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20.12.2014

15:32 Uhr

Mehrere Verletzte

Bewaffnete überfallen KaDeWe in Berlin

Schock für Verkäufer und Kunden im Weihnachtseinkaufs-Endspurt: Mehrere Maskierte überfallen vor den Augen vieler Kunden einen Schmuckhändler im KaDeWe. Mehrere Menschen wurden verletzt, darunter ein Kind.

Mehrere Verletzte

Maskierte überfallen das KaDeWE

Mehrere Verletzte: Maskierte überfallen das KaDeWE

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BerlinMitten im Weihnachtstrubel haben am Vormittag des vierten Adventssamstags mehrere Maskierte das Luxuskaufhaus KaDeWe in Berlin überfallen. Sie sprühten einem Sicherheitsmann Reizgas ins Gesicht, zerschlugen Schmuckvitrinen bei einem Juwelier und flohen dann in einem dunklen Auto, wie ein Polizeisprecher sagte.

Schüsse seien nicht gefallen. Laut Feuerwehr versorgte der Rettungsdienst elf Menschen am KaDeWe (Kaufhaus des Westens), darunter ein kleines Kind. Sie sollen Reizgas eingeatmet haben. Fest steht laut Polizei: „Es wurde Beute gemacht.“ Wie viel und was die Räuber mitnahmen, blieb aber zunächst unklar.

Das Kaufhaus des Westens

Fast 100 Jahre...

...ist das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) alt. Es wurde 1907 in Berlin eröffnet. Das Haus direkt am Wittenbergplatz an der Tauentzienstraße, unweit vom Kurfürstendamm (Kudamm). 1905 beauftragte Kommerzienrat Adolf Jandorf den Architekten Johann Emil Schaudt mit dem Bau. Das Warenhaus öffnete dann zwei Jahre später die Tore.

Bis zu 100.000...

... Kunden aus der ganzen Welt kommen in der Weihnachtszeit täglich ins KaDeWe, um auf mehr als 60.000 Quadratmeter Verkaufsfläche zu shoppen.

Anziehungspunkt Nummer 1...

... ist vor allem die Gourmet-Abteilung in der 6. Etage. Das Luxuskaufhaus ist Konsumtempel, aber auch beliebte Touristenattraktion.

In der Nazizeit...

...wurden die jüdischen Eigentümer, die Kaufmannsfamilie Hermann Tietz, zum Verkauf gezwungen. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Haus nach dem Absturz eines amerikanischen Flugzeugs aus. 1950 wurden die ersten beiden Etagen wiedereröffnet.

Besitzer-Wechsel

2010 hatte US-Investor Nicolas Berggruen... die Karstadt Warenhaus GmbH mit dem KaDeWe übernommen. 2012 gingen die Immobilien an die Signa-Holding des österreichischen Immobilieninvestors René Benko. 2013 erwarb er dann die Mehrheit an den lukrativsten Teilen von Karstadt – den Sporthäusern und den Luxus-Häusern mit dem KaDeWe.

Die Täter - ersten Erkenntnissen zufolge waren es wohl vier Männer - gelangten über einen Seiteneingang in Deutschlands berühmtestes Kaufhaus. Der Überfall geschah etwa eine Stunde nach Öffnung des Hauses in der Nähe des Kurfürstendamms. An Wochenenden und speziell kurz vor Weihnachten ist es besonders gut besucht. „Es gibt viele Zeugen“, hieß es bei der Polizei.

Zunächst hatten Medien berichtet, es sei auch ein Schuss gefallen. „Ich weiß nichts von Waffen“, sagte eine Polizeisprecherin dazu. Zur Frage, womit die Vitrinen eingeschlagen wurden, gebe es unterschiedliche Zeugen-Aussagen. Das KaDeWe wurde nach dem Überfall zunächst geschlossen, aber nur wenig später wieder geöffnet.

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