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09.04.2006

10:19 Uhr

Merkel kommt

Pegelstände über der Jahrhunderflut

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde am Sonntag im Hochwassergebiet an der Elbe erwartet. Zusammen mit Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) wollte sie sich bei einem Rundflug über Hitzacker einen Eindruck von der Lage verschaffen. Unterdessen warteten die Menschen in den norddeutschen Hochwassergebieten an der Elbe gespannt auf den Scheitelpunkt der Flut.

Die überflutete Altstadt von Hitzacker. Foto: dpa

Die überflutete Altstadt von Hitzacker. Foto: dpa

HB LAUENBURG/HITZACKER. In Mecklenburg-Vorpommern wurde am Sonntagmorgen bei Boitzenburg mit 6,73 Meter die höchste Flut seit Beginn der amtlichen Pegelaufzeichnungen vor 110 Jahren registriert. Hier hatte sich Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) angekündigt. Im niedersächsischen Hitzacker wurden am Morgen 7,63 Meter gemessen - 13 Zentimeter mehr als bei der Jahrhunderflut 2002. In Brandenburg wurden die Dämme zusätzlich von Treibgut bedroht, das starker Wind gegen die Schutzwälle trieb.

In Dömitz in Mecklenburg-Vorpommern, wo am Samstag mit 6,64 Meter der bisherige Rekord aus dem Jahr 2002 überboten worden war, stiegen die Fluten schon nicht mehr an. „Wenn wir Glück haben, ist der Scheitel der Flutwelle dort schon durch“, sagte Klaus Möller aus dem Krisenstab des Landkreises Ludwigslust. Die Deiche werden seiner Überzeugung nach halten, auch wenn der hohe Stand über zwei, drei Tage anhalten werde. In der Boizenburger Innenstadt wurden Straßen gesperrt. „Das hat nichts mit einer drohenden Überschwemmung zu tun. Wir wollen nur Schaulustige davon abhalten, dass sie uns mit ihren Autos die Zufahrten zu den Deichen versperren“, sagte Möller.

Für Boizenburg könnte der Scheitel des Hochwassers nach Angaben der Behörden bei 6,90 Meter liegen, im niedersächsischen Hitzacker bei 7,75 Meter. Auch dort sahen die Behörden erste Hoffnungsschimmer: „Es scheint, als würde das Wasser inzwischen etwas langsamer steigen“, sagte eine Sprecherin des Kreises Lüchow-Dannenberg. 3200 Helfer waren im Einsatz, um die Deiche mit Sandsäcken zu sichern. Weitere 700 Bundeswehrsoldaten wurden zur Unterstützung erwartet. Im Kreis Lüneburg waren rund 2200 Helfer im Einsatz.

Im schleswig-holsteinischen Lauenburg zeigte der Pegel am Sonntag etwa 9,10 Meter - als normal gelten fünf Meter. In Lauenburg waren noch immer 100 Altstadthäuser vom Wasser bedroht. Helfer der Feuerwehr versuchten in einem Schöpfwerk der Stecknitz, die heiß gelaufenen Pumpen mit einem Belüftungsgerät zu kühlen. Auch in den Kreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg kämpften Helfer weiter gegen die Flut.

Im brandenburgischen Hochwassergebiet in der Prignitz zeigte der Pegel an der Elbe am Sonntagmorgen 7,17 Meter. Wie ein Sprecher des Innenministeriums in Potsdam sagte, versuchten Helfer, Treibgut einzusammeln, das die ohnehin strapazierten Dämme beschädigte. In den Hochwassergebieten von Sachsen-Anhalt entspannte sich die Lage angesichts sinkender Pegelstände. In den Kreisen Wittenberg und Stendal galt noch Katastrophenalarm. „Für die meisten anderen Teile des Landes kann Entwarnung gegeben werden“, sagte ein Behördensprecher.

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