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13.04.2015

17:28 Uhr

Messe für Germanwings-Opfer

Trauergottdienst ohne Frankreichs Präsidenten

Der Trauergottesdienst für die Absturzopfer des Germanwings-Unglücks in den französischen Alpen muss ohne Frankreichs Präsidenten Hollande stattfinden. Dennoch kommen viele europäische Spitzenpolitiker in den Kölner Dom.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (l.) und Frankreichs Präsident Francois Hollande: Hollande wird nicht bei der Trauerfeier dabei sein. AFP

Da waren sie noch zu zweit

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (l.) und Frankreichs Präsident Francois Hollande: Hollande wird nicht bei der Trauerfeier dabei sein.

KölnBei der Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Absturzes an diesem Freitag im Kölner Dom wird Frankreich nicht von Präsident François Hollande vertreten, sondern von Außenminister Laurent Fabius. Das teilte am Montag die nordrhein-westfälische Staatskanzlei mit. Spanien – das nach Deutschland die meisten Opfer zu beklagen hatte – wird durch Verkehrsministerin Ana Pastor Julián repräsentiert.

Auf deutscher Seite nehmen unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Norbert Lammert und die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft teil.

Als derzeitiger Bundesratspräsident kommt zudem der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. Außer mehreren hundert Angehörigen werden etwa 50 Helfer aus Deutschland und Frankreich erwartet, die am Absturzort im Einsatz waren.

Die wichtigsten Aussagen des Staatsanwalts zum Airbus-Absturz

Die Zeit nach dem Start in Barcelona

„In den ersten 20 Minuten sprechen die Piloten vollkommen normal miteinander, man könnte sagen heiter, höflich, wie normale Piloten während eines Flugs. Es passiert also nichts Ungewöhnliches. Dann hört man den Bordkommandanten die Instruktionen für die Landung in Düsseldorf vorbereiten. Die Antworten des Co-Piloten erscheinen lakonisch. (...) Die Antworten sind kurz, es gibt keinen wirklichen Austausch.“

Der Flugkapitän verlässt das Cockpit

„Dann hört man, wie der Bordkommandant den Co-Piloten bittet, das Kommando zu übernehmen. Man hört das Geräusch eines Sitzes, der nach hinten geschoben wird, und einer Tür, die sich schließt. Man kann legitimerweise davon ausgehen, dass er rausgeht, wahrscheinlich um seine natürlichen Bedürfnisse zu befriedigen.“

Der Co-Pilot leitet den Sinkflug ein

„In diesem Moment ist der Co-Pilot allein am Kommando. Während er allein ist, betätigt der Co-Pilot die Knöpfe des sogenannten Flight Monitoring Systems, um einen Sinkflug der Maschine einzuleiten. Die Aktion auf diesem Höhenregler kann nur gewollt gewesen sein.“

Der Flugkapitän gelangt nicht mehr ins Cockpit

„Man hört mehrere Rufe des Bordkommandanten, der Einlass in das Cockpit verlangt, über (...) eine Gegensprechanlage mit Video. Man kann also sagen, dass er sich gezeigt, identifiziert hat. Aber es gab keine Antwort des Co-Piloten. Er hat geklopft, um die Öffnung der Tür zu verlangen. Aber der Co-Pilot hat nicht geantwortet. (...) Er hat nicht ein einziges Wort gesagt, nachdem der Bordkommandant das Cockpit verlassen hatte.“

Die Kontaktversuche der Flugüberwachung

„Man hört anschließend die wiederholte Kontaktaufnahme des Kontrollturms von Marseille, aber keine Antwort des Co-Piloten. (...) Kein Notsignal, etwa Mayday-Mayday-Mayday, wurde von den Luftraumkontrolleuren empfangen. Und es gab keinerlei Antwort auf die zahlreichen Kontaktaufnahmen der Kontrolleure.“

Der Co-Pilot ist offenbar bei Bewusstsein

„Man hört zu diesem Zeitpunkt ein menschliches Atmen im Inneren des Cockpits, bis zum Aufprall. Das bedeutet, dass der Co-Pilot am Leben war. (...) Er hat anscheinend normal geatmet. Das ist nicht die Atmung von jemandem, der gerade einen Infarkt erleidet. (...) Man hat nicht das Gefühl, dass er Panik hatte.“

Die Sekunden vor dem Aufprall

„Die Alarmsignale gingen los, um der Besatzung die Nähe des Bodens anzuzeigen. Dann hört man heftige Schläge gegen die Tür wie um sie aufzubrechen. (...) Die Opfer haben es vermutlich erst im allerletzten Moment bemerkt. Schreie gibt es in den letzten Momenten vor dem Aufprall. (...) Der Tod trat sofort ein, denn diese Maschine, die mit 700 Stundenkilometern gegen den Berg prallte, ist im wahrsten Sinne des Wortes explodiert.“

Das Fazit der Ermittler

Die für uns plausibelste, die wahrscheinlichste Interpretation ist folgende: Der Co-Pilot hat sich absichtlich geweigert, dem Bordkommandanten die Tür zum Cockpit zu öffnen und hat den Knopf zum Absenken der Flughöhe gedrückt. Wir kennen heute nicht den Grund, aber das kann interpretiert werden als der Wille, dieses Flugzeug zu zerstören. (...) Es war eine willentliche Handlung“

Auch Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, den Trauergottesdienst und anschließenden staatlichen Trauerakt vor Ort mitzuerleben. So werden die Trauerfeiern auf eine Großbildleinwand auf dem Bahnhofsplatz neben dem Dom übertragen.

250 Plätze im Dom sind für Bürger reserviert. Interessierte müssen sich um 10 Uhr melden. 450 weitere Bürger können das Geschehen nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz in der benachbarten Kirche St. Mariä Himmelfahrt verfolgen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Kerzen und Blumen niederzulegen.

Bei dem Absturz in den französischen Alpen waren am 24. März 150 Menschen ums Leben gekommen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatte der Copilot die Maschine auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich zum Absturz gebracht.

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dpa

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