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28.10.2011

15:36 Uhr

Menschen fliehen aus der Stadt

Bangkok droht eine Jahrhundertkatastrophe

VonUrs Wälterlin

Bangkok droht am Samstagabend in einer Wasserflut von bis zu zwei Metern Höhe zu versinken. Hunderttausende verlassen die thailändische Hauptstadt. Die Schäden an der Wirtschaft sind schon jetzt massiv.

Rekordhöhe erreichte der Fluß durch Bangkok am heutigen Freitag. dapd

Rekordhöhe erreichte der Fluß durch Bangkok am heutigen Freitag.

BangkokGünter Raichle ist nicht nur der Geschäftsführer des deutschen Optikkonzerns Rodenstock, er ist auch Kommandant über eine eigene Festung. „Wir verbarrikadieren alles”, sagt der Leiter von Rodenstock Thailand. Seine Fabrik im Osten von Bangkok ist sozusagen die letzte Front vor den Wassermassen.

Das Industriegebiet Lat Krabang, ist die letzte von acht solchen Anlagen im Grossraum Bangkok, die noch nicht unter Wasser steht. „Vom Norden her drücken 15 Milliarden Kubikmeter Wasser gegen Bangkok. Der Chao-Praya-Fluss kann pro Tag gerade mal 400 Millionen Kubikmeter führen”.

Auf Bangkok kommt am Samstagabend ab 18 Uhr mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Jahrhundertkatastrophe zu. Zwischen 20 Zentimetern und 1,50 Meter werde das Wasser im Stadtzentrum stehen – vielleicht Wochen lang - wenn der Chao Praya über die Ufer tritt, sagt Premierminsterin Yingluck Shinawatra. Raichle siehts noch düsterer: „Bis zu zwei Meter”, fürchtet er.

Das kann dann geschehen, wenn gleichzeitig mit den Fluten im Norden der Stadt im Süden der gezeitenbedingte Anstieg des Meeres im Golf von Thailand gegen die Wassermassen drückt. Dies sei das schlimmstmögliche Szenario, sagen Experten.

Kommentare (5)

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Reiter_der_Apokalypse

28.10.2011, 18:51 Uhr

Da fliegt der nächste „Schwarze Schwan“.

Account gelöscht!

28.10.2011, 18:53 Uhr

"Wenn in Bangkok die Fabrik plötzlich stillliegen würde, wäre in Kürze halb Europa kurzsichtig"
Hatten unsere Europa Politker vor 30 Jahren nicht für die EWG geworben, es werde ein selbstversorgendes Europa sein, 450 Millionen verbraucher und jede Menge Arbeitskräfte.

Ich habe keinerlei Mitleid mit jedwelcher europäischen Firma, die in Asien vor die Hunde geht.

Juser

28.10.2011, 18:57 Uhr

Einfach mal die Entwicklung der z. Bsp. Festplattenpreise anschauen. Braucht man zwar nicht zwingend zum Überleben, aber für die Wirtschaft, an der nunmal eine funktionierende IT-Infrastruktur dranhängt schon.
Anscheinend wird der weltweite Hauptbedarf an Festplatten in Thailand produziert. Enbenso große Teile von Fotokameras z. Bsp. Nikon usw.

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