein Prozess wegen Terrorismus angestrengt.

Seit seiner Festnahme wird Breivik in Isolationshaft gehalten, ohne Zugang zu Medien, Korrespondenz und Besuchserlaubnis. Das Medienverbot solle am 12. Dezember aufgehoben werden, erklärte Richter Torkjel
Nesheim, alle anderen Beschränkungen am 9. Januar.

Am Ende der Gerichtsanhörung bat Breivik darum, das Wort an Überlebende und Angehörige der Opfer richten zu dürfen, doch Nesheim lehnte ab.

Kommentare (2)

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14.11.2011, 16:42 Uhr

Gratulation an den Richter, der sich nichts hat vormachen lassen. Weiter so.

Heini

14.11.2011, 19:23 Uhr

Breivik hat sich als Zionist und Freimaurer geoutet. Ist das etwa rechtsradikal? Zumindest ist er fremdenfeindlich und betrachtet sich als eltiärer Kreuzritter, schon ein erheblicher Widerspruch. Ich glaube er wurde benutzt, es würde mich daher nicht wundern wenn er plötzlich ableben würde.

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