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13.07.2013

01:30 Uhr

Medienspektakel

Trayvon-Martin-Prozess vor Urteilsverkündung

Der Fall eines erschossenen schwarzen Jungen in Florida hatte in den USA zu Protesten und einer Rassismus-Debatte geführt. Der Prozess, der folgte, wurde zu einem Medienspektakel. Nun soll es bald ein Urteil geben.

Ein Prozess mit Requisiten: Der Kapuzenpulli, den der erschossene Trayvon Martin getragen hat, war nur eines von vielen TV-gerecht vorgetragenen Beweisstücke. ap

Ein Prozess mit Requisiten: Der Kapuzenpulli, den der erschossene Trayvon Martin getragen hat, war nur eines von vielen TV-gerecht vorgetragenen Beweisstücke.

MiamiTagelang sendeten große TV-Stationen live aus dem Gerichtssaal, auf Twitter wurden Millionen von Kurznachrichten verschickt. Die Geschichte des Nachbarschaftswächters George Zimmerman und dem erschossenen schwarzen Teenager Trayvon Martin hält die USA in Atem.

Am Freitag haben sich die Geschworenen im US-Prozess zu Beratungen zurück gezogen und diese kurz darauf wieder vertagt. Die sechs Frauen, darunter fünf Weiße, baten das Gericht zunächst um eine Liste der vorliegenden Beweise und wollten ihre Sitzung am Samstag fortsetzen. Sie müssen einstimmig über Schuld und Unschuld des angeklagten Nachbarschaftswächters George Zimmerman entscheiden. Richterin Debra Nelson wies zum Abschluss nochmals darauf hin, dass die Beweislast aufseiten der Anklage und nicht bei Zimmerman liege. Zuvor hatten die Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Schlussplädoyers gehalten.

Die Geschworenen müssen sich jetzt einigen, ob es sich bei der Tat um Mord mit bedingtem Vorsatz, Totschlag oder um Notwehr handelte, sagten Justizexperten.

Debatte um Rassismus : Die Angst vor dem Kapuzenpulli

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Nach dem Tod des afroamerikanischen Jugendlichen Trayvon Martin führen die USA eine Debatte über Pullis, die vorher zum Alltag gehörten und angeblich bedrohlich wirken. Eigentlich geht es aber um Rassenkonflikte.

Die Tötung des mit einer Kapuzenjacke gekleideten Teenagers hatte auch international für Schlagzeilen gesorgt. Immer wieder war in Medien von möglicherweise rassistischen Motiven die Rede: Der angeklagte Schütze George Zimmerman ist ein Latino und hatte den schwarzen Teenager im Februar 2012 erschossen, als er für eine Bürgerwehr auf Patrouille war.

Der unbewaffnete Jugendliche befand sich auf dem Weg von einem kleinen Einkauf nach Hause. Zimmerman beteuert, dass Martin ihn zuerst attackiert habe.

Im Schlussplädoyer sagte der Staatsanwalt Bernie de la Rionda, Zimmerman sei ein „Möchtegern-Cop“ und habe in dem 17-Jährigen einen Kriminellen gesehen. „Ein Jugendlicher ist tot, weil ein Mann von einer bestimmten Annahme ausgegangen ist,“ sagte der Ankläger. Der Verteidiger Mark O'Mara entgegnete, Zimmerman habe aus Notwehr geschossen und sei freizusprechen. Bei einer Verurteilung droht Zimmerman bis zu lebenslange Haft. Zuletzt befand er sich gegen eine Kaution von einer Million Dollar auf freiem Fuß.

Kommentare (1)

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Der_ewige_Spekulant

14.07.2013, 10:06 Uhr

Das Urteil wurde gefällt und das wahre Gesicht des Amilandes einmal mehr offenbart:

Der Schütze, der einen unbewaffneten 17-jährigen auf offener Strasse erschossen hat, wurde freigesprochen.

In den USA bedeutet das, dass jeder, der mit einer Waffe rumläuft und von einem anderen angegriffen wird, den Angreifer auf der Stelle umbringen darf.

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