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25.03.2014

09:36 Uhr

MH370

Hinterbliebene werfen Malaysia Mord vor

VonFinn Mayer-Kuckuk

Dramatische Szenen vor der malaysischen Botschaft in Peking: Familienangehörige des Unglücksflugs sind wütend und verzweifelt. Bei einer spontanen Demo pochen sie darauf, Opfer einer Verschwörung zu sein.

Zweifel und Trauer

Flug MH370: „Die Behörden müssen handfeste Beweise liefern“

Zweifel und Trauer: Flug MH370: „Die Behörden müssen handfeste Beweise liefern“

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PekingDie Leute mussten ihrem Zorn irgendwo Luft machen – sie fingen bereits an, im Lido-Hotel im Nordosten Pekings die Einrichtung zu zertrümmern. Die Polizei hat daher am Dienstagmittag ausnahmsweise eine öffentliche Demonstration zugelassen und den Angehörigen des Todesflug MH370 freies Geleit zur malaysischen Botschaft gegeben. Denn dort wollten sie hin - sie vermuten die Schuldigen der Katastrophe in der malaysischen Regierung.

Zwölf Stunden war da seit der erschütternde Erklärung des malaysischen Premierministers vergangen, dass seine Regierung Flug MH370 nach gut zwei Wochen Suche offiziell verloren gegeben hat. Viele der Familienmitglieder hatten die Nacht von Montag auf Dienstag noch in dem Hotel verbracht, in dem sie Stunde um Stunde auf eine Nachricht gewartet haben. Siebzehn Tage, in denen sie zwischen Hoffen und Hoffnungslosigkeit geschwankt haben.

Es ist kein Wunder, dass nach Verlust eines Familienangehörigen die Gefühle hochschlagen. „Diese Leute sind völlig mit den Nerven fertig“, sagt der Freund eines der Angehörigen. In diesem Licht sind auch die Anschuldigungen zu sehen, die die Betroffenen in einer gemeinsamen Erklärung vorgebracht haben: „Wenn tatsächlich alle 154 Menschen ums Leben gekommen sind, dann waren die Verantwortlichen in der Malaysische Regierung die Mörder, die sie umgebracht haben.“

Trotz der pathetischen Sprache haben die Vorbehalte der verzweifelten Söhne, Töchter, Gatten, Eltern, Geschwister und Freunde der verschollenen Passagiere durchaus Sinn. „Ist es nicht verdächtig, dass das Flugzeug nun im entferntesten Winkel des Planeten ins Meer gestürzt sein soll?“, fragt ein Angehöriger gegenüber chinesischen Medien. „Und wo ist der Beweis dafür?“

Die ganze Welt glaube der kurzen Ansprache des malaysischen Premiers Najib Razak, doch keiner habe bisher ein eindeutiges Indiz zu Gesicht bekommen, klagt eine weibliche Angehörige. Sie könne erst wieder Frieden finden, wenn die Leichen der Hinterbliebenen gefunden und identifiziert seien.

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