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19.09.2014

11:47 Uhr

Meisner-Nachfolger

Woelki übernimmt Kölner Bischofsstab

Stabübergabe: Der gebürtige Kölner Rainer Maria Woelki wird am Samstag als neuer Kölner Erzbischof eingeführt. Als eine seiner wichtigsten Aufgaben in den ersten Monaten betrachtet er die Hilfe für syrische Flüchtlinge.

Der 58-jährige Kardinal Rainer Maria Woelki gilt als Ziehsohn seines Vorgängers Kardinal Meisner. dpa

Der 58-jährige Kardinal Rainer Maria Woelki gilt als Ziehsohn seines Vorgängers Kardinal Meisner.

KölnRainer Maria Woelki wird am Samstag in sein neues Amt als Erzbischof von Köln eingeführt. Er wird dann das mit mehr als zwei Millionen Katholiken größte deutsche Bistum leiten. Der Tag beginnt mit einem zweistündigen Festgottesdienst im Kölner Dom. Danach besteht vor dem Dom die Möglichkeit zur persönlichen Begegnung mit dem Kardinal.

Woelki war im Juli von Papst Franziskus ernannt worden. Er tritt die Nachfolge des pensionierten Kardinals Joachim Meisner (80) an, der das Erzbistum 25 Jahre lang mit harter Hand geführt hat. Der 58 Jahre alte Woelki – ein gebürtiger Kölner – gilt selbst als Ziehsohn von Meisner. Als Erzbischof von Berlin hatte er sich in den vergangenen drei Jahren jedoch den Ruf erarbeitet, deutlich aufgeschlossener zu sein als Meisner. Respekt zollten ihm viele Berliner auch für seine Bescheidenheit.

Als eine seiner wichtigsten Aufgaben in den ersten Monaten seiner Amtszeit betrachtet Woelki die Hilfe für syrische Kriegsflüchtlinge. Es gehe um die Unterbringung, um Familienzusammenführung und Integration, sagte Woelki. Außerdem wolle er den Dialog mit der evangelischen Kirche vorantreiben und das Gespräch mit anderen Religionen und Nicht-Gläubigen suchen.

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Dass das Vertrauen vieler Katholiken in ihre Kirche gesunken ist, zeigte vor einem Jahr eine vom Kölner Erzbistum initiierte Umfrage unter mehreren tausend Gläubigen. Dabei ging es um Themen wie Scheidung, vorehelichen Sex, Verhütungsmittel und homosexuelle Partnerschaften. Das Ergebnis: Nahezu alle Gläubigen denken in diesen Fragen grundlegend anders als die Kirche es lehrt. „Insgesamt wird die Lehre der Kirche als welt- und beziehungsfremd angesehen“, konstatierte das Erzbistum. Dass Woelki daran viel ändern kann, wird bezweifelt.

Das Amt des Kölner Erzbischofs ist mindestens 1700 Jahre alt. Im Mittelalter war der Erzbischof von Köln einer der sieben Kurfürsten, die den deutschen König bestimmten.

Von

dpa

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