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28.03.2013

15:58 Uhr

Mauerstück

Kompromiss bei East Side Gallery zeichnet sich ab

Dass ein großes Stück der Berliner Mauer abgerissen werden sollte, führte zu heftigem Protest. Nun sollen sich die Investoren wohl einen Durchbruch teilen — mehr der East Side Gallery würde bestehen bleiben.

East Side Gallery

Berliner reißen Mauer doch ab

East Side Gallery: Berliner reißen Mauer doch ab

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BerlinIm Streit um die Berliner East Side Gallery zeichnet sich ein möglicher Kompromiss ab. Demnach könnte für die beiden geplanten Wohnhäuser hinter dem Abschnitt der früheren Berliner Mauer unter bestimmten Voraussetzungen auf weitere Durchbrüche verzichtet werden, sagte ein Sprecher des Investors Living Bauhaus am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Stattdessen würde nach seinen Angaben dann ein bereits bestehender Durchbruch um sechs Meter erweitert und von den zwei Investoren geteilt.

East Side Gallery

Entstehung

Im Frühjahr 1990 nach dem Fall der Mauer

Länge

1.316 Meter (längste Mauergalerie der Welt)

Gestaltung

118 Künstler aus 21 Ländern beteiligten sich an der Bemalung der Mauergalerie, darunter bekannte Künstler wie Thomas Klingenstein, Thierry Noir, Jim Avignon und Bodo Sperling.

Bilder

Gut hundert Gemälde säumen die Mauerwände. Thema sind die politischen Veränderungen 1989/90.

Eröffnung

Am 28. September 1990 wurde die East Side Gallery offiziell eröffnet. Im Jahr darauf wurde sie unter Denkmalschutz gestellt.

Sanierung

1996 gründete sich die Künstlerinitiative East Side Gallery, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Mauergalerie instand zu halten. 2000 und 2008 kümmerte sich der Verein um die Sanierung der Galerie.

Teilversetzung

2006 wurde ein Teil der East Side Gallery versetzt. Grund war der Bau einer Veranstaltungshalle gegenüber des Denkmals.

Aktuelle Debatte

Wegen eines Brückenzugangs soll ein weiterer Teil des Kunstwerks versetzt werden. Das hat in der Berliner Bevölkerung großen Unmut ausgelöst. Der Verein „East Side Gallery“ fordert, die Mauer in ihrer Gänze zu erhalten.

"Wir sind grundsätzlich bereit zu diesem Kompromiss unter dem Vorbehalt, dass er technisch und statisch umsetzbar ist", sagte der Firmensprecher. Living Bauhaus will die notwendige Umplanung jetzt prüfen lassen. Dies könne mehrere Wochen in Anspruch nehmen, sagte der Sprecher.

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Die Teilversetzung der East Side Gallery sorgt für Diskussionen. Ein Pro und Contra.

Der neue Plan wurde nach Angaben des Bezirksbürgermeisters von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Grüne), am Mittwoch bei einem Gespräch zwischen Investoren, Bezirk und dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vereinbart. Die Firma Living Bauhaus sowie der andere Investor, der aus Israel kommt, hätten sich bereit erklärt, ihre Planungen so zu ändern, dass sie sich eine knapp elf Meter breite Durchfahrt teilen, sagte Schulz der AFP. Die derzeit rund fünf Meter breite Lücke, die nach dem neuen Plan um sechs Meter erweitert werden soll, führt laut Schulz zum sogenannten Oststrand an der Spree. Ein bereits genehmigter, etwa 22 Meter breiter, zusätzlicher Durchbruch solle nach dem neuen Plan wegfallen.

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Der Teil-Abriss der East Side Gallery findet unter der Aufsicht von 250 Polizisten statt.

Seit Anfang März hatte es Proteste gegen das Schlagen neuer Löcher in die East Side Gallery für die Bauprojekte gegeben. Die East Side Gallery ist der längste erhaltene Abschnitt der Berliner Mauer. Er wurde seit 1990 von Künstlern mit großformatigen Wandbildern bemalt und zieht jedes Jahr hunderttausende Touristen an.

Von

afp

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