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22.09.2014

07:41 Uhr

Medienbericht

Hoeneß hat Steuerschulden vollständig beglichen

Der Ex-Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, hat einem Medienbericht zufolge seine gesamten Steuerschulden beglichen. Gut 30 Millionen Euro gingen ans Finanzamt. Im Gegenzug bekam Hoeneß Hafterleichterungen.

Uli Hoeneß soll gut 30 Millionen Euro an das Finanzamt Miesbach überwiesen haben. dpa

Uli Hoeneß soll gut 30 Millionen Euro an das Finanzamt Miesbach überwiesen haben.

MünchenDer frühere FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ die Steuerschulden, die aus seinen Börsengeschäften in der Schweiz stammten, vollständig beglichen. Die „SZ“ berichtet in ihrer Montagsausgabe unter Berufung auf Kreise der Steuerverwaltung, Hoeneß habe gut 30 Millionen Euro an das Finanzamt Miesbach überwiesen.

Die Steuerzahlung sei eine entscheidende Voraussetzung dafür gewesen, dass Hoeneß am Samstag bereits dreieinhalb Monate nach Haftantritt erstmals Ausgang erhalten habe. Insgesamt habe sich die Steuerschuld des Ex-FC-Bayern-Präsidenten auf gut 40 Millionen Euro belaufen, heißt es in dem Bericht weiter.

Hoeneß habe im vergangenen Jahr im Zuge seiner Selbstanzeige eine erste Zahlung von zehn Millionen Euro geleistet. Hoeneß war im März wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte für Spekulationsgeschäfte in der Schweiz jahrelang keine Steuern gezahlt.

Nach seinem ersten Ausgang war Hoeneß am Samstagnachmittag wieder in die Justizvollzugsanstalt zurückgekehrt. Der Sprecher des bayerischen Justizministeriums, Hannes Hedke, bestätigte den Ausgang. Für Sonntag sei kein Ausgang geplant, teilte Hoeneß' Anwalt Tobias Pretsch der Nachrichtenagentur dpa mit.

Der Ausgang ist Teil der Hafterleichterungen, die dem langjährigen Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München nach dem Strafvollzugsgesetz zustehen. Weitere Schritte würden folgen, sagte Pretsch. Das Münchner Landgericht hatte Hoeneß am 13. März der Steuerhinterziehung schuldig gesprochen und zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Hoeneß durfte das Gefängnis ohne Wachpersonal verlassen. „Es war ein relativ normaler Zeitpunkt für den ersten Ausgang“, erläuterte Pretsch. Die höchsten Stufen der Hafterleichterungen sind Freigang und Urlaub. Als Freigänger könnte Hoeneß tagsüber außerhalb des Gefängnisses arbeiten und müsste nur noch zum Schlafen in die JVA. Mit dem Fall vertraute Juristen gehen davon aus, dass der 62-Jährige schon bald Freigänger werden dürfte. Doch auch dann bleibt Hoeneß zunächst Häftling, er muss nur nicht mehr den ganzen Tag im Gefängnis bleiben.

FC Bayern: Der Skandal rund um Uli Hoeneß

2001 bis 2006

Hoeneß spekuliert im großen Stil an der Börse mittels eines geheimen Kontos in der Schweiz. Der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus soll ihn mit Millionen unterstützt haben.

Januar 2013

Hoeneß zeigt sich beim Finanzamt selbst an. Die Staatsanwaltschaft München leitet ein Ermittlungsverfahren ein.

20. März 2013

Hoeneß bekommt in seinem Haus am Tegernsee Besuch von den Ermittlern. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor. Dieser wird außer Vollzug gesetzt - gegen Zahlung einer hohen Kaution.

20. April 2013

Der „Focus“ macht den Fall öffentlich und berichtet unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft und Hoeneß selbst.

21. April 2013

Hoeneß schließt einen Rücktritt als Vereinspräsident aus. Die Kritik an ihm nimmt zu. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) rückt von ihm ab, zeigt sich „enttäuscht“.

23. April 2013

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet über den Haftbefehl und die Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro.

1. Mai 2013

Hoeneß erklärt in einem „Zeit“-Interview Reue und gibt Einblick in sein Seelenleben. Verbindungen seines Schweizer Kontos zum Rekordmeister schließt der Bayern-Präsident darin aus.

6. Mai 2013

Hoeneß bleibt nach einem 8:0-Votum der Mitglieder Vorsitzender des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG.

25. Mai 2013

Selbst im Moment des großen Triumphes des FC Bayern steht Hoeneß unter dem Eindruck der Steueraffäre. Fast schüchtern greift er im Londoner Wembleystadion nach dem 2:1 im Finale gegen Borussia Dortmund nach dem Champions-League-Pokal.

30. Juli 2013

Die Staatsanwaltschaft München erhebt Anklage gegen Hoeneß wegen Steuerhinterziehung.

4. November 2013

Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II lässt die Anklage gegen den Bayern-Präsidenten „unverändert“ zu.

