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15.02.2013

18:29 Uhr

Meteoriten-Absturz in Russland

Die tückische Gefahr aus dem All

Die kosmische Attacke kommt ohne Vorwarnung: Wie eine Rakete rast ein Meteorit auf die russische Provinz Tscheljabinsk nieder. 1000 Menschen werden verletzt, das Entsetzen ist riesig. Doch es hätte viel schlimmer kommen können.

Russland

Amateuraufnahmen zeigen Meteoriten

Russland: Amateuraufnahmen zeigen Meteoriten

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Tscheljabinsk/MoskauFeuerball aus dem Weltall: Mit explosiver Wucht donnert ein Meteorit auf die russische Provinz in der Nähe der Millionenstadt Tscheljabinsk nieder. Fensterscheiben zerbersten, als die gewaltige Druckwelle zur Hauptverkehrszeit am Freitag die Region am Uralgebirge erschüttert. Eine Glasfläche von rund 100.000 Quadratmeter, so schätzen Stadtvertreter später werden zerstört. Mindestens 54 000 Kilometern pro Stunde ist er schnell, als er in die Erdatmosphäre eintritt.

„Ich dachte, ein Flugzeug stürzt ab“, sagt ein Augenzeuge. Amateurvideos zeigen, wie die glühende Kugel am blauen Winterhimmel eine qualmige Spur zieht. Weil viel Glas zu Bruch geht, erleiden Hunderte Menschen schwere Schnittwunden. Dutzende Verletzte müssen die Risse in Kliniken nähen lassen.

Verletzte bei Meteoriteneinschlägen nur selten

April 2012

Ein in vielen Farben leuchtender Feuerball und Explosionsgeräusche schrecken die Menschen im Westen der USA auf. Der Meteorit ist Augenzeugen zufolge zwischen dem Norden des Bundesstaats Nevada bis südlich nach Las Vegas und westlich bis an die Küste Kaliforniens zu sehen. Der 40 Tonnen schwere Brocken rast mit 103 000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre. Bereits rund 48 Kilometer über der Erdoberfläche zerbricht er, niemand kommt zu Schaden.

Oktober 2006

In einem Schrebergarten in Troisdorf bei Bonn brennt eine Laube aus. Als wahrscheinlichste Ursache gilt nach Angaben der Ermittler der Einschlag eines kleinen Meteoriten. Zeugen hätten zuvor eine ungewöhnliche Leuchterscheinung am Himmel beobachtet, heißt es. Ein 77-Jähriger erleidet Brandverletzungen, das Gestein wird aber nie gefunden.

Dezember 2004

Ein heftiger Knall schreckt die Einwohner der indonesischen Hauptstadt Jakarta auf. Das explosionsartige Geräusch stammte nach Angaben des Geophysikalischen Instituts in der Provinz West-Java von einem Meteoriten, der in der Region niederging. Zeugen hatten ein weißglühendes Objekt am Himmel gesehen. Nach Angaben der Polizei wird niemand verletzt.

Juni 2004

Ein 1,3 Kilogramm schwerer Meteorit schlägt in ein Wohnhaus nahe der neuseeländischen Stadt Auckland ein. Der Brocken landet auf einem Sofa, niemand kommt zu Schaden.

September 2003

Beim Einschlag eines Meteoriten im ostindischen Bundesstaat Orissa werden drei Menschen verletzt und zwei Häuser zerstört. Der Himmelskörper habe den Himmel erleuchtet und damit Panik ausgelöst, berichten indische Medien. Viele Menschen fliehen aus Angst.

April 2002

Nur sechs Kilometer vom Märchenschloss Neuschwanstein entfernt stürzt ein rund 1,75 Kilogramm schwerer Meteorit nahe Füssen (Bayern) in den Schnee. Er ist Teil eines größeren Himmelskörpers, der als helle Erscheinung gesichtet worden war. Experten schätzen das Alter des „Neuschwanstein-Meteoriten“ auf 47 Millionen Jahre. Ein weiterer Teil wird ein Jahr später im Allgäu entdeckt.

