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04.10.2016

23:28 Uhr

„Matthew“

Hurrikan gefährdet Millionen Kinder

Der Wirbelsturm „Matthew“ wütet in der Karibik, es gab Tote. Mit Windgeschwindigkeiten von 230 Kilometern pro Stunde ist er der schwerste in der Region seit fast einem Jahrzehnt. In den USA werden Millionen evakuiert.

Zu Beginn des Sturm in Port au Prince (Haiti): Der Hurrikan "Matthew" traf mit voller Wucht auf das verarmte Haiti. Es gab mehrere Todesopfer. Reuters

Port-au-Prince, Haiti

Zu Beginn des Sturm in Port au Prince (Haiti): Der Hurrikan "Matthew" traf mit voller Wucht auf das verarmte Haiti. Es gab mehrere Todesopfer.

Port-au-Prince/Charleston/Les CayesHurrikan „Matthew“ hat in Haiti für heftige Überschwemmungen gesorgt. Im Westen des Karibikstaats standen am Dienstag zahlreiche Straßen unter Wasser, Bäume und Strommasten stürzten um. Häuser und Felder wurden beschädigt. Tausende Menschen suchten Schutz vor Wind und Regen. In der Hauptstadt Port-au-Prince kam das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen. Schulen und Geschäfte wurden geschlossen.

„Matthew“ war am frühen Morgen (Ortszeit) nahe dem Ort Les Anglais auf Land getroffen. Der Hurrikan der Kategorie 4 (von 5) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde zog am Nachmittag über den Golf von Gonave und dann weiter Richtung Kuba.

In Haiti kamen vier Menschen ums Leben, wie der Radiosender Metropole berichtete. Außerdem stürzte eine Brücke ein, die die Hauptstadt Port-au-Prince mit dem südlichen Landesteil verbindet. Die Verbindung in die Region wurde dadurch abgeschnitten.

Auch in der benachbarten Dominikanischen Republik wurden nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes vier Personen getötet. Der Sturm zerstörte dort nach Angaben der Behörden am Dienstag außerdem fast 200 Häuser. Rund 800 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, außerdem waren 31 Ortschaften von jeglicher Kommunikation abgeschnitten, wie das Zentrum für Katastropheneinsätze mitteilte.

Sorgen um Sturmsicherheit in Haitis Evakuierungszentren

Die Regierung und das Rote Kreuz mobilisierten in Haiti Tausende freiwillige Rettungskräfte. Auch internationale Hilfsorganisationen sind gewappnet. „Wir bereiten alles für einen schnellen Nothilfeeinsatz vor“, sagte der Leiter der Auslandshilfe des Arbeiter-Samariter-Bunds (ABS), Carsten Stork.

Im ganzen Land wurden nach Angaben der Vereinten Nationen 1300 Notunterkünfte mit Kapazität für 340.000 Menschen eingerichtet. Allerdings sei fraglich, ob die Evakuierungszentren dem heftigen Sturm standhalten können.

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In dem völlig verarmten Karibikstaat wurden schwere Schäden befürchtet. „In Haiti wurden viele Regionen stark gerodet. Der Hurrikan bringt mit bis 600 Millimeter pro Quadratmeter extreme Regenmengen mit, so dass neben Sturmschäden vor allem die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen extrem hoch ist“, sagte Stork.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen warnte, über vier Millionen Kinder könnten von den Auswirkungen von „Matthew“ betroffen sein. „Das ist der schlimmste Sturm in Haiti seit Jahrzehnten und die Schäden werden zweifellos beträchtlich sein“, sagte der örtliche Unicef-Vertreter Marc Vincent.

„Krankheiten wegen verschmutzten Wassers sind in vergleichbaren Situationen die größte Gefahr für Kinder“, sagte er. „Unsere Priorität ist, die Versorgung der Kinder mit ausreichend sauberem Trinkwasser sicherzustellen.“

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