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01.05.2016

08:39 Uhr

Millionenwerte vernichtet

Kenia verbrennt über 100 Tonnen Elfenbein

Quelle:dpa

Der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta hat 105 Tonnen Elfenbein und mehr als eine Tonne Horn von Nashörnern in Brand gesteckt. Wert: rund 150 Millionen Euro. Das arme Land will ein Zeichen gegen illegalen Handel setzen.

Mit der Verbrennung will Kenia ein Zeichen gegen den Handel mit Elfenbein setzen. Foto: Dai Kurokawa dpa

In Flammen

Mit der Verbrennung will Kenia ein Zeichen gegen den Handel mit Elfenbein setzen. Foto: Dai Kurokawa

NairobiEine dicke graubraune Rauchwolke steigt hoch über dem Nairobi Nationalpark auf. Rund 105 Tonnen Elfenbein und über eine Tonne Nashorn-Hörner stehen in meterhohen Flammen. Es sind Stoßzähne von tausenden Elefanten.

Die zahlreichen Naturschützer, Schaulustige und Medienschaffende sehen schweigend zu. Nach den heftigen Regenfällen der vergangenen Wochen stehen am Samstag viele in Gummistiefeln im teils knöcheltiefen Schlamm.

Noch etwa zwei Tage lang sollen die meterhohen Flammen brennen, bis das Elfenbein völlig zerstört sei, sagte Alexander Rhodes, Leiter der Organisation Stop Ivory, die maßlich an den Vorbereitungen beteiligt war. Seit vergangenen August hatte die Organisation gemeinsam mit der kenianischen Naturschutzbehörde (KWS) die Elfenbein- und Horn-Bestände in ganz Kenia gezählt und kodiert. Mit der Verbrennung will Kenia ein Zeichen gegen den Handel mit Elfenbein setzen. Nie wieder sollen sich Kriminelle an diesen Stoßzähnen bereichern können, so die Organisatoren.

Scheiterhaufen: Ein kenianischer Ranger packt noch ein paar letzte Stoßzähne dazu. Foto: Daniel Irungu dpa

Scheiterhaufen

Scheiterhaufen: Ein kenianischer Ranger packt noch ein paar letzte Stoßzähne dazu. Foto: Daniel Irungu

Die Botschaft sei klar, sagte Kenias Präsident Uhuru Kenyatta, bevor er den ersten der zehn Elfenbeintürme anzündete. „Das Elfenbein gehört den Elefanten.” Nur dort sei es wertvoll. Manche kritisierten, dass ein armes Land wie Kenia Elfenbein in einem Wert von geschätzten 150 Millionen Dollar verbrenne, sagte Kenyatta. Kenia sei vielleicht arm, aber es sei reich an Natur, und die gehöre geschützt. „Zukünftige Generationen werden uns für den heutigen Tag danken”, sagte der Präsident.

Kenianische Arbeiter bringen Stoßzähne gewilderter Elefanten zu einem Container des Kenya Wildlife Service in Nairobi. Foto: Dai Kurokawa dpa

Elfenbein-Verbrennung

Kenianische Arbeiter bringen Stoßzähne gewilderter Elefanten zu einem Container des Kenya Wildlife Service in Nairobi. Foto: Dai Kurokawa

Der Verbrennung war eine zweitägige Konferenz zum Wildtierschutz vorausgegangen. Neben Kenyatta hatten auch Gabuns Präsident Ali Bongo Ondimba und Ugandas Präsident Yoweri Museveni der Tagung beigewohnt. Ondimba, der auch bei der Verbrennung anwesend war, warnte dort die Wilderer: „Eure Tage sind gezählt”, sagte er und erntete dafür den Applaus der Menge. Die zunächst angekündigten Prominenten wie der Schauspieler Leonardo DiCaprio waren zwar nicht vor Ort, der Stimmung der Naturschützer tat dies jedoch keinen Abbruch.

105 Tonnen Elfenbein liegen aufgetürmt in Nairobi. Es soll sich um die größte Menge an Elefantenstoßzähnen handeln, die jemals vernichtet wurde. Foto: Daniel Irungu dpa

Tonnenweise Elfenbein

105 Tonnen Elfenbein liegen aufgetürmt in Nairobi. Es soll sich um die größte Menge an Elefantenstoßzähnen handeln, die jemals vernichtet wurde. Foto: Daniel Irungu

Etwa eineinhalb Stunden nach dem Beginn der Verbrennung, als die Prominenten das Gelände bereits verlassen hatten, musste gegen 17.00 Uhr die Feuerwehr anrücken. Das Feuer hatte sich trotz der Feuchtigkeit wegen der Regenfälle auf das Gras ausgeweitet. Zunächst war unklar, ob möglicherweise Brennstoff ausgelaufen war. Zum Entzünden des Elfenbeins diente eine Mischung aus Kerosin und Diesel, erklärte Rhodes. Kerosin brenne schnell, Diesel erzeuge die nötigen hohen Temperaturen. Der Zwischenfall konnte rasch behoben werden.

Die Wilderer waren schneller: Schädel eines Nashorns im Krüger-Nationalpark - das Horn fehlt. Foto: Shiraaz Mohamed dpa

Nashorn-Kadaver

Die Wilderer waren schneller: Schädel eines Nashorns im Krüger-Nationalpark - das Horn fehlt. Foto: Shiraaz Mohamed

Nach Angaben der Organisation African Wildlife Foundation wurden im vergangenen Jahr in Afrika rund 35 000 Elefanten getötet. In seiner Ansprache sagte Kenyatta, dass die Bemühungen seiner Regierung gemeinsam mit internationalen Partnern zu einem starken Rückgang der Wilderei geführt hätten. Wurden 2012 noch rund 384 Elefanten in dem ostafrikanischen Land von Wilderern getötet, waren es im vergangenen Jahr nur 96.

African Wildlife Foundation zur Elfenbeinverbrennung in Kenia - Englisch

Infografik der African Wildlife Foundation

Dafür werden auf dem Schwarzmarkt hohe fünfstellige Summen gezahlt: Sichergestellte Nashorn-Hörner im Zollfahndungsamt Frankfurt. Foto: Andreas Arnold/Archiv dpa

Nashorn-Hörner

Dafür werden auf dem Schwarzmarkt hohe fünfstellige Summen gezahlt: Sichergestellte Nashorn-Hörner im Zollfahndungsamt Frankfurt. Foto: Andreas Arnold/Archiv

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