Juni 1996

Ein zwanzig Kilogramm schwerer Meteorit stürzt auf einen Bauernhof in der nordwestindischen Stadt Jaipur im Bundesstaat Rajasthan. Nach Medienangaben wird niemand verletzt. Die Dorfbewohner waren durch ein donnerartiges Krachen und Blitze aufgeschreckt worden.

März 1988

Ein Meteorit kracht in Trebbin nahe Potsdam in ein Gewächshaus. Mitarbeiter der Gärtnerei sammeln 16 Bruchstücke mit einem Gesamtgewicht von gut einem Kilogramm ein.


„Furchtbar war es, dieses Blut überall im Krankenhaus zu sehen - Blut auf dem Boden, am Holz der Türklinken“, berichtet die Augenzeugin Swetlana Popowa. Sie selbst habe am Fenster gestanden, als eine explosive Druckwelle die Scheiben zerdrückt habe. „Ich habe gleich die Hände vors Gesicht gehalten, aber trotzdem ein paar Kratzer bekommen“, sagt sie.

Russische Staatsmedien zeigen blutüberströmte Menschen, die an dem eisigen Freitag bei minus 20 Grad schockiert sind. Viele sind entsetzt darüber, dass sie die Gefahr aus dem All ohne Warnung trifft.

Das Fernsehen zeigt, wie Menschen fluchtartig ihre Wohnungen verlassen - aus Angst vor weiteren Geschossen. Aber die Behörden geben Entwarnung. Aufgeregt und nach Luft ringend erzählen viele, wie sie die „kosmische Attacke“ völlig kalt erwischt hat. Sie warten nun, dass ihre Fenster repariert werden.

Hunderte Gebäude sind betroffen. Schulen und Kindergärten schließen vorläufig. Die Behörden rufen Unternehmen auf, ihre Mitarbeiter zum Helfen nach Hause zu schicken. Auch ein Markt des Düsseldorfer Konzerns Metro wird beschädigt. Zwei russische Mitarbeiter tragen von geborstenen Scherben leichte Wunden davon.

Kommentare (6)

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Weltraum_Henry

15.02.2013, 18:57 Uhr

Tückisch oder türkisch?

Ich habe mal einen Gesteinbrocken in die Erdatmosphäre eintauchen sehen. Weder war der angekündigt worden, noch gab es später eine Schlagzeile in den Medien. Der ist nicht mal bemerkt worden. Außer von mir.
Das Ding schoß nachts im Norden flach in die Erdatmosphäre ein und kam mit einer phantastischen Geschwindigkeit auf mich zugerast. Beim Eintauchen fing er Feuer wie eine Sonne und wurde immer größer. Ich hatte nicht mal Zeit, ein Stoßgebet zu sprechen. und so schnell wie er gekommen war, zischte er im Süden zurück in die Weiten des Weltalls. Und ward nie wieder gesehen. Interessanterweise ist der auch nicht zersprengt worden, sonst wären Schäden gemeldet worden.
Wegen des Affenzahns schließe ich einen Wetterballon aus.

Gäb's einen Zusammenhang mit dem Asteroiden, müßte die Weltraum-Ideologie hinterfragt werden. Ich brauche den zweiten Teil also nicht zu lesen.


Account gelöscht!

15.02.2013, 19:19 Uhr

Es ist lustig, dass die Forscher glauben es bräuchte einen Asteroiden von >1km Durchmesser damit er als "global killer" die Erde für immer verändert. Es bräuchte tatsächlich nur einen in der Größe eines mittleren Hochhauses. Je nachdem wo er einschlägt würden Millionen Menschen sofort sterben aber der folgende totale Zusammenbruch der Weltwirtschaft würde die Erde weitaus stärker verändern.

kraehendienst

15.02.2013, 19:23 Uhr

WIR - brauchen den Meteosit-Einschlag. Damit die Menschen zu großen Teilen wieder merken, WAS wichtig ist!

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