13. November 2013

Hoeneß wird auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern von den Mitgliedern gefeiert. Er vergießt Tränen und kündigt an, nach seinem Steuerstrafprozess auf einer außerordentlichen Versammlung die Mitglieder über seine Zukunft entscheiden zu lassen.

23. Januar 2014

Die Staatsanwaltschaft München lässt bayerische Finanzbehörden wegen des Verdachts der Verletzung des Steuer- und des Dienstgeheimnisses durchsuchen. Es geht um die Frage: Wer gab Dokumente aus Hoeneß' Steuerakte an die Presse weiter?

10. März 2014

Begleitet von einem riesengroßen Medieninteresse beginnt in München der Prozess im „Strafverfahren gegen Ulrich H.“ Hoeneß gesteht, 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben.

11. März 2014

Die Summe der hinterzogenen Steuern wird immer höher. Hoeneß soll sogar mindestens 27,2 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Grundlage sind Berechnungen einer Steuerfahnderin.

12. März 2014

Die schwindelerregende Steuerschuld hält die Hoeneß-Verteidigung für „sachgerecht“. Die Selbstanzeige habe sämtliche Zahlen bereits enthalten.

13. März 2014

Uli Hoeneß wird zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Landgericht München spricht den Präsidenten des FC Bayern München wegen Steuerhinterziehung schuldig.

14. März 2014

Uli Hoeneß akzeptiert seine Haftstrafe und tritt mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern München zurück.

20.September 2014

Uli Hoeneß bekommt nach dreieinhalb Monaten Haft das erste Mal Ausgang. Die Hafterleichterung hängt einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge mit der vollständigen Begleichung seiner Steuerschuld zusammen. Hoeneß soll zuvor gut 30 Millionen Euro an das Finanzamt Miesbach überwiesen haben.

31. Dezember 2014

Zweiter Urlaub für Hoeneß. Er darf den Jahreswechsel zu Hause verbringen. Schon zu Weihnachten hatte Hoeneß Urlaub erhalten und durfte zwei Nächte außerhalb der Gefängnismauern schlafen. Seit Jahresbeginn 2015 ist Hoeneß Freigänger. Er muss jetzt nur noch zum Schlafen in die JVA, darf tagsüber außerhalb des Gefängnisses einer geregelten Arbeit nachgehen.

24. Februar 2015

Sat.1 beginnt mit den Dreharbeiten zu einer Satire, die an den Fall Hoeneß angelehnt ist. Uwe Ochsenknecht spielt die Hauptrolle. Im Mai beginnt das ZDF mit den Dreharbeiten zu einem Doku-Drama mit dem Titel „Uli Hoeneß - Der Patriarch“.

3. November 2015

Der Anwalt von Hoeneß bestätigt, dass sein Mandant einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt hat. Eine Freilassung ist frühestens zur Hälfte der Haftstrafe möglich - zum 29. Februar 2016.

21. Dezember 2015

Hoeneß ruft beim Radiosender Antenne Bayern an und spendet bei einer weihnachtlichen Spendenaktion 10 000 Euro.

18. Januar 2016

Die für das Landsberger Gefängnis zuständige Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Augsburg entscheidet, dass die Haftstrafe zum 29. Februar ausgesetzt wird. Hoeneß erhält eine dreijährige Bewährungszeit.

Von

afp

Kommentare (9)

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Herr Woifi Fischer

22.09.2014, 08:05 Uhr

Hoeneß hat Steuerschulden vollständig beglichen.

Der Ex-Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, hat einem Medienbericht zufolge seine gesamten Steuerschulden beglichen.

Gut 30 Millionen Euro gingen ans Finanzamt. Im Gegenzug bekam Hoeneß Hafterleichterungen.

Ist Herr Hoeneß nun Dumm weil er sich selbst angezeigt hat? oder ist er ein Prominentes Opfer, den man geopfert hat, um die Hintermänner nicht ans Licht ziehen zu müssen?

Der fall Hoeneß wirft viele Fragen auf, Ungereimtheiten in der Bayrischen Justiz, und Politik, als Bürger hat man den Eindruck, in Bayern kann jeder Prominente , Minister und andere, sich am Steuergeld der Bürger Bereichen, ohne ein schlechtes Gewissen, was ist aus Bayern und der BRD geworden?

Herr wulff baer

22.09.2014, 09:24 Uhr

Bald läuft der Kriminelle ganz frei herum.

Herr thomas oldendorp

22.09.2014, 09:36 Uhr

..
STRAFJUSTIZ AUF BAYERISCH
.........................
Pünktlich zum Beginn des Oktoberfest erfährt Hoeneß
endlich die Gerechtigkeit, die einem Bayern-Boss und
CSU-Anhänger zusteht!!
..
nach Zahlung seiner Steuerschuld ist er von jetzt
wieder ein Vorbid - insbesondere für die CSU!!
..
viel Spass beim Freigang auf dem Oktoberfest mit
seinen Spezis bzw. Geldgebern.
..

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